Phase 3a (1985 - 1999): Technologische Diversifizierung

Die Erfahrungen der massiven Arbeitslosigkeit, der Arbeitskämpfe, weltwirtschaftlichen Liberalisierung und Deregulierung machten einen grundlegenden Strategiewechsel der Entwicklungspolitik erforderlich. Damit gerieten zwei Neuerungen, die Diversifikation durch innovative Branchen der Klein- und Mittelbetriebe und eine regional differenzierte, „regionalisierte“ Strukturpolitik in den Blick. Das Land setzte nun auf Zukunftstechnologien des Mittelstands. Wettbewerbsfähigkeit, Umwelt- und Sozialverträglichkeit waren die Leitlinien.

Nach fortdauerndem Abbau von Arbeitsplätzen in der Region durch die Großkonzerne und deren Umbauerfolge außerhalb des Ruhrgebiets richtete sich die regionale Wirtschaftsförderung auf die neuen Motoren des Strukturwandels, auf die Klein- und Mittelunternehmen (KMU). Deren systembedingte Innovationsschwäche im Ruhrgebiet hinderte allerdings die erforderliche Intensität und das Tempo des Strukturwandels hin zu neuen Branchen z.B. der Elektronik, der neuen, wissensbasierten Dienstleistungen, der Medien, der Informations- und Kommunikationstechnik. Das Instrument der Technologiezentren (TZ) - später ergänzt um Gründerzentren (TGZ) - wurde entwickelt um das Wachstum und die strukturelle Vielfalt zu stärken. 1985 entstand das erste TZ in Dortmund, das sich neuen Branchen wie u.a. Logistik, Materialfluss, Robotik, Umwelt- und Werkstofftechnologie widmete. Es entfaltete eine so überzeugende Entwicklungsdynamik (um 2010 knapp 300 Unternehmen mit 8.500 Arbeitsplätzen), dass es in der ganzen Region und darüber hinaus vielfach kopiert wurde.

Technologie- und Gründerzentren im Ruhrgebiet<br>Quelle: http://www.ruhrgebiet-regionalkunde.de/erneuerung_der_infrastruktur/wirtschaftsfoerderung/tgzphp?=3,2 (Aufruf: 14.09.2012 und eigene Recherche)
Technologie- und Gründerzentren im Ruhrgebiet

Entscheidend für den Erfolg der TGZ waren und sind bestimmte Standortvoraussetzungen der Innovationnetzwerke (Hochschulen, Forschungsinstitute, Förderung von „Start-Ups“, Einrichtungen des Technologietransfers, kreative Unternehmerschaft). Die spätere, regionsweite Ausbreitung von so genannten Technologiezentren oder -parks konnte diesen Ansprüchen oft nicht genügen. Es handelt sich hier eher um Gewerbeparks, die nicht selten überdimensioniert erscheinen.