Das Gipfeltreffen der Künste

Auch in dieser Spielzeit verwandeln sich Musiktheater, Schauspiel, Musik, Tanz und Installationen ehemalige Industriehallen in der ganzen Metropole Ruhr wieder in Kulturstätten. Mit 40 Produktionen, Uraufführungen, Deutschlandpremieren und Installationen sowie vielen Konzerten erleben BesucherInnen der Ruhrtriennale aktuelle künstlerische Entwicklungen und Impulse.

Indendant Johan Simons. © Stephan Glagla

Freude schöner Götterfunken

Das Leitmotiv der Ruhrtriennale "seid umschlungen" verbindet alle drei Jahre der Intendanz Johan Simons' als Geste der künstlerischen, gesellschaftlichen und geografischen Umarmung. Über diese Spielzeit hat Simons die drei Begriffe „Freude“, „schöner“, „Götterfunken“ gestellt, aus Schillers Ode „An die Freude“. Und er fragt: Können uns diese Worte heute noch Hoffnung geben? Utopien und Zukunftsvisionen stehen also im Fokus der diesjährigen Ruhrtriennale. Sie soll ein Festival der gemeinsamen Erfahrungen werden. Ein Festival, auf dem über unser Leben und unser Zusammenleben gesprochen, sich gefreut oder sich aufgeregt werden kann.
Mit dieser Spielzeit endet zugleich die dreijährige Festivalintendanz von Johan Simons.

Gebläsehalle, Landschaftspark Duisburg-Nord. Foto: Matthias Baus

Eröffnung 2017 mit Musiktheater

Das Festival eröffnet am 18. August in der Jahrhunderthalle Bochum mit einer Neuinszenierung von Claude Debussys „Pelléas et Mélisande“. In dieser ‚ersten Oper der Moderne’ überführt Debussy reale Erfahrungen der Moderne in rätselhaft anmutende Szenen: die Erfahrung einer existenziellen Einsamkeit, Angst und Verlorenheit. Die musikalische Leitung der Bochumer Symphoniker hat Sylvain Cambreling und Regie führt Krzysztof Warlikowski. Die kanadische Star-Sopranistin Barbara Hannigan verkörpert Mélisande, der ungarisch-rumänische Bariton Gyula Orendt Pelléas.
Die letzte Regiearbeit von Johan Simons als Intendant der Ruhrtriennale feiert am 22. September Premiere:  „Cosmopolis“, nach dem gleichnamigen Roman von Don DeLillo, nimmt das Publikum mit auf eine schicksalhafte Fahrt durch Manhattan mit einem Währungsspekulanten, der nicht nur sein gesamtes Kapital aufs Spiel setzt.
Luk Percevals Auseinandersetzung mit Émile Zolas „Die Rougon-Macquart“ findet mit dem dritten Teil „Hunger“ am 7. September in der Gießhalle des Landschaftspark Duisburg-Nord seinen Abschluss.

The good, the bad and the ugly. Foto: Heike Kandalowski

Besondere Kulturereignisse für spektakuläre Orte

Die Großinstallation „The Good, the Bad and the Ugly“ von Atelier Van Lieshout wird ab dem 18. August den Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum zum letzten Mal in ein verrücktes Kunstdorf verwandeln. Die Jugendlichen der Nachwuchsgruppe "Mit Ohne Alles" werden am Kunstdorf erneut den „Teentalitarismus“ ausrufen und während der Ruhrtriennale diverse Aktionen und Performances veranstalten. 
Am 19. August startet die Installation "Truck Tracks Ruhr – The Compilation" in der Mischanlage der Zeche Zollverein in Essen. Die Produktion von Urbane Künste Ruhr nach einem Konzept von Rimini Protokoll und loekenfranke ist eine audio-visuelle Gesamtkomposition aller sieben Alben des Erfolgsprojekts „Truck Tracks Ruhr“. Alles bei freiem Eintritt!

Choreografin Anne-Teresa de Keersmaeker. Foto: Anne van Aerschot

Tanzproduktionen der Spielzeit 2017

Die erste Tanz-Trilogie der Ruhrtriennale findet ihr paradiesisches Finale bei PACT Zollverein. Der Choreograf Richard Siegal, dessen Arbeiten für die Spielzeiten 2015-2017 auf Dantes „Göttlicher Komödie“ fußten, zeigt mit „El Dorado“ ab dem 25. August zum ersten Mal alle drei Teile der Trilogie an einem Abend.
Anne Teresa De Keersmaeker präsentiert ihre neueste Choreografie „Bach. Cellosuiten (AT)“ am 26. August in der Maschinenhalle der Zeche Zweckel. Begleitet werden die fünf TänzerInnen von Rosas von dem gefeierten Cellisten Jean-Guihen Queyras.
Die Choreografin Meg Stuart wird mit ihrer Tanzkompanie Damaged Goods die Zentralwerkstatt in Dinslaken-Lohberg einnehmen, um alternative, vielleicht utopische Formen der künstlerischen Produktion und Aufführung zu erarbeiten. Das Ergebnis feiert unter dem Titel „Projecting [Space[“ am 31. August Premiere.

Kontakt & Infos

Ruhrtriennale
Kultur Ruhr GmbH
Gerard-Mortier-Platz 1
44793 Bochum
Telefon: +49 (0) 234 / 974833-00

Karten

Tickethotline Ruhrtriennale:
+49(0)221.280210

Das Triennale Center bieten Ihnen persönliche Beratung, Kartenbestellung und Versand (zzgl. 4,50 Euro Gebühr pro Sendung), Hotelvermittlung und weitere touristische Leistungen. 

Ruhrtriennale 2017

Vom 18. August bis 30. September 2017 verwandelt die Ruhrtriennale die Industriehallen der Metropole Ruhr erneut in außergewöhnliche Spielorte für Musiktheater, Schauspiel, Musik, Tanz und Installation. 700 KünstlerInnen aus mehr als 29 Ländern werden Teil des diesjährigen Festivals der Künste sein. Die Ruhrtriennale wartet 2017 mit 40 Produktionen auf, darunter 26 Eigen- und Koproduktionen, 22 Uraufführungen, Neuinszenierungen, Deutschlandpremieren und Installationen. Zum letzten Mal wird das Ruhrgebiet von Dortmund bis Dinslaken umschlungen.

Forum und Dialog

Am 18. August hält die Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin 2009 Herta Müller die Festspielrede zur Eröffnung der Ruhrtriennale. In der Turbinenhalle an der Jahrhunderthalle Bochum wird sie die Kernthemen der Spielzeit zum Anlass nehmen für eine Ansprache exklusiv für das Festival.
Am zweiten Festivalwochenende veranstaltet die Ruhrtriennale gemeinsam mit der innogy Stiftung für Energie & Gesellschaft am 26. August ein Symposium. Publikum und geladene Gäste diskutieren im Refektorium Zukunftsfragen rund um das Thema „The End of Everything is a New Beginning“.  Das ZEIT Forum Kultur setzt sich am 27.8.17 unter dem Titel „Elite am Ende. Die neue Kraft von unten“ gemeinsam mit Bundestagspräsident Norbert Lammert und Politaktivistin Claudine Nierth mit dem Widerstand gegen ein viel gescholtenes „Establishment“ auseinander.

Konzerte

Eine besondere musikalische Kombination verspricht der Programmbeitrag von ChorWerk Ruhr unter der musikalischen Leitung von Florian Helgath: Mit Memoria verbindet ChorWerk Ruhr am 25.8. in der Maschinenhalle der Dortmunder Zeche Zollern Werke von Tomás Luis de Victoria, John Cage und Morton Feldman.

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