Architektur in der Metropole Ruhr –
ein Kessel Buntes

Die Vielfalt der Metropole Ruhr spiegelt sich nicht zuletzt in ihrer Architektur: von Einheitlichkeit keine Spur, verbaute Straßenzüge wechseln mit prächtigen Alleen, hastig wiederaufgebaute Innenstädte hier, avantgardistische Highlights dort, gläserne Bürotürme neben sorgfältig restaurierten ehemaligen Industriegebäuden – so präsentiert sich das Ruhrgebiet seinen Besuchern. 

Die Alte Synagoge in Essen. Foto: Peter Prengel - Stadtbildstelle Essen
Die Alte Synagoge in Essen

Alte Kulturen ...

In der Metropole Ruhr lassen sich architektonische Juwelen aus allen Epochen entdecken. So wurde etwa zwischen 1908 und 1913 die damals größte und "schönste Synagoge Deutschlands" in Essen gebaut. Der expressionistische Bau mit starkem Jugendstileinfluss ist heute nach umfangreichen Instandsetzungen ein Kulturzentrum, dessen Schwerpunkt auf der Vermittlung jüdischer Kultur liegt.

Das Bottroper "Quadrat". Foto: Werner J. Hannappel
Quadrat in Bottrop

... und moderne Kunst

Wesentlich jünger, doch auch der Kultur verpflichtet, ist das lichtdurchflutete Josef Albers Museum in Bottrop. Das "Quadrat" aus den späten 70er-Jahren nimmt bereits in seinem Namen Bezug auf die von Albers bevorzugte Form - und sagt bereits das Wesentliche über die Architektur des Hauses. Mehrere gestaffelte Quadratkörper aus Stahl, Glas und Beton geben nach allen Seiten den Blick in einen wunderschön angelegten Skulpturenpark frei. 

Sub-Architektur: die U-Bahn-Station "Rathaus Süd" in Bochum. Foto: Bogestra
Rathaus Süd

Tief gestapelt ...

Beinahe futuristisch präsentiert sich der Bochumer Untergrund: Die Haltestelle "Rathaus Süd" bietet 14 Meter unter der Erde eine künstlerisch ausgestaltete Station mit einem stützenfreien Raum. Bei 110 Metern Länge erhält dieser über 13 nach außen ragende "Glassplitter" Tageslicht, das wiederum mit blauem Kunstlicht gemischt wird. Ein schräggeführter, gläserner Aufzug weckt Assoziationen zum Bergbau.

Blick in die Halle des Dortmunder U. Foto: Hans Jürgen Landes
Dortmunder U

... und hoch hinaus

Ein gelungenes, entsprechend kostspieliges Beispiel für die Umnutzung eines alten Industriegebäudes ist das Dortmunder U. In den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Brauerei gebaut und 67 Jahre als solche genutzt, wurde es in den vergangenen Jahren mit viel Aufwand in ein Kunst- und Kreativzentrum der Superlative umgebaut. An der Ostseite des Gebäudes wurden die Decken entfernt, so dass eine gebäudehohe Halle entstand, die dem Besucher die Dimensionen des achtgeschossigen Bauwerks vorführt. Heute beherbergt das U neben mehreren Kulturinstitutionen vor allem das ehemalige Museum am Ostwall.

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Literaturtipps

Zur Architektur des Ruhrgebiets sind zahlreiche Führer und Bildbände erschienen. Eine Auswahl:

Architekturführer Ruhrgebiet (Bauten von der Römerzeit bis heute), von Axel Föhl und Lucinda Rennison, Dietrich Reimer Verlag, Berlin, 2010

  • Ruhrgebiet Architektur (Architekturführer Gegenwart und Zukunft), von Bettina Meyer und Roman Skarabis, Verlag Zeichen Raum, Münster, 2011
  • Neue Architektur im Ruhrgebiet, von Detlev Bruckhoff, Archimaps Ruhr, Bochum, 2010