Schauspielhäuser zelebrieren die Kunst der Sprache

Neben den "großen" Schauspielhäusern sorgen zahlreiche kleinere, Initiativen, Werkstatt-Theater und Projekte für ein spannendes Bühnenbild zwischen Duisburg im Westen und Hamm im Osten. WLT in Castrop-Rauxel, Theater an der Ruhr in Mülheim oder Bochumer Schauspielhaus – die Bewohner der Metropole haben stets ein Theater "um die Ecke".

Das Grillo-Theater in Essen. Foto:Bernadette Grimmenstein
Grillo-Theater in Essen

Intensiver Dialog der Kulturen

Mit Frank Wedekinds "Lulu" hob sich 1981 erstmals der Vorhang für das "Theater an der Ruhr". In einem ehemaligen Solebad im Mülheimer Raffelbergpark ist das Theater von Roberto Ciulli zu Hause, die ungewöhnliche Spielstätte bietet die Kulisse für ein ungewöhnliches Theaterkonzept. Im Mittelpunkt stehen das Ensemble, Reisen, Flexibilität und der Dialog der Kulturen. So hat die intensive Vernetzung mit über 30 Ländern zu einer kreativen Fremdheit geführt, die die Bühne immer wieder anders und neu entdecken lässt. Die "Theaterlandschaft Iran" bringt alljährlich Inszenierungen vom Internationalen Teheraner Theaterfestival in die Metropole Ruhr. Im Essener Grillo-Theater, einem der ältesten Stadttheater der Region, stehen die großen Klassiker von Shakespeare bis Schiller, Hebbel und Ibsen in der ersten Reihe. Gespielt wird nicht nur auf der großen Bühne, sondern auch auf den Studiobühnen Casa und Box. In der Heldenbar finden kleine Schauspielproduktionen, Tanz- und Konzertabende statt und das Café Central ist der Ort für Vortragsveranstaltungen, Lesungen und für unterhaltsame Liederabende.

1953 nahm das nach dem Krieg neu erbaute Bochumer Schauspielhaus an der Königsallee den Spielbetrieb auf. Foto: Diana Küster
Foto: Das Schauspielhaus in Bochum

Schauspiel à  la Metropole Ruhr

Klangvolle Namen machten das Schauspielhaus Bochum, dessen Vorläufer bereits 1915 an der Königsallee gegründet und das nach Kriegszerstörung als eines der ersten Theater Anfang der 1950er neu gebaut wurde, bekannt: Saladin Schmitt, Peter Zadek und Claus Peymann haben den Ruf eines engagierten Hauses begründet. Typisch Metropole Ruhr: Im Keller des Hauses können 99 Gäste im "Theater Unten" anfahren. 
Zwei Landestheater gibt es in der Region, das Westfälische Landestheater (WLT) in Castrop-Rauxel ist dasjenige mit Sitz in der Metropole Ruhr. Konzipiert sind die Landestheater als Wanderbühnen, die von Städten und Gemeinden ohne eigenes Theater gebucht werden. Premieren finden in Castrop-Rauxel statt, die Reisen führen bis in die Niederlande oder die Schweiz. Im Sommer geht das WLT an einem Freilichttheaterwochenende mit seiner Reihe "Bühne raus – Theater im Freien" auf das Publikum zu, die eigene Freilichtbühne bietet rund 500 Zuschauern Platz.

Schauspielhaus Bochum

Vorstellungen des Jungen Schauspielhauses, Regiedebüts junger Künstler oder eigene Projekte der Schauspieler neben ihrem offiziellen Theaterjob stehen auf dem "Schicht-Plan" in Bochums "Theater Unten".

Kontakt & Infos

Schauspielhaus Bochum
Theaterkasse Tel. 0234/3333-5555
Königsallee 15
44789 Bochum
Telefon: +49 (0) 234 / 3333-0
Telefax: +49 (0) 234 / 3333-5512

Kontakt & Infos

Theater an der Ruhr gGmbH
Theaterkasse Tel. 0208/59901-88
Akazienallee 61
45478 Mülheim an der Ruhr
Telefon: +49 (0) 208 / 59901-0
Telefax: +49 (0) 208 / 59901-19

Kontakt & Infos

Westfälisches Landestheater WLT
Theaterkasse Mo-Do 8-17, Fr 8-12 Uhr
Europaplatz 10
44575 Castrop-Rauxel
Telefon: +49 (0) 2305 / 9780-20
Telefax: +49 (0) 2305 / 9780-55

Engagierte Theaterarbeit

Schlosstheater Moers

Die Gründung des Schlosstheaters Moers 1975 ist eng mit dem ersten Intendanten Holk Freytag verbunden. Gemeinsam mit seinem Ensemble erregte er in den 70ern und 80ern mit seinem gesellschaftskritischen und experimentellen Theater überregional Aufsehen. Auch die folgenden Intendanten setzten die programmatische Linie fort und machten das Schlosstheater Moers zu einer festen Adresse in der deutschen Theaterlandschaft.