Route Industrienatur - Gleispark Frintrop in Essen

Wo früher Güterzüge lärmten, hört man heute Vögel zwitschern und Heuschrecken zirpen. Auf dem zurückgebliebenen Schottermaterial des ehemaligen Sammelbahnhofs Essen-Frintrop hat sich über viele Jahre nahezu ungestört eine einzigartige Naturlandschaft entwickelt.

Früher Sammelbahnhof, heute einzigartiger Lebensraum. Foto: RVR/Brosch
Bild: Früher Sammelbahnhof, heute einzigartiger Lebensraum. Foto: RVR/Brosch.

Einer der artenreichsten Standorte

Nach der Stilllegung des Sammelbahnhofs eroberte die Natur die Industriebrache zurück. Sie zählt heute zu den artenreichsten Standorten im Ruhrgebiet. Als der Rangierbetrieb aufgegeben wurde, hatten Ladungsverluste der Güterwaggons wie Kohle, Kalk und Erz, vor allem aber die Schotterbetten der Gleisanlagen den Boden des Geländes völlig verändert. Das grobe Schottermaterial wurde durch die Sonneneinstrahlung stark aufgeheizt und trocknete die darunter liegende Erde aus, wodurch auch der Wasserhaushalt und das Mikroklima des Areals beeinflusst wurden. In die Hohlräume des Schotters drangen angewehte Stäube und Pflanzenteile ein und füllten diese allmählich auf, so dass trotz des geringen Wasser- und Nährstoffangebots erste widerstandsfähige Pionierpflanzen auftraten.  

Verschiedene Entwicklungsstadien der Vegetation

Da nicht alle Gleise gleichzeitig stillgelegt und entfernt wurden, sind heute verschiedene Entwicklungsstadien von einjährigen Pflanzen, Gräsern, Flechten und Moosen über mehrjährige Stauden und Sträucher bis hin zu waldähnlichen Baumbeständen auf der Brachfläche zu beobachten. Ohne Neupflanzungen konnte aus dem Vegetationsbestand Ende der 1990er Jahre ein landschaftlich reizvoller Park entwickelt werden.  

Blüten- und strukturreiche Staudenflur. Foto: RVR/Verholte
Bild: Blüten- und strukturreiche Staudenflur. Foto: RVR/Verholte.

Golddistel zwischen Gleisschotter

Parallel zu den alten Gleisen haben sich Birken ausgebreitet, an den Wegrändern wachsen Weißdorn, Schwarzer Holunder und Wildrosen. Von besonderer Bedeutung für die Artenvielfalt der Brache sind vor allem die Offenland-Flächen. Hier gedeihen viele Wärme und Trockenheit liebende, lichtbedürftige Pflanzen wie Nachtkerze, Johanniskraut, Dürrwurz oder Goldrute. Zu den besonders bemerkenswerten Arten der Brachfläche zählt die Golddistel, die zwischen dem Gleisschotter ihre Lebensraum gefunden hat. Der mehrjährige Korbblütler mit stachelig gezähnten Blättern wächst natürlicherweise auf kalkhaltigen Trockenrasen.
  

Vögel, Feldhase und Fasan

Auf dem offenen Gelände trifft man im Sommer zahlreiche Schmetterlingsarten und Heuschreckenarten. Zahlreiche Vögel leben im Gleispark, Turmfalke und Mäusebussard sind regelmäßig anzutreffen. Sogar der Feldhase, ein traditioneller Steppenbewohner, und der Fasan sind hier zu Hause.  

Lage in der Metropole Ruhr

Kontakt & Infos

Gleispark Frintrop, am Haus Ripshorst
Eingang Ripshorster Straße (Oberhausen) / Eingang Dellwiger Straße (Essen)
Parkplatz Haus Ripshorst:
N 51° 29.540 E 006° 54.050
Informationszentrum Emscher Landschaftspark - Haus Ripshorst
Hier gibt es alle Informationen rund um die Route Industrienatur
Telefon: +49 (0) 208 / 88 33 48-3
Telefax: +49 (0) 208 / 88 33 48-6

ÖPNV zum Gleispark

von Oberhausen Hbf mit Bus 957 bis "Ripshorster Straße", von Essen Hbf  / Porscheplatz mit Straßenbahn 103 bis Dellwig "Werthstraße"

Weitere Informationen

Nach vielen Jahren des Brachliegens steht das ehemalige Bahnhofsgelände in Essen-Frintrop seit Oktober 1999 für Erholungszwecke offen. 1998 kaufte der Regionalverband Ruhr die 25 Hektar große Brache und erschloss die Fläche.

Der Gleispark Frintrop ist auch Teil der Route Industriekultur, die als Rundkurs zu den Zeugen der Industriegeschichte durch die Metropole Ruhr führt. Träger der Route ist der Regionalverband Ruhr.

Emscher Landschaftspark

Der Gleispark Frintrop ist außerdem Teil des Emscher Landschaftsparks.

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