Urbane und kreative Räume in Mittelzentren

Studie zu Handlungsmöglichkeiten der Mittelzentren im Ruhrgebiet zur Entwicklung „urbaner und kreativer Räume“ der Kultur- und Kreativwirtschaft

Gemeinsam mit dem Büro Stadtart aus Dortmund untersucht der RVR die Entwicklungsmöglichkeiten urbaner und kreativer Räume der Kultur- und Kreativwirtschaft in Mittelzentren des Verbandsgebietes anhand von vier Modellstädten (Dinslaken, Recklinghausen, Unna und Hagen).

Bislang stehen fast ausschließlich Projekte in Großstädten der Metropolregionen im Blickpunkt der Diskussion um Räume der Kultur- und Kreativwirtschaft. Dies ist auch im Ballungsraum Ruhr der Fall, wie etwa die Umnutzung des Dortmunder „U“ zu einem Kristallisationszentrum für die Branche zeigt. Dieser auf die großen Städte fokussierte Zugriff hat den Blick von den Chancen abgelenkt, die sich in den zahlreichen mittelgroßen Städten des Verbandsgebietes bieten.

Entwicklungsstrategie

Die entwickelte Strategie geht von zwei interagierenden Annahmen aus:

  • In einem dicht bebauten, verkehrlich gut erschlossenen und ausgesprochen polzentrischen Ballungsraum verschwimmen die Grenzen von Groß- und Mittelstädten: Zieht man etwa eine 30-Minuten Isochrone um die kulturellen Hot-Spots von Dortmund, Bochum, Essen oder Duisburg, so erfasst sie weite Teile der benachbarten Mittelstädte, während manche Gebiete der Großstädte selbst herausfallen.
  • Zusätzlich ist zu beachten, dass Quartiere mit Eigenschaften, die für Kreative als interessant erscheinen, auch für andere, im sozialen Raum benachbarte Gruppen attraktiv erscheinen können, etwa die „urbanen Mittelschichten“. Auch sie suchen nach vielfältigen dicht bebauten urbanen Räumen, die „Talent, Toleranz und Technologie“ möglich machen.

Kombiniert man beide Annahmen, dann können „Möglichkeitsräume“ identifiziert werden, die in den Mittelstädten der Metropole Ruhr anzutreffen sind. Allerdings wurden derartige Ansätze noch nicht untersucht.

Handlungsorientierte Studie

Im Rahmen einer handlungsorientierten Studie soll für einige Mittelstädte im polyzentrischen Ballungsraum Ruhr analysiert werden, wie Räume entstehen können, die die Entwicklungsbedingungen der Kultur- bzw. Kreativwirtschaft zukunftsorientiert fördern und den Wohn- und Lebensinteressen von Bevölkerungsgruppen mit urbanen Lebensstilen nahe kommen. Ziel ist der Aufbau eines kreativwirtschaftlichen Netzwerks mit Beteiligten aus den Kommunen, die Analyse relevanter Strukturdaten sowie die Identifizierung Erfolg versprechender „urbaner und kreativer Räume“. Für diese gilt es Handlungsempfehlungen zu entwickeln und umzusetzen. Beispielhaft werden die Städte Dinslaken, Recklinghausen, Unna und Hagen untersucht, deren besonderes Merkmal die Lage in unmittelbarer Nähe zu den großen Kernstädten des Ruhrgebiets ist.

Kontakt & Infos

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