Westpol - Ostpol

"Yellow Marker" heißt das Projekt des Lichtkünstlers Mischa Kuball, der das Gebiet des Emscher Parks ideell vernetzt. Hier sind die beiden Fördertürme Rossenray in Kamp-Lintfort und Königsborn in Bönen als westliche und östliche Begrenzungspunkte der Route der Landmarken-Kunst hervorgehoben und bilden zugleich eine virtuelle Klammer der gesamten Emscher-Region. Das gelbe Licht endet im Westen wie auch im Osten auf gleicher Höhe.

"Yellow Marker" auf der Route Industriekultur:

Rossenray in Kamp-Lintfort
Königsborn in Bönen

Von wegen kohlrabenschwarz:
Lichtkunst leuchtet in der Metropole Ruhr

Wenn sich die Dunkelheit über das Ruhrgebiet senkt, leuchtet eine ganz besondere Kunst in der Region. Nicht nur illuminierte Industriekultur gibt es zu entdecken. Überall in der Stadtlandschaft sendet Lichtkunst sanfte Helligkeit in das winterliche Dunkel.

Zentrum für Internationale Lichtkunst. Foto: Werner Hannappel
Zentrum für Internationale Lichtkunst. Foto: Werner Hannappel

Tief unter der Erde erstrahlt die Kunst

In den labyrinthischen Gängen, Kühlräumen und Gärbecken der ehemaligen Lindenbrauerei ist seit 2001 das Museum für Internationale Lichtkunst Unna als das weltweit erste und einzige Museum, das sich ausschließlich der Lichtkunst widmet, eröffnet. Hier findet diese junge Kunstgattung eine faszinierende Präsentationsfläche: Auf 2.400 Quadratmetern haben 12 der international renommiertesten Lichtkünstlerinnen und Lichtkünstler eigens für diese Räume Installationen erarbeitet und dauerhaft eingerichtet: Mario Merz, Joseph Kosuth, James Turrell, Mischa Kuball, Rebecca Horn, Christina Kubisch, Johannes Dinnebier, Keith Sonnier, Jan van Munster, François Morellet, Christian Boltanski und Olafur Eliasson. Und jeder der Werke der zeitgenössischen Kunst generiert eine einmalige Verbindung von zeitgenössischer Kunst und historischem Baukörper.

Museum für Internationale Lichtkunst Unna

Lichtkunstinstallation von Yves Netzhammer an der Sternwarte in Bochum / Foto: RUHR.2010/Ralph Lueger
Lichtkunstinstallation von Yves Netzhammer an der Sternwarte in Bochum / Foto: RUHR.2010/Ralph Lueger

RuhrLights 2012 zeigt flüchtige Monumente

In diesem Jahr stehen Orte, die für die Identität der Menschen, die hier leben, wichtig sind, im Vordergrund des LichtKunstFestivals. Ab September macht es die Aktualität des Monuments und seine aktuellen Ausprägungen in der Kunst zum Thema. Es bezieht sich auf die traditionelle Rolle des Monuments, dessen soziale wie ästhetische Funktion darin bestand, an etwas zu erinnern und Identität zu stiften. Es gibt Licht-Klang-Inszenierungen und Film- und Videoarbeiten von Eija-Liisa Ahtila (FIN), Gregor Schneider (D), Iván Navarro (RCH/USA), Tatsuo Miyajima (J), Danica Dakić (BA/D), Jeppe Hein (DK/D), raumlabor berlin (D),  Jan van Munster (NL) u.a. Zu sehen in acht Städten an der Ruhr: Schwerte, Hagen, Witten, Hattingen, Bochum, Essen, Mülheim und Duisburg.

RuhrLights 2012

Landschaftspark Duisburg-Nord. Foto: RVR
Landschaftspark Duisburg-Nord. Foto: RVR

Lichtlandschaft Stahlwerk

Auch außerhalb von Lichtkunstausstellungen gibt es Lichtkunst anzuschauen.
Zum Beispiel im Landschaftspark Duisburg Nord: Zu den besonderen Attraktionen gehört die 1997 realisierte Lichtinstallation des Londoner Künstlers Jonathan Park, die die Hochöfen und all ihre Strukturen nachts in poly- und monochromes Licht tauchen (am Wochenende und feiertags in grüne, rote und blaue Farben, alle paar Minuten in einer anderen Kombination. Beginn bei Abenddämmerung, Ende um ein Uhr nachts)

Landschaftspark Duisburg-Nord 

Oval-Light von Mischa Kuball. Foto: RVR/Walter
Oval-Light von Mischa Kuball. Foto: RVR/Walter

Noch mehr Licht!

Auf der Kokerei Zollverein in Essen gibt es die spektakulären Illuminationen "Monochromatic red and blue" von Speirs und Major zu sehen. Weithin sichtbar ist eine der letzten Lichtarbeiten von Dan Flavins im Wissenschafts-park Rheinelbe in Gelsenkirchen.  Die Lichtinstallation "Fraktal" von Jürgen LitFischer auf dem Tetrae-der in Bottrop gibt dem wunderbaren Gebilde noch einen besonderen Kick.
Auf dem Standort der ehemaligen Zeche Mont Cenis in Herne wurde 1999 eine große verglaste Halle von einem Oval aus Pyramidenpappeln eingefasst, das der Künstler Mischa Kuball mit einem Stelenoval begleitet: Oval light. Bei Dunkelheit entsteht hier ein sich ausbreitendes Sternenband. In Bergkamen steht seit 2004 im Kreisverkehr Rathaus/ Busbahnhof die Installation "no agreement today, no agreement tomorrow" - eine Medienskulptur mit Diaprojektionen von Andreas M. Kaufmann. Die Skulptur besteht aus einem aufgestelzten, von Lichtbildern durchfluteten Rundpavillon.

Unsere Beispiele von Werken der Lichtkunst stellt nur eine kleine Auswahl dar. Vielleicht haben wir ja Ihr Interesse geweckt und Sie machen sich auf den Weg um das ein oder andere "Lichtkunstwerk" selber zu entdecken. Wir wünschen: Schöne Lichterlebnisse!

Weitere Informationen - Lichtkunst

Internetplattform

Das Revier leuchtet - und hat mit der Internet-Plattform "Licht RUHR.2010" seit dem Kulturhauptstadt-Jahr seine erste "Landkarte", auf der dauerhafte Installationen ebenso vermerkt sind wie zeitlich begrenzte Kunstereignisse und Lichtinszenierungen.

Hellweg ein Lichtweg

Von der Leitinitiative StadtBauKultur des Landes Nordrhein-Westfalen wurde im Jahr 2002 das zentrale Projekt "Hellweg - ein Lichtweg" ins Leben gerufen. 14 Kommunen der Hellweg-Region erfahren seitdem im Rahmen der regionalen Kulturförderung des Landes die nötige Unterstützung bei der Umsetzung von Lichtkunstprojekten.

2. Biennale für Internationale Lichtkunst - Space Light Architecture

Die Biennale widmet sich ab November bis Ende Dezember 2012 dem Thema Licht und Raum. Neben Bildenden Künstlern sind auch Architekten zur Teilnahme eingeladen, darunter Eckhard Schulze-Fielitz, Simon Ungers und das Architekturkollektiv raumlabor_berlin. Die Ausstellungen finden in Dortmund und Unna statt.