Erinnern und Bewahren
Die Stadtmuseen in der Region, sowie die Industriemuseen und besonders das Ruhr Museum und das Bergbaumuseum haben den Auftrag, den Bürgerinnen und Bürgern ihre Geschichte zu vermitteln, sie verstehbar zu machen und Zusammenhänge aufzudecken. So eröffnet gerade die Beschäftigung der jugendlichen und erwachsenen MuseumsbesucherInnen mit den Kulturprodukten und dem kulturellen Erbe der Region neue Räume für die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Grundsatzfragen, die Gegenwart und Zukunft betreffen.

- Ruhr Museum 2007, Fotografie: Stefanie Grebe
Gedächtnis und Schaufenster der neuen Metropole Ruhr
Als Regionalmuseum neuen Typus zeigt das Ruhr Museum in seiner Dauerausstellung die gesamte Natur- und Kulturgeschichte des Ruhrgebietes. Es versteht sich nicht als klassisches Industriemuseum, sondern als Gedächtnis und Schaufenster der neuen Metropole Ruhr. Das Museum verfügt über umfangreiche Sammlungen zur Geologie, Archäologie, Geschichte und Fotografie, die im Wesentlichen auf den Sammlungen des ehemaligen Ruhrlandmuseums der Stadt Essen beruhen. Sie werden insbesondere mit regionalem Bezug ständig vermehrt und thematisch erweitert. Neben der Dauerausstellung zur Geschichte und Gegenwart des Ruhrgebietes zeigt das Ruhr Museum regelmäßig Sonderausstellungen, auch zu Themen, die sich nicht auf das Ruhrgebiet beziehen. Es verbindet sein umfangreiches Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm mit dem Denkmalpfad Zollverein, der Route der Industriekultur und dem Portal Industriekultur in der Kohlenwäsche.

- Foto: Deutsches Bergbau-Museum Bochum
Bergbaugeschichte
"Glück auf" - mit dem traditionellen Bergmannsgruß werden die Besucher im größten Bergbaumuseum der Welt empfangen. In zahlreichen Abteilungen mit einer einmaligen montanhistorischen Sammlung erfährt der Besucher alles Wissenswerte zur deutschen und europäischen Bergbaugeschichte.
Höhepunkt des Besuchs ist eine "Grubenfahrt" in das zur Besichtigung angelegte Besucherbergwerk etwa 20 m tief unter dem Museum. Zahlreiche Originalmaschinen stehen entlang des ca. 1,5 km langen Rundgangs und geben den Besuchern einen Einblick in die Arbeit unter Tage. Der Besucher erfährt nicht nur etwas über den Steinkohlenabbau, sondern kann sich auch über die Erzgewinnung informieren. Aber nicht nur Technikfreunde, auch Kunstliebhaber kommen auf ihre Kosten und werden die Abteilung "Bergbau und Kunst" nicht versäumen wollen. Bergbau ist reine Männersache? Weit gefehlt - seit 1989 beweist die Ausstellung "Frauen und Bergbau", dass auch Frauen über und unter Tage zugepackt haben und es in manchen Ländern heute noch tun.

- Portal der Maschinenhalle von Zeche Zollern. Foto: LWL-Industriemuseum
Industriemuseen in der Region
In den 1960er Jahren setzte der Strukturwandel auch in der Ruhrregion ein: Immer mehr Industriebetriebe schlossen, Tausende Arbeitsplätze gingen verloren, und viele Relikte der Industriezeit verschwanden. Damit die Geschichte der prägenden Epoche nicht in Vergessenheit gerät, beschloss der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Gebäude, Dinge und Erinnerungen aus der Lebens- und Arbeitswelt der Menschen zu bewahren. So entstand 1979 das erste Museum für Industriekultur in Deutschland. Seine Keimzelle war die Maschinenhalle der Zeche Zollern in Dortmund mit ihrer eindrucksvollen Jugendstilarchitektur. Die Rettung des Vorzeigebaus aus Stahl und Glas 1969 markiert den Beginn der Industriedenkmalpflege in Deutschland und die Geburtsstunde der Industriekultur. Heute gehören acht herausragende Relikte der Industriegeschichte zum Verbundmuseum, davon befinden sich fünf im Ruhrgebiet: Drei Bergwerke: Zeche Zollern - Dortmund. Zeche Hannover - Bochum. Zeche Nachtigall - Witten. Ein Hochofenwerk: Henrichshütte - Hattingen. Ein Schiffshebewerk: Waltrop. Gebäude, Maschinen und Inventar wurden und werden aufwändig restauriert und stehen heute im Mittelpunkt der Museumsaktivitäten des LWL. Einziges Industriemuseum des Landschaftverbandes Rheinland (LWR) befindet sich in Oberhausen.




