Das war Industriefilm Ruhr

Hier zum Nachlesen, Recherchieren und Stöbern: Das Programm der Jahre 2010, 2011 und 2013 bei IndustrieFilm Ruhr:

IndustrieFilm Ruhr 2010
IndustrieFilm Ruhr 2011 
IndustrieFilm Ruhr 2013

Industriefilm Ruhr im Buch

IndustriefilmRuhr gibt's auch zu lesen: Die beteiligten Archive und weitere Archive haben zwei umfängliche Kataloge ihrer Industriefilme aus den 1950er- und 1960er-Jahren veröffentlicht – und weitere Bücher zum Thema

"Feuer an der Ruhr - Werkstatt für Europa", 1957

Die Flammen der Hochofenabstiche färben den Himmel glutrot. Der Rauch der Schwerindustrie steigt auf. Das ist das Szenario der Wirtschaftswunderzeit der 1950er Jahre im Ruhrpott, das der Dokumentarfilm "Feuer an der Ruhr"  in kolossalen Bildern inszeniert.

Schichtwechsel.

Industrieregion wird Hauptdarsteller

"Feuer an der Ruhr" war die erste offizielle filmische Selbstdarstellung der Industrieregion Ruhrgebiet nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Getragen wurde sie von führenden Unternehmen und Verbänden der Region sowie dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Bundespresseamt. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen und Vorbereitungen begannen im März 1956 die Dreharbeiten zu einem "seit 25 Jahren angestrebten (...) repräsentativen Ruhrgebietsfilm", abendfüllend und in Farbe. Verbände und Industrie formulierten ihre Ansprüche an den Inhalt, der Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk (heute Regionalverband Ruhr) war um die Koordination der auseinanderstrebenden Interessen bemüht, das Land Nordrhein-Westfalen und das Auswärtige Amt der Bundesregierung finanzierten kräftig mit. Ein für das Ruhrgebiet außergewöhnliches Filmdokument entstand - zu einem Zeitpunkt, als die Förderleistungen und Belegschaftsstärken im Ruhrbergbau Rekordniveau erreichten und die wenige Monate später einsetzende Kohlekrise noch nicht erkennbar war.

Arbeit im Stellwerk. Foto: ...

Ewige Rastlosigkeit der Industrie

Im Deutschen Kultur- und Dokumentarfilmkatalog heißt es 1960: "Der Film spielt von Freitag bis Montag. Er umspannt so den Bereich der Arbeit bis zum Samstagnachmittag, den des Ausruhens bis zum Sonntagabend und den erneuten Beginn der Arbeit am Montag.  Wir verfolgen die drei Ströme: Kohle, Erz und Stahl. (...) Wir zeigen den Feierabend der Menschen an der Ruhr mit dem Unterton der ewigen Rastlosigkeit der Industrie. (...) In der Schlußphase des Films nimmt das Revier wieder seinen Arbeitsrhythmus auf. Das Strömen der Stoffe wird noch einmal verdichtet. Dennoch ist es der Mensch, der alles in Fluß hält."

Unterschiedliche Verwertungsinteressen führten zu verschieden langen Fassungen, ein speziell der damals modernsten Untertage-Rettungstechnik gewidmeter Schlussteil der Langfassung kam später auch als eigenständiger Film unter dem Titel "Ein neuer Weg. Rettung eingeschlossener Bergleute" zum Einsatz. 

Technische Infos

Produktionsjahr: 1957
Format: 35 mm
s/w bzw. Farbe: Farbe
Laufzeit: 72 Minuten
Regie: Ferdinand Khittl
Produzent: Olympia-Film Produktion Dr. Robert Sandner, München
Auftraggeber: Verbände und Großbetriebe der Ruhrindustrie, unterstützt durch den NRW-Kultusministerium und das Auswärtige Amt
Erstaufführung: 25. Februar 1957, Essen
Prädikat: Besonders wertvoll

Kontakt & Infos

Kinemathek im Ruhrgebiet – Filmarchiv für die Region
Paul Hofmann
Amtsgerichtsstraße 32
47119 Duisburg
Telefon: +49 (0)203.89903