Logo der "metropoleruhr"<br>Quelle: RVR
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Die Entwicklung „Vom Ruhrgebiet zur Metropole Ruhr“

Das Neudenken des Ruhrgebietes als „Metropole Ruhr“ hat verschiedene Wurzeln.
Zunächst ging es darum, das zählebige Negativimage des Ruhrgebiets loszuwerden. Neue Konzepte wie „Ruhrstadt“ oder „Rhein-Ruhr-Region“ konnten sich nicht durchsetzen. Zudem wurde deutlich, dass die Entwicklungsimpulse der „Wissensgesellschaft“ sich in den großen, globalen Innovationszentren, den Metropolen, konzentrieren und für Wachstum sorgten. Diese genossen daher seitens der Bundespolitik förderpolitischen Vorrang. Dementsprechend wurde anstelle des „Ruhrgebiets“ (mit „alter Montanregion“, Negativimage und Niedergang konnotiert) der Begriff „Metropole Ruhr“ favorisiert. Er genießt seither vergleichsweise hohe Akzeptanz. Es bleibt aber abzuwarten, ob und wie die nominale in faktische Metropolitanität umgesetzt werden kann.

Vier Funktionsbereiche zeichnen eine Metropole aus: (1) Die Innovations- und (globale) Wettbewerbsfähigkeit, für die die ansässigen Unternehmen, Forschungs-/Wissenschaftseinrichtungen, Technologietransfer sowie eine (hoch-) qualifizierte Wissensarbeiterschaft verantwortlich sind. (2) Die so genannte Gateway-Funktion steht für die internationale Offenheit und Erreichbarkeit (z.B. international bedeutsame Flughäfen, Messe und Kongresswesen). (3) Die Entscheidungs- und Steuerungsfunktionen (Regierungssitze, politische Spitzenfunktionen, Hauptsitze von Unternehmen). (4) Die Symbolfunktion (internationales Ansehen, positives Selbstbild der Region, kulturelle Aktivitäten und Stadtqualitäten von internationaler Bedeutung).

Eine derartige „Metropolitanität“ ist im Ruhrgebiet im Vergleich zu anderen globalen bzw. europäischen Metropolen nur schwach und am ehesten im benachbarten Rheinland (Düsseldorf, Köln) ausgeprägt. Daraus leiteten sich verschiedene Modellversuche ab, die „Mindermetropole“ Ruhr zu stärken: Zum einen wurde auf eine Metropole Rhein-Ruhr gesetzt, die mit gut elf Mio. Einwohnern nach Größe und funktionaler Ausstattung international konkurrenzfähig erscheint. Jedoch ist deren Realisierung auf Grund erheblicher Differenzen und wechselseitiger Kooperationswiderstände nicht aussichtsreich.

Zum anderen arbeiten zwei Organisationen an Zukunftsvorstellungen der Region: der RVR und der Initiativkreis Ruhr/IR. Beide favorisieren die stärkere Vernetzung der Städte und Kreise im Ruhrgebiet zur Metropole Ruhr. Um die interkommunale Kooperation zu stärken, haben RVR und IR gemeinsame Projekte initiiert wie den Wissensgipfel Ruhr, die Verkehrskonferenz Ruhr und die klimametropole ruhr 2022.