Kultur Metropole Ruhr 2017: Die Region zeigt hochkarätige Kunst-Schauen

Eine vitale Kunstlandschaft präsentiert spannende Ausstellungen mit klassischer Moderne, Fotografie und Gegenwartskunst. Die internationale Kunstszene schätzt das Potenzial der Region, das Angebot in Galerien, Kunstvereinen und Museen ist beeindruckend vielschichtig. 

Die Künstlergruppe „junger westen“ im Jahr 1960 zur Jurierung des Kunstpreises

Die Künstlergruppe "junger westen" in Recklinghausen

Die geplante Ausstellung präsentiert die „jungen westler“ mit größeren Werkzyklen, erweitert um jene Künstlerfreunde, die die Gruppe bis zu ihrer Auflösung in den frühen 1960er Jahren begleiteten, etwa HAP Grieshaber und Georg Meistermann. Vor allem will sie die Impuls gebende Stellung des „jungen westen“ in der deutschen Kunst nach 1945 dokumentieren. Fotos der damaligen Ausstellungen sowie zahlreiche Originaldokumente und Kommentare von Zeitzeugen, entwerfen ein lebendiges Bild der Künstlergruppe und des kulturellen Aufbruchs in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. 7. Mai bis 13. August 2017
Kunsthalle Recklinghausen

Sam Shaw: Marilyn Monroe, New York City 1954

Finding the Unexpected Sam Shaw. 60 Jahre Fotografie

Mit dem New Yorker Fotografen Sam Shaw (1912–1999) stellt die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen erneut einen der großen Bildfinder des 20. Jahrhunderts vor. Seine oft spontanen Motive haben Weltruhm erlangt und schrieben Fotografiegeschichte. Die Aufnahme von Marilyn Monroe aus „Das verflixte siebte Jahr“ mit dem hochfliegenden Plisseerock ist das vielleicht am häufigsten reproduzierte Bild des 20. Jahrhunderts. 21. Mai bis 17. September 2017
LudwigGalerie Schloss Oberhausen

Tobias Pils, Untitled (Room), 2016 © Tobias Pils, Foto: Jorit Aust

Tobias Pils. Untitled (Room) & Marfa Paintings

Der in Wien lebende österreichische Maler Tobias Pils hat sich in der jüngeren Zeit durch mehrere Ausstellungen auch international einen Namen gemacht. Seine Gemälde sind wie wenige andere Positionen überraschend und eigenständig. Im Bottroper Quadrat wird er nun zum ersten Male in einem deutschen Museum vorgestellt. 21. Mai bis 3. September 2017
Josef Albers Museum Quadrat Bottrop

Nico Joana Weber, Markasit (Videostill), 2014

Nico Joana Weber. Transitional Regions

Nico Joana Weber (geb. 1983) thematisiert in ihren Videoarbeiten, Fotografien und Installationen von moderner Architektur, Landschaftsplanung und Industrie geprägte Regionen, die überwuchert, zerstört oder musealisiert als Orte einer transformierten Moderne erscheinen.

Sujets ihrer Arbeiten sind Ikonen der Moderne wie beispielsweise von Le Corbusier und Oscar Niemeyer in Südamerika errichtete Bauten. Sie hat die erste Campusuniversität in Deutschland, die Ruhr-Universität Bochum, filmisch reflektiert und in der Wüste New Mexicos, dort, wo 1945 erste Atomwaffentests durchgeführt wurden, Videos produziert. 5. Mai bis 27. August 2017

Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum: Situation Kunst

Claudia Schluckebier, Foto: Mark Wohlrab

„Wahrhafte Unterstellungen“ in Herne

In der Ausstellung zeigen Studierende des Bereichs Plastik der Uni Dortmund und interdisziplinäres Arbeiten Positionen non-linearen Denkens. Zu sehen sind Objekte, Installationen, Videos, Performance und interaktive Arbeiten, in denen die Nachwuchskräfte des YoungLab eigene Positionen in den Kontext aktueller gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Fragestellungen setzen. In der, von Prof. Ursula Bertram geleiteten Querdenkerfabrik [ID]factory, dem Zentrum für Kunsttransfer, entwickeln Studierende Hypothesen zu außerkünstlerischen Prozessen und gesellschaftlichen Phänomenen.  10. Juni bis 9. Juli 2017
Flottmannhallen

Gerhard Richter: Blau-Gelb-Rot a. d. Serie: Farbfelder. 6 Anordnungen von 1260 Farben, 1974. Courtesy Olbricht Collection. © Gerhard Richter, 2017

Richter in Essen

Gerhard Richter. Die Editionen. bietet einen Überblick über sein mehr als fünf Jahrzehnte umfassendes künstlerisches Schaffen. Das Museum Folkwang versammelt alle 173 Editionen erstmals vollständig. Richter nutzt Editionen seit den 1960er Jahren, um seine Kunst neu zu interpretieren und gleichzeitig zu verbreiten. Bereits die frühen Druckgrafiken zeigen, dass er Fragestellungen, die ihn in der Malerei beschäftigen, auch in den Editionen formuliert, auf neue und überraschende Weise: Fragen nach dem Verhältnis von Original und Reproduktion, nach den Eigenschaften von Malerei  und Fotografie sowie nach der Lesbarkeit der Motive. Bis 30. Juli 2017.
Museum Folkwang

David Schnell, Thermik, 2007, Privatsammlung Miesbach, courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: Uwe Walter, Berlin

Der Maler David Schnell in Duisburg

Großformatige Leinwandarbeiten von David Schnell (*1971), Protagonist der „Neuen Leipziger Schule“, stehen im Fokus der Werkschau, die im MKM als erste große Museumsausstellung des Künstlers in der Region zu sehen ist. Die Werkauswahl konzentriert sich auf die künstlerische Entwicklung des Malers und Grafikers der letzten zehn Jahre. Seine zentralperspektivisch angelegten, einander durchdringenden Landschaftsvisionen erinnern an virtuell implodierende Cyberräume von Computerspielen. Bis 18. Juni 2017
MKM Museum Küppersmühle

Tom Fecht, ECLIPSE # 8078, 2016, © Tom Fecht/VG Bild-Kunst, Bonn 2017, courtesy Museum DKM, Duisburg

Tiefenzeit. Tom Fecht. Das Unsichtbare in der Fotografie

Tom Fecht (*1952) hat ein beeindruckendes OEuvre an Landschaftsfotografien und Portraitaufnahmen zusammengestellt. Er hat Kybernetik, Ingenieurswissenschaften und Kunstgeschichte in Amerika und Berlin studiert. Bedingt durch diese Grundlage entstehen seine Fotografien. Im Gegensatz zum etablierten Verständnis von Fotografie als Momentaufnahme gelingt es Fecht, Bewegung und somit das Verstreichen von Zeit festzuhalten.  5. Mai bis 3. Dezember 2017
Museum DKM

Gustav Deppe, Komposition, 1953, Öl auf Leinwand, 15,5 x 22,5 cm, Märkisches Museum Witten

Junger Westen - zum 70. Jubiläum

Zum 70. Jubiläum der Künstlergruppe „junger westen“ widmet das Märkische Museum Witten als eines von mehreren RuhrKunstMuseen den Künstlern dieser Gruppe eine Ausstellung. Neben den sechs Künstlern der Kerngruppe – Gustav Deppe, Thomas Grochowiak, Ernst Hermanns, Emil Schumacher, Heinrich Siepmann, Hans Werdehausen – werden auch weniger bekannte Mitglieder des „jungen westens“ gezeigt. 18. Februar bis 20. August 2017
Märkisches Museum Witten

Jana Sterbak, Vanitas: Flesh Dress For An Albino Anorexic, 1987. MNAM – Centre Pompidou, Paris. (c) Jana Sterbak

Jana Sterbak: „Life-Size. Lebensgröße“

Um große Themen wie Liebe, Leben und Tod kreisen die Arbeiten der tschechisch-kanadischen Künstlerin Jana Sterbak. Unter dem Titel „Life-Size. Lebensgröße“ stellt die umfassende Retrospektive im Duisburger Lehmbruck Museum den Körper und sein Maß in den Mittelpunkt. In ihrer legendären Arbeit „Vanitas. Flesh Dress for an Albino Anorexic“ von 1987, die im Zentrum der Schau steht, vernähte Jana Sterbak rohes Fleisch zu einem Kleid. Das Motiv des Fleischkleides wurde 2010 international bekannt durch die Popkünstlerin Lady Gaga.  Bis 11. Juni 2017
LehmbruckMuseum

Und noch mehr Ausstellungen:

Ruhr Kunst Museen

Eine Initiative zur Kulturhauptstadt RUHR.2010: 20 national und international arbeitende Kunstmuseen des Ruhrgebietes haben sich zu den RuhrKunstMuseen (RKM) zusammengeschlossen. Mit Ihren Sammlungen der Kunst vom 19. Jahrhundert über die Moderne bis zur Gegenwart bilden die RuhrKunstMuseen eine einzigartige Museumslandschaft.

Wunder der Natur

Der Ausstellungs-Höhepunkt in diesem Jahr: "Wunder der Natur" im Gasometer soll die Erde selbst sein. Sie wird als 20 Meter große Kugel im 100 Meter hohen Luftraum zu sehen sein. Neben dieser Installation zeigen großformatige Fotografien und Filmausschnitte ungewöhnliche Fähigkeiten und Strategien von Lebewesen im Kampf ums Dasein. Der Schwerpunkt der Ausstellung soll somit die Intelligenz und Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt widerspiegeln.
Wie die Erdatmosphäre im Wechsel von Tag und Nacht und während der verschiedenen Jahreszeiten aussieht, können die Besucher anhand der Erdkugel sehen. Bewegte, hoch aufgelöste Satellitenbilder werden dabei detailgenau auf die Kugel projiziert. 11.3. bis 30.11.17

Der geteilte Himmel

Die Ausstellung nimmt das Reformationsjubiläum zum Anlass, mit bedeutenden kulturhistorischen Exponaten das Verhältnis und das Zusammenleben der unterschiedlichen Religionen und Konfessionen über Jahrhunderte bis in die Gegenwart darzustellen und im Sinne eines interreligiösen Diskurses auch unter aktuellen und zukunftsrelevanten Aspekten zu diskutieren. Zu diesem Zweck hat sich das Ruhr Museum mit dem Essener Forum Kreuzeskirche Essen und dem Martin Luther Forum Ruhr zusammengeschlossen, um im Gedenkjahr neben der Ausstellung ein breites Kultur- und Bildungsprogramm zu entwickeln.  3.4. bis 31.10.17