Ruhr-Juwelen

Welche bemerkenswerten oder interessanten Besonderheiten aus Wirtschaft, Kultur,
und Freizeit gibt es in der Metropole Ruhr - und sonst nirgendwo? Die Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH hat auf ihrer Internetseite eine Auswahl zusammen gestellt.

Fördertürme 2.0

Die kostenlose Web-App "Auf Zeche" macht eine Bestandsaufnahme: Insgesamt 118 "Befahrungs- einrichtungen" mit Foto, Steckbrief, GPS-Daten sowie Links zu Google Maps und Wikipedia listet dieses Programm für iPhones oder den Browser anderer Smartphones auf.

Glück auf – Mythos und Realität

„Glück auf, der Steiger kommt“ – Das Steigerlied samt dem Gruß „Glück auf“ stammen aus den frühen Bergbautagen des Ruhrgebiets. Hartnäckig hält sich diese Fehlinformation bei Einheimischen wie bei Touristen. Denn Pustekuchen! Wie so oft hält auch hier das Klischee der Realität nicht stand.

Grubenlampen
Grubenlampen. Foto: RVR/

Es ist ein altes Bergmannslied, so viel ist richtig, jedoch stammt es nachgewiesenermaßen aus dem Erzgebirge, wo es bereits anno 1700 Eingang in ein Bergliederbuch fand. Teile einzelner Strophen sollen sogar schon im 16. Jahrhundert geschrieben worden sein. Kein Wunder also, dass verschiedene Versionen überliefert worden sind.

Was hat es mit dem Lied auf sich? Zur Zeit seiner Entstehung war jeder, der ins Bergwerk „stieg“, ein Steiger, gemeint sind damit also alle Bergleute. Im 19. Jahrhundert bezeichnete man mit Steiger eine Art Schichtführer. Heutzutage handelt es sich bei dem Berufsbild des Steigers (Elektro-, Maschinen-, Wetter-, Sicherheits-, Vermessungssteiger) um eine hochqualifizierte Tätigkeit, verbunden mit Aufsichts- und Führungsaufgaben. Voraussetzung ist der Besuch einer Techniker- oder Fachhochschule oder ein Studium an einer technischen Hochschule. Im gesamten Ruhrgebiet arbeiten aktuell noch rund 20 000 Menschen unter Tage, bis Ende 2018 dann endgültig „Schicht im Schacht“ ist.

Zeche Zollern in Dortmund
Zeche Zollern in Dortmund. Foto: RVR

Es gibt zwei verschiedene Erklärungen, wie der Ausspruch „Glück auf“ entstanden sein könnte. Damit sei der Wunsch verbunden, der Berg möge sich auftun und möglichst viel von seinen Schätzen Kohle / Erz preisgeben, ist die eine. Verbreiteter ist die Ansicht, es handele sich um die verkürzte Form etwa von: „Viel Glück, dass du heil wieder herauf kommst.“ Denn die Arbeit im Bergwerk war früher noch viel mehr als heute ein großes Risiko. Die Arbeitsbedingungen waren miserabel, tödliche Unfälle an der Tagesordnung.

Ursprünglich ein reiner Bergmannsgruß, hat er mittlerweile Eingang in den Alltag gefunden. Traditionell in Verbindung mit gekreuzten „Schlägel und Eisen“ findet man das „Glück auf“ auf Vereinsfahnen gestickt oder beispielsweise auf ausgemusterten Loren, die mit Blumen bepflanzt Ruhrgebiets-Vorgärten zieren. Es gibt fast in jeder Stadt eine Glückauf-Apotheke, außerdem eine Biersorte, ein Verlag, ein Autohaus und ein Hotel, die den Gruß im Namen führen.

Spielende Kapelle
Bergmannskapelle. Foto: RVR/Wieler

Vom Fußballfan über den Studenten bis zum Politiker – wer seine Heimatverbundenheit zum Ausdruck bringen will, grüßt mit „Glück auf“. Das ehemalige Bergmannslied hat mittlerweile für viele Menschen in der Metropole Ruhr Hymencharakter. So wird es regelmäßig bei den Heimspielen des FC Schalke 04 im Stadion gespielt. Kaum ein Volksfest oder eine Bergparade finden statt, auf denen es nicht intoniert wird. Und Herbert Grönemeyer gibt es gerne mit Inbrunst zum Besten, wenn er im Ruhrgebiet auftritt.

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Steigerlied

Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt.
l: Und er hat sein helles Licht bei der Nacht :l
l: schon angezünd't :l

 

Schon angezünd't! Das gibt einen Schein,
l: und damit so fahren wir bei der Nacht :l
l: ins Bergwerk ein :l

 

Ins Bergwerk ein, wo die Bergleut' sein,
l: die da graben das Silber und das Gold bei der Nacht :l
l: aus Felsenstein :l

Aus Felsenstein, hau'n wir das Gold
l: doch dem schwarzbraunen Mägdelein, bei der Nacht :l
l: dem sein wir hold :l

 

Ade, nun ade! Lieb' Schätzelein!
l: Und da drunten in dem tiefen finst'ren Schacht, bei der Nacht :l
l: da denk' ich dein :l

 

Und kehr ich heim, zum Schätzelein,
l: dann erschallet des Bergmanns Gruß bei der Nacht :l
l: Glück auf, Glück auf :l

Die Bergmann's Leut sein' kreuzbrave Leut,
l: denn sie tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht :l
l: und saufen Schnaps :l