Das Neue Emschertal steht für den Wandel

Eine neue urbane Flusslandschaft wird in den kommenden Jahrzehnten Schritt für Schritt entstehen, unter Federführung der Arbeitsgemeinschaft Neues Emschertal. Die ehemalige Industrie-Kloake Emscher soll zum Erlebnisraum Emscher werden.

Wir schaffen das!

Wer konnte sich Anfang des 3. Jahrtausends vorstellen, dass das Gewässer namens Emscher, in dem rund 100 Jahre zuvor noch Fische gefangen wurden und das dann systematisch zum Abwasserkanal der Industrie im Revier degradiert wurde, eine tragende bzw. fließende Rolle als Naherholungsgebiet der Metropole Ruhr spielen könnte? Wenige vermutlich - nichtsdestotrotz ist ein "yes, we can" à  la Ruhrgebiet auf dem besten Weg, von der geplanten Vision zur strukturellen Realität zu werden.

Ruhr-Kloake wird Freizeit- und Kunstobjekt

Wasserwirtschaftliche Leistungen wie der Bau von drei Großkläranlagen und 400 Kilometer neue Abwasserkanäle legen die Basis, bis zum Jahr 2017 soll der Emscher-Hauptkanal fertiggestellt sein. Als Ost-West-Grünzug des Emscher Landschaftsparks sind künftig Parks und Gärten bis in die Stadträume hinein vernetzt. Entlang der umgestalteten Gewässer sollen Sitzgelegenheiten, Spiel- und Picknickplätze zur Erholung einladen. Der Wassertourismus auf dem benachbarten Rhein-Herne-Kanal wird in das Freizeitkonzept ebenso einbezogen.

Das Herzstück im neuen Tal: die Emscherinsel

Reif für die Insel? Das Angebot ist da: Von Castrop-Rauxel bis Oberhausen erstreckt sich auf 34 Kilometer Länge der schmale Landstreifen zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal - die Emscherinsel. Für diese haben sich die Planer etwas Besonderes einfallen lassen: Das Projekt Emscherinsel-Tour erschließt das Eiland mit einer Rad- und Fußwegeroute. "Trittsteine" laden zum Verweilen ein, zum Herantreten ans Wasser und Hinausblicken ans andere Ufer. Die Herner Künstlerin Beate Matkey konzipierte Picknickplätze als Kunst- und Begegnungsorte.

Der Regionalverband Ruhr hat die Trägerschaft über den Emscher Landschaftspark übernommen und ist für Pflege und Ausbau des Parks sowie für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich.

Zusammen mit der Emschergenossenschaft entwickelt der Regionalverband Ruhr das Emschertal zu einer attraktiven Stadt-, Kultur- und Gewässerlandschaft.

EMSCHER.KUNST 2010

Das größte Kunstprojekt der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 war ein großer Erfolg: 200.000 Menschen zog das Ausstellungsprojekt Emscherkunst.2010 an, das am 18. September 2010 mit einer Finissage schloss. 113 Tage lang waren 20 Installationen und Interventionen auf der Emscherinsel zwischen Castrop-Rauxel und Oberhausen zu sehen. Realisiert wurde das größte Kunstprojekt im öffentlichen Raum im Kulturhauptstadt-Jahr von der Emschergenossenschaft, dem Regionalverband Ruhr (RVR) und der RUHR.2010 GmbH. Als Biennale wird die Kunstausstellung auch in den Folgejahren die Region bereichern.