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Regionalverband Ruhr und Bezirksregierung Arnsberg wollen Zusammenarbeit jenseits der Verwaltungsgrenzen intensivieren
Spitzengespräch und Wiedersehen beim Regionalverband Ruhr (RVR) in Essen: Erstmals haben sich gestern (21. November) der Verwaltungsvorstand des Regionalverbandes Ruhr (RVR) und die Abteilungsleiterrunde der Bezirksregierung Arnsberg unter der Leitung von Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel sowie Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann zu einer gemeinsamen Sitzung getroffen. Bei dem Spitzengespräch gab es das erste Wiedersehen zwischen der neuen Regionaldirektorin und dem Arnsberger Regierungspräsidenten. Vor ihrem Dienstantritt am 1. August 2011 in Essen war Karola Geiß-Netthöfel zuletzt Regierungsvizepräsidentin in Arnsberg.
Bei dem Treffen in Essen betonten beide Seiten, dass sie eine kontinuierliche und enge Zusammenarbeit anstreben. Die Voraussetzungen sind hervorragend. „Da ich nun beide Häuser kenne, möchte ich die Schnittstellen zwischen dem Regionalverband und der Bezirksregierung reibungsloser gestalten“, sagte Karola Geiß-Netthöfel nach dem Treffen. Sie wünscht sich eine enge Kooperation zwischen der Metropole Ruhr einerseits und Südwestfalen andererseits. „Gemeinsam können wir in den beiden Regionen in verschiedenen Handlungsfeldern, wie zum Beispiel Umwelt, Klima oder Wirtschaftsförderung, ein Stück Zukunft auch für das Land Nordrhein-Westfalen gestalten.“
Genauso sieht es Dr. Gerd Bollermann, der im Sauerland geborene und in Dortmund lebende Regierungspräsident: „Zahlreiche Probleme machen nicht an Verwaltungsgrenzen halt und können daher nur mit gemeinsamen Strategien gelöst werden. Der Regierungsbezirk Arnsberg kann hier mit seinen ländlich strukturierten Räumen in Südwestfalen und seiner Ausdehnung ins östliche Ruhrgebiet eine wichtige Scharnierfunktion wahrnehmen.“
Ein Beispiel sei der demografische Wandel. Er trifft sowohl die Metropole Ruhr als auch Südwestfalen – wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. Bevölkerungsverluste der Altersgruppe der 18- 25 jährigen trifft besonders der ländliche Raum, während im Ballungsraum die Gruppe der 30- 50 jährigen rückläufig ist. Hier müssen neue Formen der Vernetzung entwickelt werden, um diesen Wanderungsverlusten entgegen zu treten. Qualifizierte junge Menschen müssen im „Wettbewerb um die besten Köpfe“ in den Regionen gehalten werden, bzw. motiviert werden, dort ihren beruflichen und privaten Lebensmittelpunkt zu erhalten.
Ein Grundbaustein für diese Strategie ist eine intensive Zusammenarbeit unter den Fachhochschulen und Hochschulen in Südwestfalen und im Ruhrgebiet sowie zwischen den Unternehmen, Fachhochschulen und Hochschulen. Die in den Unternehmen und Hochschulen immer wieder neu entstehenden exzellenten Ideen, Projekte und Innovationen können in ihrer Wirkung vervielfacht werden, wenn die bei einer intensivierten Zusammenarbeit entstehenden Synergieeffekte genutzt werden, sind sich Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel und Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann einig.
Weiteres Thema bei dem Treffen der Verwaltungsspitzen war eine mögliche Potenzialstudie Regenerative Energien für die Metropole Ruhr nach dem Vorbild einer bereits vorliegenden Studie für das Gebiet der Bezirksregierung Arnsberg. Die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien ist ein weiteres Beispiel, bei dem eine innovative Entwicklung sowohl im Ruhrgebiet als auch in Südwestfalen in Gang gesetzt werden kann. In der Metropole Ruhr bietet sich die verstärkte Nutzung von Altbergbauflächen und Halden an, während in Südwestfalen die Flüsse und Seen noch nicht erschlossene Potentiale für regenerative Energien bieten.
Zur Sprache kam auch die Regelung zur Kulturhauptstadt-Nachfolge und der Erfahrungsaustausch bei der Neuaufstellung eines einheitlichen Regionalplanes für die Metropole Ruhr.
Karola Geiß-Netthöfel kündigte an, dass sie zeitnah auch die Verwaltungsspitzen der Bezirksregierungen Düsseldorf und Münster nach Essen einladen wird.




