Erneuerung der Wirtschaft

Das Thema widmet sich dem regionalwirtschaftlichen Umbau von der Industrie- zur Dienstleistungs-/Wissensgesellschaft und seinen Hauptakteuren, den ehemaligen Montankonzernen, der mittelständischen Wirtschaft und den Unternehmensgründern. Dabei spielen die Umbauprozesse auf dem Arbeitsmarkt (u.a. in Folge des demografischen Wandels sowie der Wissensgesellschaft) und die strukturpolitischen Initiativen wie z.B. die der „Leitmärkte“ eine wesentliche Rolle. Hier soll nur kurz auf die wirtschaftsstrukturelle Strategie der Leitmärkte  eingegangen werden. Die wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH (wmr) bietet weitere, ausführliche und aktuelle Informationen: siehe www.wirtschaftsatlasruhr.de/wissenswertes

Die außenbürtigen Faktoren des Wandlungsdrucks, die neue basistechnologische Generation der Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK) und die Globalisierung (u.a. globaler Wettbewerb der Regionen), werden durch innenbürtige Faktoren verschärft: zum einen durch die Pfadabhängigkeit von den Folgen der Rückzugsphase der Montanindustrie. (Die Strukturpolitik hat mit einer „verspäteten Region“ zu kämpfen) zum anderen durch den demografischen Wandel und seine Folgen für den regionalen Absatz- und Arbeitsmarkt, schließlich durch die leeren öffentlichen Kassen.

Obwohl Boden-, Bildungs- und Innovationssperre aufgehoben sind, (nicht aber die zwischenstädtische Kooperationsblockade), stellt die Erneuerung der Wirtschaft nach wie vor eine zentrale, gleichwohl prekäre Herausforderung dar. Der verspätete und zeitlich verdichtete Wandel von der Montanindustrie zur Wissensgesellschaft wird durch ein zu geringes Potenzial an (hoch-)qualifizierten Wissensarbeitern und Unternehmensgründungen der neuen Technologien bzw. quartärwirtschaftlichen Dienstleistungen gebremst. Attraktive Arbeitsplätze der Finanz-, Medien-, Kunst- und Kulturwirtschaft, der Pharma- und IuK-Branchen sind mit wenigen Ausnahmen andernorts zu finden.

Nachdem die Montankonzerne ihre Erneuerung erfolgreich, aber oft außerhalb der Region betrieben hatten und im Zuge der Modernisierung Werksschließungen und Arbeitsplatzabbau die Regel waren, erbrachten Universitäten und Forschungsstätten im Verein mit Klein- und Mittelbetrieben seit Ende der 1980er Jahre wichtige Entwicklungsimpulse. Die Entfaltung des Technologiezentrums Dortmund mit angegliedertem Technologiepark mag als Beispiel dienen. 1985 gegründet, zeichnete es sich 2013 durch knapp 300 Betriebe und etwa 8.500 Mitarbeiter aus. (s.o. Phase 3a). Als wichtig erwies sich dabei die enge Vernetzung zwischen Hochschule (hier TU Dortmund) und Forschungsstätten.

Von der landwirtschaftlichen Nutzung ...<br>Quelle: RVR-Luftbildsammlung 1964
Von der landwirtschaftlichen Nutzung ...
... über die Errichtung der Universität Dortmund (1980) ...<br>Quelle: RVR-Luftbildsammlung 1980
... über die Errichtung der Universität Dortmund (180) ...
... bis zum Ausbau des Technologiezentrums (Bildmitte) und -parks (2009)<br>Quelle: RVR-Luftbildsammlung 2009
... bis zum Ausbau des Technologiezentrums (Bildmitte) und -parks (2009)

Jedoch koppelt sich die Beschäftigungssituation in der Metropole Ruhr weiterhin von der Entwicklung des übrigen Landes NRW ab.

Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Ruhrgebiet und NRW (1980-2011)<br>Quelle: RVR-Datenbank
Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Ruhrgebiet und NRW (1980-2011)