Halde Haniel:
Begegnung von Bergbau und Kirche

Ein beliebtes Ausflugsziel im Norden von Bottrop ist die Halde Haniel, die neben Spazierengehen und Drachen steigen lassen auch noch einen Kreuzweg und viel Künstlerisches zu bieten hat - dazu einen wundervollen Blick auf das Bergwerk Prosper und über das nordwestliche Ruhrgebiet. 

Holzkreuz aus Spurlatten in 180 Meter Höhe. Foto: RIK/ Guntram Walter
Bild: Das Holzkreuz auf der Halde Haniel

Azubis "auf dem Kreuzweg"

Jedes Jahr am Karfreitag treffen sich tausende von Gläubigen auf der Halde Haniel. 1995 wurde hier ein Kreuzweg eingeweiht, der von der Künstlerin und Ordensfrau Tisa von Schulenburg, dem Oberhausener Künstler Adolf Radecki sowie Auszubildenden des Bergwerks Prosper-Haniel geschaffen wurde. Jede Station besteht aus einer Kupfertafel mit der Darstellung der Leiden Christi und einem Arbeitsgerät aus der Welt des Bergmanns. So ist ein Weg entstanden, der auch die traditionell enge Beziehung zwischen Kirche und Bergbau anschaulich macht. Nicht zuletzt durch den Zuzug katholischer Einwanderer zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist diese Beziehung noch verstärkt worden. Ein hohes Kreuz oben auf der Halde erinnert an den Papstbesuch am 2. Mai 1987 auf dem Bergwerk Prosper-Haniel. Auszubildende und Ausbilder des Bergwerks fertigten es aus Spurlatten (Führungsschienen für die Förderkörbe) an und errichteten es auf dem Zechenplatz Haniel. Fünf Jahre später fand das restaurierte Kreuz auf der Südwestspitze der Halde seinen endgültigen Platz. 

Blick durch die "Totems" auf das Amphitheater: Die "Location" wurde im Wenders-Film "Pina" zur beeindruckenden Kulisse. Foto: RVR/Kozlowski
Bild: Installationen Ibarrolas und das Amphitheater

Bergtheater und "Totems"

Auf der Haldenkuppe wurde aus Bergematerial ein offenes Amphitheater nach griechischem Vorbild angelegt, das 800 Besuchern Platz bietet und 1999 eröffnet wurde.

Seit 2002 ist die Halde Haniel um eine weitere Attraktion reicher: Aus über 100 bearbeiteten Eisenbahnschwellen hat der baskische Maler und Bildhauer Agustín Ibarrola eine archaische Installation "Totems" geschaffen. Die Arbeit soll die "scheinbaren Gegensätze von Industrieraum und Natur" zusammenführen. Ibarrola wurde vor allem mit seinen Arbeiten in der Region um Bilbao zum Chronisten des strukturellen Wandels in den Industrielandschaften im Mündungsbereich des Nervión. In seinen "bemalten" Wäldern - "El Bosque de los Tótems" oder den bemalten Betonquadern "Los cubos de la Memoria" im Hafen der Stadt Llanes in Asturien spiegelt er die menschlichen Konflikte dieser Region.  

Lage in der Metropole Ruhr

SEHENSWERTES IN BOTTROP
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Weitere Informationen

Lage: 46145 Oberhausen, Kirchheller Str. oder 46242 Bottrop, Fernewaldstr.
GPS: N51° 32' 60" E06° 52' 34"
Höhe: 185 m ü.NN und ca. 120 m ab Parkplatz
Größe: 114 ha
Eigentümer: Ruhrkohle AG

Anfahrt
Bahnhof:
5,9 km bis Oberhausen-Sterkrade Bf.
Haltestelle: 100 m bis "Kleekamp", Oberhausen 

Die Route Industriekultur ist ein Rundkurs durch die Metropole Ruhr und führt zu den Zeugen der industriegeschichtlichen Vergangenheit der Region. Träger der Route ist der Regionalverband Ruhr. ...mehr