Fußball im Revier: Kurioses vom Bolzplatz

Was hat das Ruhrgebiet mit London, Mailand und Barcelona gemeinsam? Sie sind die Metropolen mit den weltweit höchsten Aktiven- und Zuschauerzahlen im Fußball! Während der Saison pilgern allwöchentlich hunderttausende Fans in die Stadien, von denen vor dem Fernseher ganz zu schweigen.

Das Borussen Team
Südtribüne im Signal Iduna Park Dortmund. Foto: Oberhäuser

Import aus England

Fußball und Ruhrgebiet – das gehört heute zusammen wie Pommes und Currywurst. Doch das war nicht immer so. Anfangs hatte es der aus England "importierte" Sport schwer im Revier, denn hier wurde in erster Linie geturnt. Auch hat der Fußball – entgegen dem Klischee – seine Wurzeln nicht im Arbeitermilieu, sondern wurde zuerst an Gymnasien gespielt. 1892 gründete sich der erste reine Fußballclub des Ruhrgebiets. Nicht in Dortmund, nicht in Gelsenkirchen, nein, in Witten.

Fairplay mit Tradition

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hielt der Fußball Einzug in die Straßen des Reviers. "Pöhlen" konnte man fast überall, es kostete nichts, und ein paar Gleichgesinnte traf man immer. Erst zur Zeit der Weimarer Republik war es vielen Arbeitern möglich, einem "echten" Fußballverein beizutreten. Die Tradition der Hobby-, Straßen- und Thekenmannschaften hält sich bis heute auf den Bolzplätzen der Region.

Viele Mannschaften sind in den vergangenen 100 Jahren im Ruhrgebiet entstanden, einige waren genauso schnell wieder verschwunden, wie sie gegründet wurden, andere, wie z. B. Wattenscheid 09, Rot-Weiß Essen oder Oberhausen hatten eine kurze oder längere Blütezeit. Wer sich für hier Fußball interessiert, entscheidet sich meist als Kind für den Verein, dem schon Vater und Großvater anhingen, und bleibt im treu – ein Leben lang. 

Die Mannschaft von Schalke 04
Schalker Fans. Foto: RVR/Oberhäuser

Wichtig ist auf'm Platz

Der Verein ist für viele Menschen im Ruhrgebiet Dreh- und Angelpunkt des sozialen Lebens. Auch zum Stadion entwickelt sich im Laufe eines Fan-Lebens eine enge Beziehung. Was für die Gelsenkirchener die Glückauf-Kampfbahn war, war für die Dortmunder die Kampfbahn Rote Erde, beide in den 20er Jahren erbaut. In den 70ern wurden sie durch das Parkstadion bzw. das Westfalenstadion ersetzt. Heute sind die neue Veltins-Arena in Schalke und der mehrfach ausgebaute Signal Iduna Park die größten Stadien weit und breit und mit über 40 000 verkauften Dauerkarten pro Saison in ganz Deutschland konkurrenzlos.

Nach oben

Traditionsreiche Fußballvereine im Ruhrgebiet

MSV Duisburg
www.msv-duisburg.de

Rot-Weiß Oberhausen
www.rwo-online.de

FC Schalke 04
www.schalke04.de

Rot-Weiß Essen
www.rot-weiss-essen.de

VfL Bochum
www.vfl-bochum.de

Borussia Dortmund
www.bvb.de

Weitere Informationen

Themen und Termine zum Sport in der Metropole Ruhr gibt's auf der Internetseite