Arbeitswege werden zu Erlebnispfaden

Mobilität ist schon lange das Lebenselixir der Metropole Ruhr: Über Wasserstraßen und Schienen wurden Kohle, Erz und Stahl von der montanen Ruhrwirtschaft in alle Welt transportiert. Die Wege ließen die "Altlast" einer zerschnittenen Landschaft, aber mit dem Rückzug der Industrie bekamen sie neue Aufgaben. Der Freizeitverkehr kam ins Rollen und ab Ende der 1980er Jahre entstand ein dichtes Netz von regionalen Rad- und Wanderwegen. 

Neues Leben auf altem Gelände: Industrienatur

Die Industrie ging, Tiere und Pflanzen kamen... da, wo Bergbau und Stahlindustrie "wüteten", zog mit dem Strukturwandel Ruhe ein. Fazit: Viele Pflanzen und Tiere nutzten das ungewöhnliche Angebot und eroberten Terrain zurück. Je nach Art der vorherigen Nutzung entstanden neue Lebensräume, auf Gleisschotter wachsen beispielsweise andere Pflanzen als auf Schlackehalden. Außerdem: Mit Rohstoffimporten, mit dem Wind oder durch Tiere und Menschen wanderten neue Pflanzenarten ein, Kanadische Goldrute oder Sommerflieder aus Asien zum Beispiel. Das macht die Industrienatur aus: Pflanzen und Tiere, die sich an teils schwierige Lebensbedingungen angepasst haben. Mittlerweile sind Industriebrachen die artenreichsten Flächen an Ruhr und Emscher. Und schön anzuschauen sind sie auch.

Über Brücken radeln und spazieren

Mit dem Bau des 230 Kilometer langen Emscher Park Radwegs und dem parallelen Ausbau eines Wanderwegesystems bietet sich die Emscherregion für Ausflüge absolut an. Damit das Freizeitvergnügen nicht von größeren Hindernissen gestoppt werden kann, wurden in den letzten 20 Jahren Brücken zur Überwindung von Barrieren wie Kanälen, Rohrtrassen oder Autobahnen gebaut. Ob Bochums Westpark oder die Halde Hoheward an der Grenze Recklinghausen/Herten: Die Brücken sind nicht nur schlichte Überquerungshilfen, sondern vielmehr skulptural sichtbare Zeichen des Wandels im Revier. Nach Einbruch der Dunkelheit werden einige durch interessante Beleuchtungskonzepte zur faszinierenden Lichtskulptur. 

Kontakt & Infos

RVR-Besucherzentrum
Emscher Landschaftspark - Haus Ripshorst
Ripshorster Straße 306
46117 Oberhausen
Telefon: +49 (0) 208 / 88 33 48-3
Telefax: +49 (0) 208 / 88 33 48-6

Der Regionalverband Ruhr hat die Trägerschaft über den Emscher Landschaftspark übernommen und ist für Pflege und Ausbau des Parks sowie für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich.

Routeninfos

Als Themenroute innerhalb der Route der Industriekultur wurden die spannendsten Industriebrachen zur Route Industrienatur zusammengefasst. Derzeit sind das 19 Standorte, die mit Führungen oder eigenständig erkundet werden können. 

Der Emscher Park Radweg bildet zusammen mit dem Rundkurs Ruhrgebiet die