Begegnen und Erinnern in der Alten Synagoge Essen

Die Alte Synagoge im Zentrum von Essen gehörte einst zu den schönsten und größten jüdischen Gotteshäusern in Deutschland. Heute ist sie Begegnungs- und Gedenkstätte sowie politisch-historisches Dokumentationsforum: ein Haus jüdischer Kultur.

Collage der geplanten Umfeldgestaltung. Foto: Alte Synagoge
Bild: Außenansicht von 1994.

Geschichte der Synagoge

1913 wurde das Gebäude der heutigen Alten Synagoge als "Neue Synagoge" der Essener jüdischen Gemeinde (3.500 Mitglieder) eingeweiht. Der Neubau war notwendig geworden, weil im Vorgängerbau in der Gerswidastraße Platzmangel herrschte. Gebaut hat ihn der Essener Architekt Edmund Körner in enger Zusammenarbeit mit dem Rabbiner Salomon Samuel. In der Pogromnacht im November 1938 wurde das Haus von den Nazis in Brand gesetzt, die Räumlichkeiten zerstört. Lange stand die Synagoge unberührt. Sie wurde erst 1959 von der Stadt Essen erworben und wieder instandgesetzt, um den Ort für Industriedesignausstellungen zu nutzen.

Zwischen 1986 und 1988 wurde das Gebäude auch im Inneren rekonstruiert. Seit 1980 dient die Alte Synagoge als Gedenkstätte und politisch-historisches Dokumentationsforum. 2008 beschloss der Rat der Stadt Essen eine neue Konzeption der "Alten Synagoge" umzusetzen und das Haus zu einer kulturellen Begegnungsstätte, zu einem Haus jüdischer Kultur, mit neuen Ausstellungen, baulichen Veränderungen im Innern und einer Umfeldgestaltung weiterzuentwickeln. Seit Juli 2010 ist das Haus jüdischer Kultur in einer neuen Farbgestaltung - in Apricot und Flieder - im vergrößerten Innenraum fürs Publikum wieder geöffnet.

Welche Aufgabe hat die Gedenkstätte?

Das Haus versteht sich als Lern- und Erinnerungsort zur Geschichte der Juden. Sein Anliegen ist: Die Gegenwart mit dem Wissen um die Vergangenheit sensibel und kritisch zu begleiten, dies vor allem auch mit Blick auf die Zukunft. Die Alte Synagoge bietet so ein höchst anregendes Forum für Begegnungen, Diskussionen und kulturelle Veranstaltungen vielfältiger Art: Führungen, Sonder-Ausstellungen, Vorträge und spezielle Lernangebote, vor allem für junge Menschen, vermitteln Einblicke in jüdische Kultur einst und jetzt. Ein regelmäßig stattfindendes Forum der politischen Diskussion dient dem Austausch über Fragen zu Demokratie und Freiheit heute. Gelegentlich gibt es auch Konzerte, Lesungen und kleinere Theateraufführungen, die immer auch einen Bezug zur jüdischen Geschichte und zum Haus haben. 

Ausstellungen

Die seit Juli 2010 neu angelegte Dauerausstellung ist in fünf Bereiche gegliedert. Sie umfassen folgende thematische Schwerpunkte: Quellen jüdischer Traditionen, Geschichte des Hauses, Geschichte der jüdischen Gemeinde in Essen, jüdische Feste und jüdischer "way of life". Auch Wechselausstellungen finden hier in unregelmäßigen Abständen statt.

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Lage in der Metropole Ruhr

SEHENSWERTES IN ESSEN
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Öffnungszeiten

Di. - So.
10.00 Uhr - 18.00 Uhr

Ge­schlos­sen: 1.1., 1.5., 24.12. und 31.12.

Ein­tritt frei!

Kontakt & Infos

Alte Synagoge
Steeler Straße 29
45127 Essen
Telefon: +49 (0) 201 / 88-45218
Telefax: +49 (0) 201 / 88-45225