Halde Rheinelbe - Berg mit Himmelstreppe

Ein wilder Ort voller Kraft, der von Natur und Kunst beherrscht wird, ist das Gelände der ehemaligen Zeche Rheinelbe in Gelsenkirchen-Ückendorf. Die künstlerische Gestaltung der bereits Ende der 1920er Jahre brach gefallenen Fläche trägt die Handschrift des Recklinghäuser Umweltkünstlers Herman Prigann. 

Hoch oben erwartet den Besucher die zwölf Meter hohe "Himmelsleiter". Foto: RVR/Beermann
Bild: Die Spitze der Halde Rungenberg.

Symbolische Rückkehr der Natur

Aus Abbruchmaterialien der örtlichen Schwerindustrie und Naturmaterialien schuf er ein bizarres Skulpturen-Ensemble, das er verstreut in die Wildnis des seit Jahrzehnten
ungestört herangewachsenen Industriewaldes setzte. Wuchtige Baumstämme, Schwellenhölzer, Kies und Schlacken oder tonnenschwere Beton- und Eisenteile formte er zu Toren, Steinkreisen, Behältnissen oder Türmen, die an archaische Kultstätten erinnern. Ort, Material und Form versinnbildlichen das Ende des Industriezeitalters, gleichzeitig aber auch die kraftvolle Rückkehr der Natur. 

Wie im Science-Fiction-Film

Ein Erlebnis der besonderen Art ist die Halde im Süden des Areals. Während des Aufstiegs auf das 35 Meter hohe Haldentop endet auf halber Höhe plötzlich der Wald. Der Blick öffnet sich, die Landschaft verändert sich in einen vegetationslosen, grauen Kegel, auf dessen Spitze eine gigantische Skulptur thront. Über den kargen Schotter winden sich drei Wege spiralförmig nach oben. Auf den letzten Metern führen Stufen zur sogenanten "Himmelstreppe". Irgendwie hat man das Gefühl, in einem endzeitlichen Science-Fiction-Film gelandet zu sein.

Doch nicht nur Fantasten, auch naturinteressierte Spaziergänger kommen hier auf ihre Kosten. Durch die ständigen Bodenbewegungen sind zum Teil abenteuerliche Schluchten und Abbruchkanten entstanden. Ein Förster führt durch den Landschaftsraum, der Teil des Industriewaldprojekts Ruhrgebiets mit inzwischen elf Standorten ist. Sein Forsthaus, ein ehemaliges Umspannwerk, dient gleichzeitig als Veranstaltungs- und Weiterbildungsort.

Lage in der Metropole Ruhr

SEHENSWERTES IN GELSENKIRCHEN
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Lage: 45866 Gelsenkirchen, Leithestraße
GPS: GPS: N51° 29' 15" E07° 06' 44"
Höhe: 106 m ü.NN.
Größe: 18 ha
Eigentümer: Regionalverband Ruhr

Anfahrt
Bahnhof:
2 km bis GE Hbf
1,8 km bis Bf. GE-Rotthuasen
Haltestelle: 500 m bis "Halfmannsweg", GE

Forststation Rheinelbe
Telefon: +49 (0)209.1474-844

FÜHRUNGEN

Führungen zur Industrienatur über Haus Ripshorst, Telefon: +49 (0)208.8833-483

Eine von 33 Halden

Die Halde Rheinelbe ist eine von 33 Halden in der Metropole Ruhr, die der Regionalverband Ruhr (RVR) als Markenzeichen der Region pflegt und ausbaut. ...mehr

Route Industrienatur

Die Halde Rheinelbe ist außerdem Teil der Route Industrienatur.