Von wegen kohlrabenschwarz:
Lichtkunst leuchtet in der Metropole Ruhr

Wenn sich die Dunkelheit über das Ruhrgebiet senkt, leuchtet eine ganz besondere Kunst in der Region. Nicht nur illuminierte Industriekultur gibt es zu entdecken. Überall in der Stadtlandschaft sendet Lichtkunst sanfte Helligkeit in das herbstliche Dunkel.

Zentrum für Internationale Lichtkunst. Foto: Werner Hannappel
Zentrum für Internationale Lichtkunst. Foto: Werner Hannappel

Tief unter der Erde erstrahlt die Kunst

In den labyrinthischen Gängen, Kühlräumen und Gärbecken der ehemaligen Lindenbrauerei ist seit 2001 das Museum für Internationale Lichtkunst Unna als das weltweit erste und einzige Museum, das sich ausschließlich der Lichtkunst widmet, eröffnet. Hier findet diese junge Kunstgattung eine faszinierende Präsentationsfläche: Auf 2.400 Quadratmetern haben 12 der international renommiertesten Lichtkünstlerinnen und Lichtkünstler eigens für diese Räume Installationen erarbeitet und dauerhaft eingerichtet: Mario Merz, Joseph Kosuth, James Turrell, Mischa Kuball, Rebecca Horn, Christina Kubisch, Johannes Dinnebier, Keith Sonnier, Jan van Munster, François Morellet, Christian Boltanski und Olafur Eliasson. Und jeder der Werke der zeitgenössischen Kunst generiert eine einmalige Verbindung von zeitgenössischer Kunst und historischem Baukörper.
Museum für Internationale Lichtkunst Unna

Der begehbare Hochofen. Foto: RVR/Permann
Landschaftspark Duisburg-Nord. Foto: RVR

Lichtlandschaft Stahlwerk

Auch außerhalb von Lichtkunstausstellungen gibt es Lichtkunst anzuschauen.
Zum Beispiel im Landschaftspark Duisburg Nord: Zu den besonderen Attraktionen gehört die 1997 realisierte Lichtinstallation des Londoner Künstlers Jonathan Park, die die Hochöfen und all ihre Strukturen nachts in poly- und monochromes Licht tauchen (am Wochenende und feiertags in grüne, rote und blaue Farben, alle paar Minuten in einer anderen Kombination. Beginn bei Abenddämmerung, Ende um ein Uhr nachts)
Landschaftspark Duisburg-Nord

Oval-Light von Mischa Kuball. Foto: RVR/Walter
Oval-Light von Mischa Kuball. Foto: RVR/Walter

Noch mehr Licht!

Auf der Kokerei Zollverein in Essen gibt es die spektakulären Illuminationen "Monochromatic red and blue" von Speirs und Major zu sehen. Weithin sichtbar ist eine der letzten Lichtarbeiten von Dan Flavins im Wissenschaftspark Rheinelbe in Gelsenkirchen.  Die Lichtinstallation "Fraktal" von Jürgen LIT Fischer auf dem Tetraeder in Bottrop gibt dem wunderbaren Gebilde noch einen besonderen Kick.
Auf dem Standort der ehemaligen Zeche Mont Cenis in Herne wurde 1999 eine große verglaste Halle von einem Oval aus Pyramidenpappeln eingefasst, das der Künstler Mischa Kuball mit einem Stelenoval begleitet: Oval light. Bei Dunkelheit entsteht hier ein sich ausbreitendes Sternenband. In Bergkamen steht seit 2004 im Kreisverkehr Rathaus/ Busbahnhof die Installation "no agreement today, no agreement tomorrow" - eine Medienskulptur mit Diaprojektionen von Andreas M. Kaufmann. Die Skulptur besteht aus einem aufgestelzten, von Lichtbildern durchfluteten Rundpavillon.

Unsere Beispiele von Werken der Lichtkunst stellt nur eine kleine Auswahl dar. Vielleicht haben wir ja Ihr Interesse geweckt und Sie machen sich auf den Weg um das ein oder andere "Lichtkunstwerk" selber zu entdecken. Wir wünschen: Schöne Lichterlebnisse!

Urban Lights Ruhr

Urban Lights Ruhr verwandelt in diesem Herbst Marl zum Testfeld für Lichtkunst. Acht künstlerische Interventionen erkunden den Stadtraum rund um das Marler Zentrum – Creiler Platz, Skulpturenpark, Marler Stern. Die künstlerischen Arbeiten der international renommierten Künstler Isa Melsheimer, Kristina Buch, Nikolaus Gansterer, Mischa Kuball, Martin Pfeifle, Michael Sailstorfer, Sans Facon und Hannah Weinberger eröffnen neue Perspektiven auf die bestehenden architektonischen und städtebaulichen Strukturen.

12. bis 29. Oktober 2017

Nacht der Lichtkunst 2017

Besucher können in den Abendstunden des 25. Novembers rund 40 Kunstwerke in den Städten Ahlen, Bergkamen, Bönen, Hamm, Lippstadt, Lünen, Schwerte, Soest und Unna bei verschiedenen Lichtreisen erleben. Zu den Höhepunkten gehören Dämmerführungen in den Skyspace von James Turrell oder der Besuch des Lünener Rathauses. Ausgangspunkt der Bewegung „Hellweg – ein Lichtweg“ ist das Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna, dem weltweit einzigen Museum, das sich ausschließlich der Lichtkunst widmet.

Hellweg ein Lichtweg

Von der Leitinitiative StadtBauKultur des Landes Nordrhein-Westfalen wurde im Jahr 2002 das zentrale Projekt "Hellweg - ein Lichtweg" ins Leben gerufen. 14 Kommunen der Hellweg-Region erfahren seitdem im Rahmen der regionalen Kulturförderung des Landes die nötige Unterstützung bei der Umsetzung von Lichtkunstprojekten.

Westpol - Ostpol

"Yellow Marker" heißt das Projekt des Lichtkünstlers Mischa Kuball, der das Gebiet des Emscher Parks ideell vernetzt. Hier sind die beiden Fördertürme Rossenray in Kamp-Lintfort und Königsborn in Bönen als westliche und östliche Begrenzungspunkte der Route der Landmarken-Kunst hervorgehoben und bilden zugleich eine virtuelle Klammer der gesamten Emscher-Region. Das gelbe Licht endet im Westen wie auch im Osten auf gleicher Höhe.

"Yellow Marker" auf der Route Industriekultur:

Rossenray in Kamp-Lintfort
Königsborn in Bönen

Der besondere Tipp:
Lichtkunst im Sauerland

Licht ausstrahlend und Licht einfangend bildet der Lichtturm in Arnsberg eine einzigartige Mischung aus Kunst, Event, kultureller Bildung und innovativer Technik. Dies alles verbunden mit unvergleichlich historischer Substanz ergibt einen besonderen touristischen Anziehungspunkt.