Bevölkerungsentwicklung und -struktur im Ruhrgebiet

Aktuelle Daten zum Bevölkerungsstand am 31.12.2016

Seit dem 16. Januar 2018 sind Daten zum Bevölkerungsstand für alle Kommunen in Nordrhein-Westfalen verfügbar. Wie bereits bei der Veröffentlichung des Zwischenstandes zum 30.06.2016 im Herbst des vergangenen Jahres weist IT.NRW auch diesmal auf einige Besonderheiten in Bezug auf die Zusammen- setzung und die Vergleichbarkeit der Daten hin.

Für insgesamt sechs Kommunen in NRW liegen unplausible Daten vor, die nach Vermutung von IT.NRW auf die unterschiedliche melderechtliche Behandlung von Schutzsuchenden zurückzuführen sind. In der Metropole Ruhr betrifft dies die Stadt Unna. Eine Aufklärung dieses Sachverhaltes steht noch aus; die im Folgenden dargestellten Zahlen sind demnach mit Rücksicht darauf zu betrachten.

Zusätzlich ist zu Beginn des Jahres 2016 eine Umstellung der Wanderungs- statistik erfolgt, die dazu führt, dass die Einwohnerdaten nur eingeschränkt mit denen vorheriger Jahre verglichen werden können. Daher wird hier nur der Vergleich mit dem 31.12.2015 vorgenommen, mit dem Hinweis, dass die errechneten Entwicklungen u.U. von kommunaleigenen Werten abweichen können.

Metropole Ruhr wächst um 0,2 Prozent

Zum 31.12.2016 lebten in der Metropole Ruhr insgesamt 5.118.681 Menschen. Im Vergleich zum 31. Dezember des Vorjahres stieg die Einwohnerzahl um rund 0,2 Prozent und somit stärker als landesweit (+0,1%).

Die Einwohnerzahlen der großen kreisfreien Städte blieben dabei weitgehend stabil. Dortmund mit 585.813 Einwohnern (-0,1%) sowie Essen mit 583.084 Einwohnern (+0,1%) sind nach wie vor die größten Städte des Ruhrgebiets.

Entwicklung der Einwohnerzahl in den Kommunen der Metropole Ruhr, 31.12.2015 bis 31.12.2016. Grafik: Regionalstatistik Ruhr, Daten: IT.NRW.
Entwicklung der Einwohnerzahl in den Kommunen der Metropole Ruhr, 31.12.2015 bis 31.12.2016. Grafik: Regionalstatistik Ruhr, Daten: IT.NRW.

Einwohnerzuwachs in bisher schrumpfenden Kommunen

Bereits die Zahlen zum 30.06.2016 deuteten darauf hin, dass zuvor von Schrumpfung betroffene Städte wieder von Wachstum profitieren. Dieser Trend wird durch die Daten zum 31.12.2016 bestätigt. Den deutlichsten Bevölkerungs- zuwachs konnte Duisburg mit 1,8 Prozent verzeichnen; die Stadt nähert sich mit einer Bevölkerung von 499.845 Personen nun wieder der 500.000-Einwohner-Marke.


Neben kleineren Städten wie Bergkamen im Kreis Unna (+1,5%) und Rheinberg im Kreis Wesel (+1,1%) gehören auch die kreisfreien Städte Mülheim an der Ruhr (+1,0%), Gelsenkirchen (+0,8%) und Herne (+0,6%) zu den seit dem Vorjahr gewachsenen Kommunen.

Unter der Annahme, dass die gemeldete Einwohnerzahl für die Stadt Unna unplausibel ist, verzeichnen Selm im Kreis Unna (-3,3%), Hünxe im Kreis Wesel und Gevelsberg im Ennepe-Ruhr-Kreis (jeweils -1,1%) die höchsten Bevölke- rungsverluste. Unter den kreisfreien Städten waren lediglich Hagen (-0,4%) und Dortmund (-0,1%) von Schrumpfung betroffen.

Differenzierte Bevölkerungsdaten noch nicht veröffentlicht

Detaillierte Daten zu Altersgruppen, Nationalitäten oder zu den Einflussfaktoren auf die demografische Entwicklung (Wanderungen, natürlicher Bevölkerungs- saldo) sind zum 31.12.2016 derzeit noch nicht verfügbar.

Viele ältere Menschen leben im Ruhrgebiet

Zum 31.12.2015 lebten in der Metropole Ruhr 5.109.253 Menschen, rund 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Nachdem im Rahmen der Zensuserhebungen der Bevölkerungsstand vieler Ruhrgebietskommunen zum Stichtag 9.5.2011 nach unten hin korrigiert worden war, nimmt ihre Einwohnerzahl seit 2014 wieder zu.

Rund 51 Prozent der Bevölkerung waren weiblich. Bei den älteren Menschen war der Anteil der Frauen deutlich höher als in den jüngeren Altersgruppen; bei den 75-Jährigen und Älteren betrug er 61,5 Prozent.

Das Ruhrgebiet ist eine verhältnismäßig alte Region. Während 15,8 Prozent der Einwohner Ende 2015 unter 18 Jahre alt waren, betrug der Anteil der 65-Jährigen und Älteren 21,6 Prozent. Mehr als jeder zweite Mensch in der Metropole Ruhr war 45 Jahre oder älter.

Der Anteil Nichtdeutscher lag mit 646.720 Personen bei etwa 12,7 Prozent. Der Anteil der Altersgruppe "30 bis unter 45 Jahre" lag mit 30,1 Prozent deutlich höher als bei der deutschen Bevölkerung (17,7%), was dazu führte, dass die ausländische Bevölkerung im Durchschnitt etwas jünger war.

Menschen aus über 180 unterschiedlichen Herkunftsländern leben in der Metropole Ruhr. Aus der Statistik des Ausländerzentralregisters liegen hierzu aktuelle Daten für das Jahr 2016 vor: Mit rund 207.200 Personen stellen die Türken die mit Abstand größte ausländische Bevölkerungsgruppe, gefolgt von Syrern (rund 65.000 Personen), Polen (rund 60.6000 Personen), Rumänen (rund 37.000 Personen) und Italienern (rund 30.900 Personen). Mehr als die Hälfte aller im Ruhrgebiet lebenden ausländischen Staatsangehörigen stammen aus einem dieser fünf Länder.

Über 70 Prozent der ausländischen Staatsangehörigen im Ruhrgebiet stammen aus anderen europäischen Staaten

Der Anteil Nichtdeutscher lag mit 646.720 Personen bei etwa 12,7 Prozent. Der Anteil der Altersgruppe "30 bis unter 45 Jahre" lag mit 30,1 Prozent deutlich höher als bei der deutschen Bevölkerung (17,7%), was dazu führte, dass die ausländische Bevölkerung im Durchschnitt etwas jünger war.

Weiterführende Daten zur ausländischen Bevölkerung im Ruhrgebiet, auch nach ausgewählten Staatsangehörigkeiten, finden Sie hier.

Entwicklung der Bevölkerungszahl in der Metropole Ruhr seit 1871.
Grafik: Regionalstatistik Ruhr. Daten: IT.NRW.
Entwicklung der Bevölkerungszahl in der Metropole Ruhr seit 1871. Grafik: Regionalstatistik Ruhr. Daten: IT.NRW.

Bevölkerungsentwicklung

Bevölkerungsstand und -struktur - Zeitreihe seit 1962

lange Zeitreihe seit 1962
nach Geschlecht, Altersgruppen und Nationalität seit 2011
Stichtagsdaten der Volkszählungen seit 1939

(Stand: 31.12.2016)
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