Regionalplanung für die Metropole Ruhr

Nach mehr als 34 Jahren liegt die Planungshoheit für den Ballungsraum Ruhr seit Oktober 2009 wieder beim Regionalverband Ruhr. Der Vorläufer des RVR, der Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk, war seit seiner Gründung im Jahr 1920 eigenständig für die Regionalplanung zuständig.

Das erste Verfahren zur Regionalplanänderung ist bereits abgschlossen: Zeche Lohberg in Dinslaken. Foto: RVR/Luftbild
Das erste Verfahren zur Regionalplanänderung ist bereits abgschlossen: Zeche Lohberg in Dinslaken. Foto: RVR/Luftbild

Planerische Dreiteilung beendet

Der damalige SVR sicherte Grünflächen, Verkehrstrassen und Flächen für die Gewerbeansiedlung in der prosperierenden Region von Kohle und Stahl, bis 1975 das Land NRW die Regionalplanung auf die drei Bezirksregierungen in Arnsberg, Düsseldorf und Münster übertragen und verstaatlicht hatte. Die Rückübertragung der Regionalplanung als staatliche Aufgabe an den Regionalverband Ruhr (RVR) am 21. Oktober 2009 beendet die drei Jahrzehnte dauernde planerische Dreiteilung der Metropole Ruhr mit ihren 5,2 Millionen Einwohnern.

Regionalplan als Zukunftsaufgabe

Ab dem 21. Oktober 2009 erhält der Regionalverband Ruhr seine frühere Aufgabe wieder zurück. Nach 34 Jahren kann das Ruhrgebiet nun wieder über die Entwicklung des Ballungsraumes selbst entscheiden. Das „Ruhrparlament", die Verbandssammlung, stellt in seiner neuen, zusätzlichen Funktion als Regionalrat Ruhr wieder die Weichen für die Zukunft der Metropole Ruhr in Form des Regionalplanes.

Dazu gehören:

  • Darstellung von Bereichen für künftige Wohnbauflächen
  • Flächen für die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe und damit neuer Arbeitsplätze
  • Folgenutzungen ehemaliger Bergbaustandorte
  • Begrünung von Bergehalden
  • Ansiedlung großflächiger Einzelhandelsbetriebe in den Innenstädten
  • Sicherung von Überschwemmungsgebieten für den Hochwasserschutz
  • Sicherung wertvoller Landschafts- und Naturschutzflächen
  • Sicherung von Flächen für die Gewinnung von Bodenschätzen

Regionalplan schafft Rahmenbedingungen für Flächennutzungspläne der 53 Städte und Gemeinden

Mit dem Regionalplan werden die Rahmenbedingungen für die Flächennutzungspläne aller Städte in der Metropole Ruhr geschaffen, bei denen Boden in Anspruch genommen wird. Die Städte und Planungsträger sind an die Zielaussagen des Regionalplanes gebunden. Die Städte und Gemeinde in der Metropole Ruhr brauchen künftig bei der Aufstellung oder Änderung ihrer Flächennutzungspläne die Zustimmung des RVR.

Regionalverband Ruhr wird Entwurf für ersten einheitlichen Regionalplan seit 35 Jahren vorlegen

Zurzeit gelten für das RVR-Gebiet noch die Regionalpläne der drei Bezirksregierungen, die sie in ihrer Funktion als Regionalplanungsbehörden aufgestellt haben. Der RVR wird in seiner neuen Funktion den ersten einheitlichen Regionalplan für das Ruhrgebiet seit 35 Jahren aufstellen.

Die Arbeit an den Masterplänen in den Bereichen Kultur, Sport, Bildung sowie Raum- und Siedlungsstruktur, die der RVR gerade erstellt, geht parallel zum Aufbau der Regionalplanung weiter.

Kontakt & Infos

Regionalverband Ruhr
Bereichsleiter Planung
Martin Tönnes
Kronprinzenstraße 35
45128 Essen
Telefon: +49 (0) 0201 / 2069-213
Regionalverband Ruhr
Referatsleiter
Staatliche Regionalplanung
Michael Bongartz
Telefon: +49 (0) 201 / 2069-563

Weitere Informationen

Die "Denkschrift betreffend Grundsätze zur Aufstellung eines General-Siedlungsplanes für den Regierungsbezirk Düsseldorf" von Robert Schmidt aus dem Jahr 1921 hat der RVR zusammen mit dem Essener Klartext-Verlag neu aufgelegt. Der Reprint ist zum Preis von 19,95 Euro erhältlich im RVR-Online-Shop und im Buchhandel.

Aufgaben Staatliche Regionalplanung

metropoleruhr.de #Regionalverband Ruhr #Regionalplanung #Zukunftsaufgabe