Koepchenwerk in Herdecke

In den Jahren 1927 bis 1930 errichtete die RWE am Ruhrstausee Hengstey bei Herdecke eines der ersten verwirklichten Pumpspeicherkraftwerke Deutschlands, das später nach seinem Planer, Prof. Dr. Ing. Arthur Koepchen, "Koepchenwerk" benannt wurde.

Das Koepchenwerk in Herdecke am Hengsteysee. Foto: RVR
Bild: Das Koepchenwerk in Herdecke am Hengsteysee. Foto: RVR

Die Idee eines Wasserkraftwerkes

Koepchen, Vorstandsmitglied beim damaligen Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerk, verblüffte seinerzeit mit seinen Ideen die gesamte Fachwelt und führte die Energiewirtschaft in ein neues Zeitalter. Damals bestand das Hauptproblem der Elektrizitätswirtschaft darin, auch in Spitzenzeiten genügend elektrische Energie bereitzustellen und die Wirtschaftlichkeit und Auslastung von Kohlekraftwerken zu verbessern. Koepchen vertrat die Meinung, dass sich langfristig gesehen eine sichere, wirtschaftliche Stromversorgung nur im Rahmen eines zu schaffenden überregionalen Großraum-Verbundnetzes entwickeln könne. Und er sollte recht behalten. Seine Ideen wurden richtungsweisend, nicht nur für die Entwicklung der RWE, sondern für die gesamte Elektrizitätsbranche.

So funktioniert ein Pumpspeicherkraftwerk

Den Unterschied zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Punkt eines Gebiets bezeichnen die Geowissenschaftler als Reliefenergie. Energie liefern kann so ein Höhenunterschied auf folgende Weise: Man lässt Wasser von oben über Turbinen fließen, deren Drehung Strom generiert. Unten wird das Wasser in Becken aufgefangen und gespeichert. Wenn Energie im Überfluss vorhanden ist, pumpt man das Wasser wieder nach oben. Beim nächsten Engpass kann es wieder nach unten fließen. Per Saldo erzeugt ein solches Pumpspeicherkraftwerk zwar keinen Strom. Aber es löst das Problem der Energie-Vorratshaltung.

Das Koepchenwerk wurde, bis auf eine Unterbrechung durch die Überschwemmungskatastrophe beim Bruch der Möhnetalsperre im Mai 1943, bis in die 1980er Jahre hin in Betrieb gehalten.  Nachdem 1989 ein hochmodernes 150 MW Pumpturbinenwerk in Betrieb genommen wurde, legte man die Altanlage 1994 still. Sie steht seit 1986 unter Denkmalschutz.
Der Uferweg am Nordufer des Hengsteysees führt umnmittelbar am alten Koepchenwerk vorbei. Während der Dienstzeiten kann auch ein Blick in die riesige Turbinenhalle geworfen werden. Fachkundige Erläuterungstafeln veranschaulichen die Funktionsweise.

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Lage in der Metropole Ruhr

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Die Route Industriekultur ist ein Rundkurs durch die Metropole Ruhr und führt zu den Zeugen der industriegeschichtlichen Vergangenheit der Region. Träger der Route ist der Regionalverband Ruhr. ...mehr

Kontakt & Infos

Koepchenwerk
Im Schiffwinkel 43
58313 Herdecke
Nach vorheriger Absprache können Gruppen das Pumpspeicherkraftwerk Herdecke besichtigen.
Tel.: +49(0)2637/64-3211
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