Kultur Metropole Ruhr 2016: Die Region zeigt hochkarätige Kunst-Schauen

Eine vitale Kunstlandschaft präsentiert spannende Ausstellungen mit klassischer Moderne, Fotografie und Gegenwartskunst. Die internationale Kunstszene schätzt das Potenzial der Region, das Angebot in Galerien, Kunstvereinen und Museen ist beeindruckend vielschichtig. 

Philipp Goldbach, Stack (AGFA), 2016 © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Philipp Goldbach - Bilder von Bildern

Philipp Goldbach nutzt Bilder von Bildern als Material für seine künstlerische Arbeit. Kunsthistorische Bildarchive sind daher ein Ausgangspunkt für seine Installationen, denn im Zeitalter der Digitalisate sind historisch gewordene Dia-Archive beredte Zeugnisse einer zu Ende gegangenen Epoche. Anders als Henri Cartier-Bresson, der sich als „intruder“ („Eindringling“) beschrieb, um „entscheidende Momente“ der Wirklichkeit mit seiner Kamera festzuhalten, legt Philipp Goldbach in Anspielung auf dessen Haltung die Wirklichkeit von Medienarchiven offen und verwandelt sie in künstlerische Reflexionsbilder. 27. Oktober 2016 bis 23. April 2017
Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum: Campusmuseum

Hans Schmitz-Wiedenbrück, Familienbild, (vor) 1939, Öl auf Leinwand, ca. 160 x 200 cm, German Art Gallery, The Netherlands

"Artige Kunst" im MuT

Das Ausstellungsprojekt setzt sich in kritisch-analytischer Weise mit der Kunstpolitik im Nationalsozialismus auseinander, die für das Selbstbild des Regimes wesentlich war. Der Titel „Artige Kunst“ versteht sich als Gegenbegriff zur diffamierenden NS-Terminologie der „entarteten Kunst“. Gezeigt werden exemplarische Werke der offiziell geduldeten und geförderten Kunst der NS-Zeit, dazu in prägnanter Gegenüberstellung Werke von verfolgten und verfemten Künstlern, die ein differenziertes Gegenbild zur überwiegenden Einfältigkeit der systemkonformen Kunst entwerfen.
5. November 2016 bis 9. April 2017
Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum: Situation Kunst

Franz Rudolf Knubel, Exercitien, 2012. © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: Peter Stohrer

Franz Rudolf Knubel - Mit den Augen denken

Das Ausstellungsprojekt würdigt das konsequente Schaffen eines Künstlers, dessen herausragendes und vorausweisendes Werk eine ästhetische Grundlagenforschung an die Kunst der Moderne knüpft. Rudolf Knubel hat sich besonders auch um die Lehre verdient gemacht. Das Ausstellungsprojekt in Ahlen und Herne stellt die grundlegenden Leistungen Knubels erstmals umfassend vor, um ihre Bedeutung für die Kunst der Nachkriegszeit bis heute deutlich zu machen. 20. November 2016 bis 29. Januar 2017
Flottmann-Hallen Herne

Urs Fischer,2015, Pinault Collection. © Urs Fischer, Courtesy of the artist and Gagosian Gallery, Foto: Mats Nordman

Dancing with Myself - Werke aus der Sammlung Pinault

Die große Ausstellungshalle des Museum Folkwang steht ganz im Zeichen der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Selbst. Was die Arbeiten verbindet, ist die vielfältige Präsenz des Künstlers und der Künstlerin im eigenen Werk. Zum ersten Mal ist damit die herausragende Sammlung von François Pinault in diesem Umfang in Deutschland zu sehen. Dancing with Myself ist ein spielerischer, poetischer, politischer, und wilder Tanz durch die Gegenwartskunst seit Ende der 1960er Jahre bis in unsere Zeit. Bis 15. Januar 2017
Museum Folkwang

Sonntagsseite, 9.6.1946 (Detail) © Al Taliaferro, Courtesy Sammlung Reichelt und Brockmann Mannheim

Entenhausen - Oberhausen. Donald, Micky and friends

Donald Duck, Micky Maus und ihre – wie Onkel Dagobert – oft sehr eigenständigen Freunde und Verwandten verbinden wir mit dem großen Walt Disney und seiner riesigen Factory. Doch wer waren die Zeichner hinter dem Disney Imperium, die die Figuren und ihre Welten erfanden und den Kosmos Entenhausen entwickelten? Die Oberhausener Ausstellung stellt die drei Altmeister vor: The Mouse Man Floyd Gottfredson; Al Taliaferro und Carl Barks. Doch gehen die Geschichten nach dem Tod dieser drei großartigen Zeichner weiter und auch das thematisiert die Oberhausener Präsentation. Ulrich Schröder, Jan Gulbransson und Don Rosa lassen Donald weiterhin seine wutausbruchbegleiteten Abenteuer erleben in Oberhausen. Bis 15. Januar 2017
LudwigGalerie Schloss Oberhausen

Emilio Vedova: Compresenze 1982. Courtesy Fondazione Vedova. Foto: Vittorio Pavan

BASELITZ - VEDOVA

Das MKM Museum zeigt zwei prägende Künstlerpersönlichkeiten in einer gemeinsamen Ausstellung: Georg Baselitz, der international gefeierte deutsche Maler und Bildhauer, und Emilio Vedova, einer der wichtigsten Vertreter des europäischen Informel. Eine intensive persönliche Freundschaft und künstlerische Wertschätzung verband die beiden seit den 1960er-Jahren bis zum Tode Vedovas 2006. Auf der Biennale von Venedig im Folgejahr wurden beide Künstler erstmals gemeinsam präsentiert. Bis 29. Januar 2017
MKM Museum Küppersmühle

Emil Schumacher, Maroc-2/1983, 1983, blaue Fettkreidezeichnung auf weißem Grund, 31,5 - 41 cm, Emil Schumacher Museum. © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Karel Appel - Malerei

Karel Appel (1921-2006) ist der wichtigste niederländische Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Emil Schumacher Museum wirft aus Anlass seines zehnten Todestages einen neuen Blick auf das international bedeutende Werk, das bisher besonders mit der Gruppe CoBrA verbunden wird. Appels Interpretation klassischer Themen wie Akt, Porträt, Landschaft und Stadtansichten zeigen seinen abstrakten Blick auf die gegenständliche Welt. Bis 15. Januar 2017
Emil Schumacher Museum Hagen

Und noch mehr Ausstellungen:

Wunder der Natur

Der Ausstellungs-Höhepunkt in diesem Jahr: "Wunder der Natur" im Gasometer soll die Erde selbst sein. Sie wird als 20 Meter große Kugel im 100 Meter hohen Luftraum zu sehen sein. Neben dieser Installation zeigen großformatige Fotografien und Filmausschnitte ungewöhnliche Fähigkeiten und Strategien von Lebewesen im Kampf ums Dasein. Der Schwerpunkt der Ausstellung soll somit die Intelligenz und Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt widerspiegeln.
Wie die Erdatmosphäre im Wechsel von Tag und Nacht und während der verschiedenen Jahreszeiten aussieht, können die Besucher anhand der Erdkugel sehen. Bewegte, hoch aufgelöste Satellitenbilder werden dabei detailgenau auf die Kugel projiziert. 11.3. bis 30.11.17

Rock und Pop im Pott

Sechs Jahrzehnte Musikgeschichte des Ruhrgebiets stehen 2016 auf dem Programm des Ruhr Museums. Den Anfang macht das Jahr 1956 mit seinen Jugendkrawallen und Protesten in Dortmund aufgrund des Films „Außer Rand und Band“ mit Bill Haley, dem König des Rock ’n’ Roll. 
Welche weiteren Musikhits und Stars bis heute für Tumulte oder kollektive Hysterie sorgten, verrät die Ausstellung um Beats und Breaks mit Platten, Postern, Instrumenten, Bühnenoutfits und vielem mehr, was Musik besonders macht. Die Besucher erwartet eine aufregende Reise durch die Musikszene des Reviers und ihrer Genres: vom Beat der 1960er über Kraut-, Deutsch- und Folkrock, Hard & Heavy und Punk, die Neue Deutsche Welle, Hip Hop, Techno bis hin zur Weltmusik. Bis 28.2.17