Kultur Metropole Ruhr 2017: Die Region zeigt hochkarätige Kunst-Schauen

Eine vitale Kunstlandschaft präsentiert spannende Ausstellungen mit klassischer Moderne, Fotografie und Gegenwartskunst. Die internationale Kunstszene schätzt das Potenzial der Region, das Angebot in Galerien, Kunstvereinen und Museen ist beeindruckend vielschichtig. 

Erwin Wurm, Fat Convertible, 2005, mixed media, Foto: Studio Erwin Wurm, © Erwin Wurm / VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Erwin Wurm: Skulpturen, Wandarbeiten, Videos, Strickbilder u.a.

„Vor mir ist nichts sicher!“ sagt Erwin Wurm und hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die Skulptur an ihre Grenzen zu führen – und darüber hinaus. Bestrickte Wände, „verfettete“ Skulpturen, Selbstportraits als Essiggurken oder die Inszenierung der Welt als surrealer Zustand: Wurm zelebriert Verwirrung als kreative Strategie. Überall kann eine hintergründige Überraschung lauern: „Es geht um die Schwierigkeit, das Leben zu meistern. Egal, ob mit einer Diät oder mit einer Philosophie.“ Bei ihm sind die Dinge nicht das, was sie scheinen. Objekte sind grundsätzlich wandelbar: „Ich finde spannend, was passiert, wenn man Alltagsgegenständen den Nutzwert entzieht, bekannte Formen neu interpretiert.“  Ausstellungsprojekt des Lehmbruck Museums und des MKM Museum Küppersmühle. Bis 29. Oktober 2017
LehmbruckMuseum

Erwin Wurm: Outdoor Sculpture, 2000. © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Der Künstler Erwin Wurm in Duisburg

Der Großmeister der ironischen Abgründe und des skurrilen Humors kommt ins Ruhrgebiet: In einer gemeinsamen Ausstellung zeigen das MKM und das Lehmbruck Museum Werke des gefeierten österreichischen Künstlers Erwin Wurm. Die Skulpturen, Fotografien, Wandarbeiten, Strickbilder und Rauminstallationen zeigen vor allem eines: Wurm zelebriert Verwirrung als kreative Strategie. Grenzüberschreitung findet sich hier allerorten, voller Humor und Tiefsinn gleichermaßen. Wurm führt jegliche Erwartungshaltung ad absurdum und vollzieht ganz nebenbei eine Neudefinition der zeitgenössischen Skulptur.  Bis 3. September 2017
MKM Museum Küppersmühle

© VG Bild-Kunst 2017, Rupprecht Geiger, Pinc moduliert, 2005

Rupprecht Geiger. Malerei

Für Rupprecht Geiger werden Licht- und Farberscheinungen des weiten Himmels über kriegszerstörten und menschenentleerten Landschaften während seines Einsatzes als Kriegsmaler in Russland zum prägenden Schlüsselerlebnis seiner Malerei. Als Mitbegründer der Künstlergruppe „ZEN 49“ ging es ihm stets um das Verhältnis von Materie und Geist. Die exemplarische Auswahl seiner Werke der Schau in Bochum lässt entscheidende Schritte seines Schaffensprozesses nachvollziehen unter besonderer Berücksichtigung seiner bis zum Schluss andauernden Beschäftigung mit der Farbe Rot. Bis 24. September 2017
Kunstmuseum Bochum

Tobias Pils, Untitled (Room), 2016 © Tobias Pils, Foto: Jorit Aust

Tobias Pils. Untitled (Room) & Marfa Paintings

Der in Wien lebende österreichische Maler Tobias Pils hat sich in der jüngeren Zeit durch mehrere Ausstellungen auch international einen Namen gemacht. Seine Gemälde sind wie wenige andere Positionen überraschend und eigenständig. Im Bottroper Quadrat wird er nun zum ersten Male in einem deutschen Museum vorgestellt. Bis 3. September 2017
Josef Albers Museum Quadrat Bottrop

Sam Shaw: Marilyn Monroe, New York City 1954

Finding the Unexpected Sam Shaw. 60 Jahre Fotografie

Mit dem New Yorker Fotografen Sam Shaw (1912–1999) stellt die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen erneut einen der großen Bildfinder des 20. Jahrhunderts vor. Seine oft spontanen Motive haben Weltruhm erlangt und schrieben Fotografiegeschichte. Die Aufnahme von Marilyn Monroe aus „Das verflixte siebte Jahr“ mit dem hochfliegenden Plisseerock ist das vielleicht am häufigsten reproduzierte Bild des 20. Jahrhunderts. Bis 17. September 2017
LudwigGalerie Schloss Oberhausen

Tom Fecht, ECLIPSE # 8078, 2016, © Tom Fecht/VG Bild-Kunst, Bonn 2017, courtesy Museum DKM, Duisburg

Tiefenzeit. Tom Fecht. Das Unsichtbare in der Fotografie

Tom Fecht (*1952) hat ein beeindruckendes OEuvre an Landschaftsfotografien und Portraitaufnahmen zusammengestellt. Er hat Kybernetik, Ingenieurswissenschaften und Kunstgeschichte in Amerika und Berlin studiert. Bedingt durch diese Grundlage entstehen seine Fotografien. Im Gegensatz zum etablierten Verständnis von Fotografie als Momentaufnahme gelingt es Fecht, Bewegung und somit das Verstreichen von Zeit festzuhalten.  Bis 3. Dezember 2017
Museum DKM

Gustav Deppe, Komposition, 1953, Öl auf Leinwand, 15,5 x 22,5 cm, Märkisches Museum Witten

Junger Westen - zum 70. Jubiläum

Zum 70. Jubiläum der Künstlergruppe „junger westen“ widmet das Märkische Museum Witten als eines von mehreren RuhrKunstMuseen den Künstlern dieser Gruppe eine Ausstellung. Neben den sechs Künstlern der Kerngruppe – Gustav Deppe, Thomas Grochowiak, Ernst Hermanns, Emil Schumacher, Heinrich Siepmann, Hans Werdehausen – werden auch weniger bekannte Mitglieder des „jungen westens“ gezeigt. 18. Februar bis 20. August 2017
Märkisches Museum Witten

Und noch mehr Ausstellungen:

Ruhr Kunst Museen

Eine Initiative zur Kulturhauptstadt RUHR.2010: 20 national und international arbeitende Kunstmuseen des Ruhrgebietes haben sich zu den RuhrKunstMuseen (RKM) zusammengeschlossen. Mit Ihren Sammlungen der Kunst vom 19. Jahrhundert über die Moderne bis zur Gegenwart bilden die RuhrKunstMuseen eine einzigartige Museumslandschaft.

Wunder der Natur

Der Ausstellungs-Höhepunkt in diesem Jahr: "Wunder der Natur" im Gasometer soll die Erde selbst sein. Sie wird als 20 Meter große Kugel im 100 Meter hohen Luftraum zu sehen sein. Neben dieser Installation zeigen großformatige Fotografien und Filmausschnitte ungewöhnliche Fähigkeiten und Strategien von Lebewesen im Kampf ums Dasein. Der Schwerpunkt der Ausstellung soll somit die Intelligenz und Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt widerspiegeln.
Wie die Erdatmosphäre im Wechsel von Tag und Nacht und während der verschiedenen Jahreszeiten aussieht, können die Besucher anhand der Erdkugel sehen. Bewegte, hoch aufgelöste Satellitenbilder werden dabei detailgenau auf die Kugel projiziert. 11.3. bis 30.11.17

Der geteilte Himmel

Die Ausstellung nimmt das Reformationsjubiläum zum Anlass, mit bedeutenden kulturhistorischen Exponaten das Verhältnis und das Zusammenleben der unterschiedlichen Religionen und Konfessionen über Jahrhunderte bis in die Gegenwart darzustellen und im Sinne eines interreligiösen Diskurses auch unter aktuellen und zukunftsrelevanten Aspekten zu diskutieren. Zu diesem Zweck hat sich das Ruhr Museum mit dem Essener Forum Kreuzeskirche Essen und dem Martin Luther Forum Ruhr zusammengeschlossen, um im Gedenkjahr neben der Ausstellung ein breites Kultur- und Bildungsprogramm zu entwickeln.  3.4. bis 31.10.17

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