Ruhrbergbau ist ab 2018 Geschichte

Das Ruhrgebiet gründet auf der Kohle: Der heimische Energieträger hat die Region zur Millionenmetropole gemacht und Generationen von Bergleuten Arbeit gegeben. Bis zu 600.000 Menschen arbeiteten in seinen Hochzeiten in der Zechen der Metropole Ruhr. Doch 2018 ist endgültig Schluss mit dem Bergbau und eine Ära geht zu Ende.

Zeche Fürst Leopold, Wulfen. Foto: Guntram Walter.
Zeche Fürst Leopold. Foto: RIK/Guntram Walter

Bedeutung früher und heute

In Deutschland wurden 2013 insgesamt 7,6 Millionen Tonnen Steinkohle gefördert. Zum Vergleich: Noch 2007 war es fast die dreifache Menge, und 1960 holten die Bergleute in damals noch 146 Zechen 142,3 Millionen Tonnen Kohle aus der Erde. Die Steinkohle wird überwiegend in Kraftwerken verfeuert, um Strom zu erzeugen. Bundesweit waren Ende 2014 noch 12.104 Menschen im Steinkohlenbergbau beschäftigt, die meisten davon im Ruhrgebiet und immer noch fast jeder zweite unter Tage.

Subventionen laufen aus

Hohe Sicherheitsstandards und die extrem tiefe Lage der Ruhrkohle (bis zu 1.000 Meter unter Tage und mehr) machen den Abbau deutlich teurer als in anderen Erdteilen. Bund und Land fördern ihn mit Milliardenbeträgen. Der Steinkohlenbergbau ist noch vor der Landwirtschaft der größte Empfänger staatlicher Finanzhilfen. 2018 laufen diese Subventionen aus und damit ist auch definitiv Schluss für den Steinkohlenbergbau in Deutschland. Das bedeutet auch das Aus für die letzte noch aktive Zeche Prosper Haniel in Bottrop.

Schwarzer Diamant am BergbauMuseum. Foto: Presse- und Informationsamt der Stadt Bochum
Deutsches Bergbaumuseum. Foto: Stadt Bochum - Presse- und Informationsamt

Glückauf Zukunft!

Um den Steinkohlebergbau würdig zu verabschieden und Signale für den Aufbruch zu geben, wurde die Initiative "Glückauf Zukunft!" von RAG-Stiftung, RAG und Evonik mit Unterstützung der Gewerkschaft IG BCE gestartet. Bis einschließlich 2018 sollen zahlreiche Projekte angestoßen werden, für die die RAG-Stiftung insgesamt rund 30 Millionen Euro zur Verfügung stellt. 

Die mit Abstand größte Summe fließt in den Umbau des Deutschen Bergbau-Museums Bochum. Mit 15 Millionen Euro finanziert die Stiftung den Umbau des Gebäudes und der Dauerausstellung für den Bereich Steinkohle. Bei der Auswahl der Projekte aus den Bereichen Kunst, Kultur, Bildung und Sport berät ein Beirat den Steuerungskreis von "Glückauf Zukunft!".

www.glueckauf-zukunft.de

Bewältigung der Ewigkeitsaufgaben

Um ab 2019 die sogenannten Ewigkeitsaufgaben des deutschen Steinkohlenbergbaus an Ruhr und Saar zu finanzieren, wurde 2007 die privatrechtliche RAG-Stiftung gegründet. Die benötigten Mittel erwirtschaftet die Stiftung in erheblichem Umfang über Beteiligungs- und Kapitalerträge. 

Lebendige Eindrücke

Da es besonderer Sicherheitsmaßnahmen bedarf, sind Grubenfahrten für Besucher heute nahezu unmöglich. Wer dennoch einen Eindruck von der Welt unter Tage gewinnen möchte, bekommt in verschiedenen Museen, ehemaligen Zechensiedlungen und auf spannenden Wanderrouten Einblicke.

Bergbaumuseen und Bergbau-Orte online finden:

Mehr Infos zum Bergbau

Die Statistikseiten der Kohlenwirtschaft, der Gesamtverband der Deutschen Steinkohle e.V. und die RAG Aktiengesellschaft bieten auf ihren Webseiten detaillierte Informationen zu der wirtschaftlichen Entwicklung der Branche.

Bergbaurundwanderweg Muttental

Sehr beliebt ist dieser Rundweg durchs Muttental bei Witten, die "Wiege des Ruhrbergbaus": Auf sechs Kilometern wandert man zu Relikten der Bergbaugeschichte.

Stadtmarketing Witten

Mit der RAG unter Tage

Wenn schon nicht "in echt", so kann man auf der Internetseite der RAG doch virtuell einfahren und sich vor Ort über den Kohleabbau informieren.

Route Industriekultur

Die Route der Industriekultur bündelt etliche Bergbau-Schauplätze: Zechensiedlungen, Kokereien oder die in den Besitz des Regionalverbandes Ruhr übergegangenen und begrünten stillgelegten Halden.

metropoleruhr.de #Land & Leute #Daten & Fakten #Bergbau Ende 2018