Arbeitsmarkt im Ruhrgebiet September 2009
Im September 2009 hat die Wirtschaftskrise den Arbeitsmarkt noch nicht erreicht.
Einen großen Anteil daran hat die Kurzarbeit. Daneben wirken arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wie Projekte zur beruflichen Wiedereingliederung sowie die Vorruhestandsregelung einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen entgegen. So findet trotz Wirtschaftkrise in allen Arbeitsagenturen des Ruhrgebietes eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Herbstbelebung statt. Im Ruhrgebietsdurchschnitt sinken die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vormonat insgesamt um 2,4 %. In Hamm fällt der Rückgang mit -4,3 % am höchsten aus, in Gelsenkirchen dagegen mit -0,7 % am niedrigsten.
Im September 2009 wurden in den Arbeitsagenturen (Rechtskreis SGBIII) und in den Jobcentern (SGBII) in der Metropole Ruhr insgesamt 286.775 Arbeitslose gezählt. Im Vergleich zum Vorjahr verläuft die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Ruhrgebiet mit einem Anstieg von 5,3 % im Vorjahresvergleich deutlich niedriger als im übrigen NRW mit 11,9 %. Die Zahl der arbeitslosen Frauen liegt im Ruhrgebiet erfreulicherweise um -1,6 % unter dem Vorjahresniveau, im übrigen NRW liegt sie dagegen um 2 % darüber.
Im Vergleich zum Vorjahr schneidet das Ruhrgebiet bei der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen nach persönlichen Kriterien wie Geschlecht, Nationalität und Alter im Vorjahresvergleich teilweise sogar erheblich besser ab als das übrige NRW. Dennoch liegt die Arbeitslosenquote im Ruhrgebiet auf einem deutlich höheren Niveau als in der Vergleichsregion. Die Arbeitslosenquote insgesamt liegt im Ruhrgebiet mit 12,5 % um 3,7 %Punkte über der im übrigen NRW. Der Abstand des Ruhrgebiets zu den übrigen Landesteilen verringert sich im Vorjahrjahresvergleich um 0,2 %-Punkte.
Die Quote der ausländischen Arbeitslosen weicht mit 28,6 % in der Metropolregion am deutlichsten von der im übrigen Landesdurchschnitt mit 20,6 % ab. Innerhalb der Metropolregion liegt die Arbeitslosenquote bei den Migranten in Essen und Gelsenkirchen mit jeweils 32,9 % am höchsten, im Kreis Wesel mit 20,6 % am niedrigsten.
Innerhalb des Ruhrgebietes hat die Stadt Mülheim mit 4,1 % die mit Abstand niedrigste Quote bei den unter 25-jährigen Arbeitslosen, die höchste weist Gelsenkirchen mit 17,6 % aus. Im Ruhrgebietsdurchschnitt liegt die Jugendarbeitslosenquote mit 11,3 % erheblich über dem übrigen Landesdurchschnitt mit 7,9 %.
Erläuterungen:
Kurzarbeit) Die Bundesregierung hat Beschäftigten, deren Ansprüche bis zum 31.12.2009 entstanden sind die Bezugsdauer von zunächst 18 Monate und dann im Mai 2009 durch das Programm „Kurzarbeit plus" auf maximal 24 Monate erhöht.
Herbstbelebung) Beginn des Ausbildungsjahres, Wechsel zu weiterführenden Schulen, Neueinstellung nach Hauptferienzeit
Arbeitslose im Rechtskreis SGBIII) Empfänger der Versicherungsleistungen Arbeitslosengeld I, Träger sind die Agenturbezirke.
Arbeitslose im Rechtskreis SGBII) arbeitslose, erwerbsfähige Hilfebedürftige (HartzIV Empfänger), Träger sind die JobcenterARGEN.
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45128 Essen




