Tipps für richtiges Verhalten im Wald

Falsches Ver­hal­ten im Wald verursacht Beeinträchtigungen der Natur und Ärger mit an­de­ren Wald­be­su­chern und Wald­be­woh­nern. Wenn ei­ni­ge Hin­wei­se beachtet werden, las­sen sich viele Kon­flik­te ver­mei­den. RVR Ruhr Grün hat allgemeine Infos und Tipps zusammen gestellt, die den Aufenthalt im Wald und in Naturschutzgebieten zum Nutzen für alle erleichtern.

Inhalt:

Foto: Die Bergsenkung am Schwarzbach, RVR Ruhr Grün

Betreten des Waldes

Grundsätzlich ist das Betreten des Waldes erlaubt, auch abseits der Wege - mit der Ausnahme von Verboten bei akuter Waldbrandgefahr. Das Betreten geschieht auf eigene Gefahr. Nicht betreten werden dürfen besonders sensible Flächen wie Kulturen, Dickungen, eingezäunte Flächen, Holzeinschläge, Hochsitze und als gesperrt gekennzeichnete Wege. In besonderen Fällen kann der Wald auch zeitweise gesperrt werden. In Naturschutzgebieten, Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebieten, Naturwaldparzellen und Naturerlebnisgebieten wie zum Beispiel der Üfter Mark bei Schermbeck dürfen Besucher die Wege nicht verlassen. Radfahrer müssen ebenso auf den Wegen bleiben wie Mountainbiker.

Gut erzogene Hunde stören im Wald niemanden, Foto: G. Frebel

Hunde

Hunde müssen sich immer im Einwirkungsbereich des Hundeführers aufhalten. Grundsätzlich gilt also je besser der Hund hört, desto freier darf er sich bewegen. Trotzdem gilt beim Verlassen der Wege und in Naturschutzgebieten, Naturwaldparzellen oder Naturerlebnisgebieten immer der Leinenzwang.

In der Brut- und Setzzeit vom 01. April bis zum 15. Juli sollten Hundebesitzer besonders Rücksicht auf die jungen Wildtiere nehmen und ihren Hund im Zweifelsfall lieber einmal öfter anleinen. Ab Anfang Mai muss mit Rehkitzen auch in hohen Wiesen und ab Anfang Juni mit Rotwildkälbern in Wegesnähe gerechnet werden. Diese Jungtiere sind nicht verwaist, sondern werden von ihren Müttern dort abgelegt.

Immer wieder wird Müll illegal im Wald entsorgt, Foto: Ruhr Grün

Müll

Das Entsorgen von Müll in der Landschaft schadet der Natur und der Tierwelt und ist deshalb verboten. Bitte nutzen Sie die vorhandenen Abfalleimer oder nehmen Sie Ihre Abfälle wieder mit zurück.

Richtig eingestielt, steht Großveranstaltungen meist nichts im Wege. Foto:

organisierte Veranstaltungen

Bei größeren und organisierten Veranstaltungen wie zum Beispiel Wandertouren, Lauf- und Fahrradwettbewerben ist zunächst eine Erlaubnis des Waldbesitzer erforderlich. Außerdem sind organisierte Veranstaltungen beim zuständigen Regionalforstamt anzeigepflichtig. Bitte nehmen Sie schon bei den ersten Planungen zunächst mit uns Kontakt auf.

Parken im Wald

Auf den Waldwegen und den Zufahrten zum Wald darf nicht geparkt werden. Diese sind unbedingt freizuhalten, damit Feuerwehr, Krankenwagen, Polizei und forstwirtschaftlicher Verkehr passieren können.  Eine Zuwiderhandlung wird ordnungbehördlich verfolgt und mit einem Bußgeld geahndet.

Rauchen und Feuer

Immer wieder entstehen durch Unwissenheit und/ oder -achtsamkeit Waldbrände. Deshalb ist das Rauchen vom 1. März bis zum 31. Oktober verboten. Offenes Feuer sowie Grillen im Wald sind außerhalb ausgewiesener Feuerstellen grundsätzlich verboten. Außerhalb des Waldes muss der gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstand von 100 m zu Waldrand eingehalten werden. Alle Vorschriften dienen der Verhütung von Waldbränden.

Den aktuellen Waldbrand-Gefahrenindex des DWD finden sie hier:

www.wettergefahren.de/warnungen

Reiten

Grundsätzlich ist das Reiten im Wald nur auf gekennzeichneten Reitwegen erlaubt. Der Reiter muss dafür sorgen, dass die beidseitig am Pferd angebrachten Reitplaketten gut sichtbar sind. Diese "Reitkennzeichen" werden von den Unteren Landschaftsbehörden der Kreise oder Umweltämtern der kreisfreien Städte ausgegeben und gelten für ein Jahr.

Die zweckgebundene Reitabgabe in Höhe von 25 Euro fließt in die Instandsetzung und Pflege der Reitwege.

In geringen Mengen für den Eigenbedarf dürfen nicht geschützte Blüten gesammlt werden, Foto: Ruhr Grün

Pilze, Beeren und Blumen sammeln

Außerhalb von Schutzgebieten und gesperrten Flächen ist das Sammeln von Pilzen, Beeren und Blumen in geringen Mengen für den Eigenbedarf erlaubt. Dabei dürfen die Pflanzen nicht zerstört werden. Ganze Bäume und Pflanzen dürfen nicht entnommen und Forstpflanzen nicht beschädigt werden.

Besonders zu beachten ist, dass viele Pilze, Blumen und andere Pflanzen besonders geschützt sind und nicht gepflückt oder beeinträchtigt werden dürfen. Informationen zu diesen Arten finden Sie hier:

www.naturschutzinformationen-nrw.de

Zecken bewegen sich am Boden, im hohen Gras oder in Gebüsch und Unterholz, Foto: Fotolia/Tieck

Gefahr durch Zecken

Zecken übertragen Erreger, die zu Hirnhautentzündungen oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (kurz FSME) und Borreliose führen können. Sie sind besonders von Frühsommer bis Herbst aktiv und halten sich im Unterholz, auf Büschen und Gräsern auf. Bleibt man auf den Wegen, besteht eine deutlich geringere Gefahr.

Ansonsten sollte man nach einer Wanderung möglichst bald den ganzen Körper untersuchen und mögliche Zecken mit einer Pinzette vorsichtig entfernen. Dabei die Pinzette möglichst weit vorne an den Mundwerkzeugen der Zecke ansetzen und kein Öl oder ähnliches verwenden. Bei Hautrötungen einen Arzt aufsuchen.

Kontakt & Infos

RVR Ruhr Grün
Ulrike Dick
Kronprinzenstr. 35
45128 Essen
Telefon: +49 (0) 0201 / 2069-718
Telefax: +49 (0) 0201 / 2069-745