Uuuund Action – Filmkult im Ruhrgebiet

Sicherlich wird die Metropole Ruhr niemals zur Traumfabrik à  la Hollywood, aber die Region kann doch stolz auf eine Reihe von Filmen zurückblicken, die sogar Kultstatus erreicht haben – made in Rullywood!

Stars und Sternchen

Was haben Peter Kraus, Hardy Krüger, Romy Schneider, Michel Piccoli, Helmut Berger, Charlotte Rampling, Gudrun Landgrebe, Marius Müller-Westernhagen, Jean-Paul Belmondo, Til Schweiger, Jürgen Vogel, Mario Adorf, Iris Berben, Diether Krebs, Ben Becker, Moritz Bleibtreu und viele andere Top-Schauspieler gemeinsam? Sie alle haben – zu ihrer Zeit – in der Metropole Ruhr gedreht.

Foto: G+J Entertainment Media
Die Abfahrer

Helden wider Willen

Ende der 70er-Jahre ging es so richtig los mit den Ruhrgebiets-Kultfilmen. "Die Abfahrer" ('78) von Adolf Winkelmann um Atze, Lutz und Sulli, die vor lauter Langeweile einen Möbelwagen klauen und damit auf große Fahrt gehen; dicht gefolgt vom Klassiker schlechthin: Peter F. Bringmanns Roadmovie "Theo gegen den Rest der Welt" ('80), der in Herne startet und in Italien endet. Und schließlich: "Jede Menge Kohle" von Adolf Winkelmann ('81), die Geschichte des Bergmanns Katlewski auf der Suche nach einem neuen Leben.

So verschieden diese drei Filme inszeniert sind, gemeinsam ist ihnen doch, dass ihre "Helden" eigentlich keine sind. Eher gegen ihren Willen geraten die Herren in turbulente Abenteuer, die nicht selten in einer überstürzten Flucht enden. Sie sind keine glamourösen Gentlemen, keine raubeinigen Retter, keine genialen Gauner, nein, sie sind grantelnde Großkotze, trantütige Taugenichtse, wimmernde Weicheier, und doch – oder gerade deswegen – so grundsympathische Vertreter ihrer Heimat.

Kleine Haie. Foto: G+J Entertainment Media
Kleine Haie

Gute Unterhaltung

Viele Filme folgen in den 80er- und 90er-Jahren, darunter "Kleine Haie" ('92) mit Jürgen Vogel und "Bierchen" Armin Rohde, "Der große Bellheim" ('93), beste Fernsehunterhaltung mit Mario Adorf, "Was nicht passt, wird passend gemacht" ('97) mit einem großartigen Diether Krebs, und schließlich "Bang Boom Bang" ('99), der bis heute regelmäßig im Bochumer UCI-Kino läuft und bei seiner treuen Fangemeinde einen ähnlichen Kultstatus genießt wie Tarantinos "Pulp Fiction".


Szene aus "Solino" mit Moritz Bleibtreu. Foto: G+J Entertainment Media

Filmschauplatz Ruhrgebiet

Auch im neuen Jahrtausend wurden Filmhighlights in der Metropole Ruhr gedreht. Regisseur Fatih Akin fand in Duisburg die geeignete Kulisse für "Solino" ('02), die Geschichte rund um eine sizilianische Gastarbeiterfamilie mit Moritz Bleibtreu in der Hauptrolle. Mitten im Herzen des Reviers, mitten im Bergmanns-Milieu spielt auch Sönke Wortmanns "Das Wunder von Bern" ('03). Der Film spiegelt die Fußball-Begeisterung einer ganzen Region im Schicksal der Familie Lubanski (Peter Lohmeyer und Filius Louis Klamroth spielen Vater und Sohn). Kleine Leute, deren Leben durch die Weltmeisterschaft von 1954 und die Essener Fußball-Legende Helmut Rahn entscheidend beeinflusst wird. Internationale Filmprominenz wiederum zog es für "Palermo Shooting" ('08) mit Dennis Hopper in die Metropole Ruhr. Und der Oscar nominierte Tanzfilm "Pina" von Wim Wenders über das Leben von Tanzpionierin Pina Bausch schließlich wählt in Teilen die Welterbe-Zeche Zollverein als beeindruckende Kulisse.

Film & Foto

Weitere Informationen rund um Filmfestivals und Lichtspielhäuser in der Metropole Ruhr finden Sie hier:

Dreharbeiten in der Metropole Ruhr

Die Filmstiftung NRW informiert über alle Dreharbeiten in Nordrhein-Westfalen und natürlich auch in der Metropole Ruhr.

Filmstiftung NRW