Vielfältige Nutzung: Kokerei Zollverein

Symbolträchtiger kann man den Strukturwandel im Ruhrgebiet nicht inszenieren: Da, wo früher die Kohle zu Koks "verbacken" wurde, da kann man heute während der Sommermonate mit der Energie des Himmelsgestirns eine Runde im Sonnenrad drehen und die Aussicht genießen. 

Bild: ein attraktives ensemble
Ein attraktives Ensemble: Die Kokerei Zollverein. Foto: Thomas Mayer/ Bilddatenbank Zollverein"

Durch harte Arbeit zum Weltkulturerbe

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in der Gegend des heutigen Essener Stadtteils Katernberg erstmals Kohle gefördert und dann auch zu Koks verarbeitet. Nach mehrmaligem Abreißen und Vergrößern der Anlagen entstand 1957 bis 1961 in Essen-Stoppenberg die Kokerei Zollverein, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schacht XII der Zeche Zollverein. Die Kokerei galt lange als modernste Anlage Europas, 1964 erreichte sie ihre Spitzenkapazität mit der Produktion von 5.000 Tonnen Koks pro Tag.

Nichtsdesotrotz kam nach Stahlkrisen und sinkender Koksnachfrage 1993 das „Aus". Pläne zum Verkauf der Anlage nach China scheiterten, einen Abriss konnte die Konzeption der Internationalen Bauausstellung IBA Emscher Park verhindern. Fortan war die stillgelegte Kokerei ein ebenso wichtiger wie spannender Teil Industriegeschichte: 1999 rückte die Anlage mit der Ausstellung „Sonne, Mond und Sterne - Zur Kulturgeschichte der Energie" erstmals ins Blickfeld einer breiten Öffentlichkeit. Im Jahr 2000 wurde die Kokerei Zollverein unter Denkmalschutz gestellt, 2001 kam in Gesamtheit mit der Zeche Zollverein das Adelsprädikat „UNESCO-Weltkulturerbe" hinzu. 

Bild: Palast-Projekte als Utopien.
Wollen entdeckt werden: Utopien als Palast-Projekte Foto:Klaus Peter Schneider, Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur

Mehr als nur Museum

Im ehemaligen Salzlager auf der weißen Seite der Kokerei wurde 2001/2002 der von dem Künstlerehepaar Ilya und Emilia Kabakov entworfene „Palast der Projekte" dauerhaft installiert. In der begehbaren spiralförmigen Skulptur, einem „Haus im Haus", erzählen Texte und Modelle spielerisch von den großen Utopien des 20. Jahrhunderts.

Das Areal hat noch mehr zu bieten: Industriehistorische Führungen sowie spezielle Touren für Familien, Kinder, Foto-Experten, bei Tages- und Nachtlicht präsentieren das Kokereigelände in unterschiedlichsten Varianten. Dazu verfügt die Kokerei auch schon über „Bühnenerfahrung": als spannende Kulisse für Aufführungen des Festivals RuhrTriennale. „Fit for Fun" oder von der Maloche in die Freizeit: Während der Sommermonate kann man im „Werksschwimmbad", zwei zusammengeschweißten Übersee-Containern, schwimmen gehen und in der Wintersaison vor der Kulisse der Koksöfen skaten und Schlittschuhlaufen. Nicht zuletzt eignet sich das Gelände für ganz normale Spaziergänge sowie als kommunikativer Gastro-Treffpunkt mit Aussicht - auf die fast ein Kilometer lange imposante Anlage.

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Lage in der Metropole Ruhr

SEHENSWERTES IN ESSEN
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Weitere Informationen

Die Route Industriekultur ist ein Rundkurs durch die Metropole Ruhr und führt zu den Zeugen der industriegeschichtlichen Vergangenheit der Region. Träger der Route ist der Regionalverband Ruhr. ...mehr

Öffnungszeiten

In­f­o­punkt:
April - Ok­to­ber:
Di. - So.
10.​00 Uhr - 18.​00 Uhr  
 
No­vem­ber - März:  
Di. - So.
12.​00 Uhr - 18.​00 Uhr

Dau­er­aus­stel­lung "Pa­last der Pro­jek­te":
April - Ok­to­ber:
Mi. - So.
12.​00 Uhr - 20.​00 Uhr

No­vem­ber - März:
Mi. - So.
12.​00 Uhr - 16.​00 Uhr

Son­nen­rad:
Mai - Ok­to­ber
Sa. - So.
12.​00 Uhr - 20.​00 Uhr

Kontakt & Infos

Kokerei Zollverein
Arendahls Wiese
45141 Essen
Telefon: +49 (0)201.83012-75