Projekt Interkultur Ruhr

Das Thema „Zuwanderung im Ruhrgebiet“ steht auch 2017 im Fokus: Der Regionalverband Ruhr (RVR) und das NRW-Kulturministerium fördern wiederum mit je 100.000 Euro Projekte, die den interkulturellen Dialog im Ruhrgebiet ermöglichen und unterstützen. Damit geht ein erfolgreiches, kulturelles „Start up“ in die zweite Runde: 2016 wurde Interkultur Ruhr ins Leben gerufen, um gleichermaßen als Werkstatt und als Bühne neue Strategien für kulturelle Vielfalt in der Region zu entwickeln und zu fördern.

Ausführlich informiert eine eigene Internetseite über Interkultur Ruhr:
www.interkultur.ruhr .

Kontakt zum kuratorischen Team 

Kuratorisches Team Interkultur Ruhr (v.l.n.r.): Fabian Saavedra-Lara, Lena tom Dieck, Johanna-Yasirra Kluhs. Foto: Stefan Schejok
Kuratorisches Team Interkultur Ruhr

Interkultur Ruhr wird 2017 mobil

Kuratiert von Johanna-Yasirra Kluhs und Fabian Saavedra-Lara geht Interkultur Ruhr im Rahmen des ersten Programmzyklus 2016/2017 auf Reisen. Das Ziel: Im Grenzbereich von Kunst und sozialer Praxis das Zusammenspiel von Migration und Gesellschaft erforschen, Stimmen und Meinungen sammeln, interkulturelle Themen diskutieren, gängige Arbeitsweisen hinterfragen und neue Perspektiven entwickeln - nicht zuletzt steht die Bildung von Netzwerken auf der Agenda.

Interkultur wirkt vor Ort

Ideen entwickeln, recherchieren, Projekte in enger Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort realisieren: Dazu sind speziell im Jahr 2017 Expertinnen und Experten aus Kunst und Wissenschaft eingeladen und aufgefordert. Sie sollen künstlerische Residenzen in der Region mit Leben füllen und dort der Idee von Interkultur in verschiedenen Arbeits- und Lebensbereichen auf lokaler Ebene nachspüren. Auf der Recherche-Liste stehen Themen wie Kunst und Teilhabe, Arbeit und Architektur, Migration und Logistik, Repräsentation und Stigmatisierung im Stadtraum sowie interkulturelle Popkultur.

Afro-Tech" blickt über Grenzen - Eröffnung am 20. Oktober

Im Oktober steht das spannende Dortmunder Projekt "Afro-Tech and the Future of Re-Invention" mit einer Ausstellung sowie Konferenz und Projektwoche im Fokus. "Afro-Tech" interessiert sich für Künstlerinnen und Künstler sowie Kulturproduzenten in verschiedenen afrikanischen Regionen, die Technologien nach anderen – nicht westlichen – Standards entwickeln und anwenden.

Zur Eröffnung der umfassenden Medienkunstausstellung Afro-Tech werden im Dortmunder U - Zentrum für Kunst und Kreativität viele internationale, regionale und lokale Beteiligte erwartet. Afro-Tech beschäftigt sich in einer internationalen Gruppenausstellung und Festivalwoche mit spekulativen Zukunftsvorstellungen und aktuellen Entwicklungen im Bereich digitaler Technologien. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit Science-Fiction-Erzählungen und Vorstellungen von Technologie, die nach eigenen Regeln funktionieren und nicht den dominierenden Erzählungen des Westens folgen. Gezeigt und besprochen werden Arbeiten aus Medienkunst, bildender Kunst, Film und Fotografie sowie Beiträge aus der Popkultur und Anwendungen aus der digitalen Kultur.
Das Projekt basiert auf einer besonderen Kooperation verschiedener Partner aus dem künstlerischen, kulturellen und soziokulturellen Bereich und stellt künstlerische Positionen und Projekte aus dem Bereich der digitalen Kultur vor, die noch nie in NRW gezeigt worden sind.

Gigo Propaganda und der "Stadtrundgang". Foto: Guido Meincke
Propaganda

Gigo Propaganda und "Ruhrgebiet JETZT"

Der Künstler Gigo Propaganda portraitiert seit Jahren Orte, Menschen und Meinungen im Ruhrgebiet, in Film und in "wilden Typografien". Seit 2012 wächst so die einzigartige multi-mediale Portraitreihe "Ruhrgebiet JETZT". Während seiner Künstlerresidenz im Rahmen des Projektes Interkultur Ruhr bestückte der Künstler das Projekt "Ruhrgebiet JETZT" neu. Das Ergebnis dieser Arbeit war und ist in drei Editionen der zu sehen.

Die dritte Edition unter dem Titel "Weisheit(en)" findet ab 18. Oktober in Kooperation mit dem Verein "forum kunstvereint" in Gelsenkirchen statt. Der Essener Gigo Propaganda hat seit Mai 2017 mit einer Gruppe Gelsenkirchener Senior/innen Weisheiten formuliert und nun rund um das Consol Theater im Stadtteil Gelsenkirchen-Bismarck an öffentlichen und privaten Wandflächen sichtbar gemacht. Die auf Arabisch und Deutsch formulierten Aussagen zu fünf verschiedenen Oberthemen (Liebe, Heimat, Erziehung, Bildung, Humor) sollen eine öffentliche Kommunikation anregen.
Parallel dazu soll in beiden Foyers des Consol Theaters eine Ausstellung (18.10. - 22.12.2017) realisiert werden, die einerseits die Entstehung des Projekts nachzeichnet und auch Brücken zur Arbeit des Künstlers in anderen Städten schlägt.

PROGRAMM AFRO-TECH FEST

20.-28. Oktober 2017
HMKV im Dortmunder U, Kino im U, Tanzcafé Oma Doris, Union Gewerbehof, Künstlerhaus Dortmund, Rekorder

Freitag, 20. Oktober, 19-23 Uhr

Dortmunder U / Kino im U, Erdgeschoss, Leonie-Reygers-Terrasse (Dortmund-Mitte)
ERÖFFNUNG
Afro-Tech Fest und Ausstellung

mit Vorträgen von Ingrid LaFleur (Detroit) und Raimi Gbadamosi (Johannesburg)

Samstag, 21. Oktober

11-19 Uhr

Dortmunder U / Kino im U, Erdgeschoss

AFRO-TECH KONFERENZ

Gespräche und Vorträge u.a. mit Alexander G. Weheliye, Louis Henderson und Kiluanji Kia Henda, Ingrid LaFleur, Raimi Gbadamosi

Kurzfilmprogramm kuratiert von Alex Moussa Sawadogo (Afrikamera –Aktuelles Kino aus Afrika, Berlin)

Zahlreiche internationale Künstler*innen, Wissenschaftler*innen sprechen über die verschiedenen Themen, Zusammenhänge und Motive des Afro-Tech Projekts. Ein Kurzfilmprogramm zeigt aktuelle Arbeiten zum Thema Afrofuturismus.

19:30 Uhr

Dortmunder U / Kino im U, Erdgeschoss

Gespräch mit Regisseur Jean-Pierre Bekolo und Film Screening Les Saignantes ("Die Blutenden", Kamerun, 2009, 92 Min.)

Ein spektakulärer, dystopischer Science-Fiction-Film aus Kamerum zwischen Mystery und Sozialsatire – angesiedelt in einem Afrika des Jahres 2025.

23:00 Uhr

Tanzcafé Oma Doris, Reinoldistr. 2-4 (Dortmund-Mitte)

MIKE HUCKABY (Detroit): SUN RA DJ-SET

Die Techno-Legende Mike Huckaby präsentiert anlässlich des Afro-Tech Fests ein besonderes DJ-Set mit Edits und Remixen von Songs des bahnbrechenden Jazzmusikers, Bandleaders und Afrofuturisten Sun Ra.


Sonntag, 22. Oktober, 11-19 Uhr

Union Gewerbehof / Werkhalle, Rheinische Str. 143 (Unionviertel)

AFRO-TECH KONFERENZ

Gespräche und Vorträge u.a. mit Oulimata Gueye, Simone Dede Ayivi, Nathalie Anguezomo Mba Bikoro, Philipp Khabo Koepsell, Jean-Pierre Bekolo, Oscar Ekponimo, Jeff Maina, Henri Nyakarundi und Peggy Piesche

An diesem Tag der Konferenz stehen Science-Fiction-Visionen aus verschiedenen Ländern Afrikas sowie afrofuturistische Positionen im deutschsprachigen Raum im Mittelpunkt und werden mit einer interessierten Öffentlichkeit diskutiert. Außerdem präsentieren Erfinder und Unternehmer aus Ruanda, Kenia und Nigeria ihre Projekte.

 

Dienstag, 24. Oktober, und Mittwoch, 25. Oktober

Verschiedene Orte

AFRO-TECH WORKSHOPS

Für Kinder, Jugendliche und Maker

Jugendliche von 13 bis 17 Jahren sind eingeladen, ihre eigenen Geschichten mit den Geschichten, die uns die künstlerischen Arbeiten in der Ausstellung erzählen, zu verknüpfen und einen Audioguide zu erstellen, der durch die Ausstellung führt. Jeff Maina von BRCK aus Kenia berichtet in einem Workshop von seiner Arbeit an einem Server, der zeitweilig ohne Strom funktioniert.

Weitere Informationen & Anmeldung: www.hmkv.de


Donnerstag, 26. Oktober, 20:00 Uhr

Dortmunder U / Kino im U, Erdgeschoss

KAPWANI KIWANGA: AFROGALACTICA

Eine mitreißende Lecture Performance über Afrofuturismus und die Gründung einer Weltraumbehörde der Vereinigten Staaten von Afrika in einer spekulativen Zukunft, die uns die Künstlerin als zeitreisende Anthropologin aus der Zukunft live erzählt.


Freitag, 27. Oktober, 19:00 Uhr

Künstlerhaus Dortmund (Keller), Sunderweg 1 (Dortmund-Hafen)

DREXCIYA – Detroit Techno, Aquanauten und die Politik des Dancefloors

Vortrag mit DJ-Set von Dash, live vertonter Kurzfilm von knowbotiq/Yvonne Wilhelm, Gespräch mit Lamin Fofana und Zen Jefferson, Black Cyborg DJ-Set

Drexciya ist der Name eines legendären Techno-Duos aus Detroit, das aus Gerald Donald und dem verstorbenen James Marcel Stinson bestand. Auf ihren Alben erzählen sie von einem "schwarzen Atlantis" (ebenfalls Drexciya genannt) im Atlantischen Ozean. Der Abend widmet sich dem Mythos und Einfluss von Drexciya auf die Popkultur und Künste.


Samstag, 28. Oktober, 21:00 Uhr

Rekorder, Gneisenaustr. 55 (Dortmund-Hafen)
AFRO-TECH FEST FINALE – Konzert, Vortrag, DJ-Sets, Party

Der Musiker und DJ Lamin Fofana hat für das Afro-Tech Fest einen faszinierenden und sehr tanzbaren Konzert- und Partyabend kuratiert. Zum Abschluss des Festivals dreht sich alles um aktuelle Popkultur aus verschiedenen Ländern Afrikas in all ihrer Vielfalt und Lust an der Innovation. Wir erleben einen Vortrag zum Thema von Jace Clayton, Konzerte der Kondi Band und von Luka Productions sowie DJ-Sets von Nídia, Nkisi, Lamin Fofana und DJ /rupture – all night long!

Eintritt frei zu allen Veranstaltungen des Afro-Tech Fests!

Vollständiges Konferenzprogramm und weitere Informationen unter: www.hmkv.de

Veranstaltungen meist in englischer Sprache (Ausnahme: Workshops für Kinder & Jugendliche). Ein Programmheft mit deutschsprachigen Informationen wird zur Verfügung gestellt. Längere Vorträge werden in deutsche Sprache simultan übersetzt.


2016 wurde zur Gründung von den Initiatoren RVR und NRW-Kulturministerium ein mit 200.000 Euro bestückter Förderfonds eingerichtet. Über 40 Projekte von Institutionen, Vereinen und Einzelpersonen haben für ihre künstlerischen oder soziokulturellen Projekte Fördergelder in Anspruch nehmen können. Gefördert wurden Initiativen, die unter anderem Willkommensräume  eröffnen, Begegnungen zwischen Neu- und Altbürgern ermöglichen und Ausgrenzung verhindern.

Fachlich begleitet wird das Projekt von einem Fachbeirat. Dieser besteht aus zehn Persönlichkeiten des kulturellen und wissenschaftlichen Lebens, die sich durch ihr Engagement im interkulturellen Dialog auszeichnen und unterschiedliche kulturelle Sparten und Herkünfte repräsentieren.

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Kontakt & Infos

Regionalverband Ruhr
Referat Kultur & Sport
Leiter Jürgen Fischer
Kronprinzenstraße 35
45128 Essen
Telefon: +49 (0) 201 / 2069-348
Telefax: +49 (0) 201 / 2069-500
Projektkoordination
Jola Kozok
Kronprinzenstraße 35
45128 Essen
Telefon: +49 (0) 201 / 2069-358
Telefax: +49 (0) 201 / 2069-500
Administration
Yvonne Giebel
Telefon: +49 (0) 201 / 2069-383
Telefax: +49 (0) 201 / 2069-500

Metropole der Vielfalt gemeinsam ausbauen

Die gemeinsame Initiative von Regionalverband Ruhr (RVR) und NRW-Kulturministerium hat das Ziel, das Selbstverständnis der Region als "Metropole der Vielfalt" nachhaltig zu stärken und die Akteure vor Ort zu gemeinsamen Projekten einzuladen. Mit zweijährigen Programmzyklen soll ein regionaler Rahmen für die künstlerisch-kulturelle Auseinandersetzung mit der neuen urbanen Diversität in den Städten des Ruhrgebiets geschaffen werden.

Infos zur Ausstellung

"Afro-Tech and the Future of Re-Invention" ist eine Veranstaltung des HMKV (Hartware MedienKunstVerein) in Kooperation mit Interkultur Ruhr und Africa Positive e.V. Kuratiert wurde sie von Dr. Inke Arns (HMKV) und Fabian Saavedra-Lara (Interkultur Ruhr, RVR).
Zu sehen ist die Ausstellung vom 21.10.2017 bis zum 22.04.2018. Öffnungszeiten: Täglich 11 - 18,  Do/ Fr 11 - 20 Uhr, montags geschlossen.
Eintritt frei während des AFRO-TECH FEST und an jedem ersten Sonntag im Monat - sonst: Eintritt 5 € / 2,50 €.

Der HMKV (Hartware MedienKunstVerein)

Seit 2010 zeigt der HMKV auf der Ebene 3 des Dortmunder U zeitgenössische Medienkunstausstellungen.
Medienkunst ist hier Oberbegriff für ein breites Spektrum künstlerischer Formen: Film, Hörspiel, Fotografie, Softwarekunst, Installation, Performance. Der HMKV versteht sich selbst als Plattform für die Produktion, Präsentation und Vermittlung von zeitgenössischer beziehungsweise experimenteller (Medien-)Kunst und wird regelmäßig mit Auszeichnungen für hervorragende Projekte bedacht. Künstlerische Leiterin des HMKV ist seit inzwischen fast 13 Jahren Dr. Inke Arns.

Das Büro medienwerk.nrw

Der HMKV hat in Zusammenarbeit mit PACT Zollverein, der Kunsthochschule für Medien Köln und dem damaligen Kultusministerium NRW Ende der 1990er Jahre neben seiner Ausstellungstätigkeiten auch ein informelles Medienkunstnetzwerk in NRW initiiert. Seit 2013 ist das daraus hervorgegangene Büro medienwerk.nrw dank großzügiger Unterstützung des Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW (MKW) in Trägerschaft des HMKV und unter Leitung von Herrn Saavedra-Lara. Ziel des medienwerk.nrw ist die Förderung der Medienkunst in NRW und des Austauschs zwischen KünstlerInnen und Institutionen.