Der Weg zur eigenen Solaranlage


Der Bau einer Solaranlage sollte sorgfältig geplant werden. Der Weg bis zur fertigen Anlage ist hier in acht Schritten zusammengefasst.

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Haus mit Solardach. Foto: Fotolia.

Die einzelnen Schritte gelten für Photovoltaik-Anlagen, mit denen elektrischer Strom erzeugt wird. Sie sind aber auch auf Anlagen zur Wärmegewinnung (Solarthermie) anwendbar, für die meist weniger Fläche benötigt wird.

Vereinzelt kann dies dazu führen, dass sich ein Dach aufgrund seiner geringen Größe nur bedingt für Photovoltaik, aber gut für Solarthermie eignet. Oft sind die Dächer sogar so groß, dass sich beide Anlagen kombinieren lassen. 

Mögliche Fehlerquellen der Berechnungen des Solardachkatasters sind z. B. Verschattungen, etwa durch Lüftungsrohre, die vom Solarpotentialkataster nicht erkannt wurden. Ebenso konnten z.B. Dachflächenfenster, die plan in die Dachfläche integriert sind, nicht erfasst werden. Sind solche Störungen vorhanden, ist zu prüfen, ob diese beseitigt werden können (eine Verlegung von Entlüftungen auf die andere Dachseite ist häufig leicht möglich) oder ob die für Photovoltaikmodule nutzbare Fläche dadurch verringert wird. Eine Anlage, die in erster Linie zur Eigenstromversorgung gedacht ist, lässt sich auch schon auf kleinen Dachflächen realisieren. Des Weiteren sollte geprüft werden, ob die Fläche auch in Zukunft verschattungsfrei sein wird. Hier könnten schnell wachsende Bäume, geplante Erweiterungsgebäude oder geplante Nachbargebäude ein Problem darstellen. Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist zuallererst eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung erforderlich. Dafür wenden Sie sich bitte an die untere Denkmalbehörde Ihrer Kommune.

Die Dacheindeckung sollte eine längere Lebenserwartung aufweisen als die Photovoltaikanlage, die mindestens 20 Jahre laufen sollte. Zudem muss die Statik des Daches für die Installation einer Solaranlage ausreichend sein. Steht in den nächsten Jahren eine Dachsanierung an, dann sollte diese zuerst durchgeführt werden. Die Installation einer Photovoltaik-Anlage kann bei der Sanierung gleich berücksichtigt werden.

Nehmen Sie die Beratungsangebote der Verbraucherzentrale NRW oder eines anderen Fachberaters wahr. Ein Mitarbeiter der Solarfirma oder Fachhandwerker wird das später ergänzen und weitere Dinge, wie zum Beispiel die Statik des Daches prüfen und mit Ihnen erneut ein ausführliches Beratungsgespräch führen. Informationen zu entsprechenden Angeboten finden Sie unter Beratungsangebote und Fördermittel.

Hier können Sie auf die örtlichen Handwerksbetriebe zugreifen, sofern diese bereits Erfahrungen auf dem Gebiet haben. Bei Photovoltaikanlagen sind dies in der Regel Fachhandwerker der Elektro-Innung und Dachdecker, bei Solarthermie-Anlagen können Sie sich an Installateure der Sanitär- und Heizungs-Innung (SHK) wenden. Oder Sie suchen nach speziellen Solarfirmen. Hiervon gibt es in der Region einige. Unter Beratungsangebote und Fördermittel finden Sie erste Hinweise.

Holen Sie mehrere detaillierte Angebote ein, um diese miteinander vergleichen zu können. Wenn Ihnen etwas nicht verständlich ist, lassen Sie es sich grundsätzlich erläutern. Prüfen Sie alle Angebote auf Vollständigkeit und Vergleichbarkeit. Im Zweifelsfall lassen Sie noch einen unabhängigen Berater z.B. von der Verbraucherzentrale darüber schauen.

Durch die Angebote ermitteln Sie die Kosten für die fertig installierte Anlage ebenso wie den zu erwartenden Jahresertrag. Nun klären Sie, wie hoch Ihr Eigenanteil an der Finanzierung sein soll. Für die restliche Finanzierung stehen z.B. günstige Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Verfügung. Achtung: Sie dürfen in der Regel nicht mit dem Vorhaben beginnen, bevor Sie die Kreditzusage bekommen haben! Eine Übersicht über mögliche Förderungen finden Sie unter Beratungsangebote und Fördermittel. Berücksichtigen Sie bei der Finanzierung auch steuerliche Aspekte und lassen Sie sich diesbezüglich gegebenenfalls beraten.

Bei der Vergabe des Auftrages achten Sie auf die Zahlungsmodalitäten und beziehen Sie sich immer auf das Angebot. Falls Sie mit der Solarfirma spezielle Vereinbarungen zum Ausführungstermin und/oder dem spätesten Zeitpunkt der Inbetriebnahme getroffen haben, sollten nicht nur diese, sondern auch die Konsequenzen bei Überschreitung schriftlich mit der Auftragsvergabe formuliert sein. Vereinbaren Sie mit dem Handwerker, dass er die Anmeldung der Anlage beim Energieversorger für Sie erledigt. Lassen Sie sich eine schriftliche Auftragsbestätigung geben.

Ihr Handwerker wird nach Aufbau der Anlage die Inbetriebnahme durchführen. Sie erhalten ein Inbetriebnahme-Protokoll, in dem auch der Zählerstand Ihres Einspeisezählers festgehalten wird. Von nun an sind Sie Stromproduzent!

Der zuständige Stromversorger wird mit Ihnen einen entsprechenden Vertrag schließen und Ihnen den eingespeisten Strom nach dem Erneuerbaren- Energien-Gesetz vergüten. Spätestens jetzt sollten Sie Ihrer Gebäudeversicherung die Photovoltaik-Anlage als neuen Bestandteil Ihres Gebäudes anzeigen, damit Sie z.B. bei Sturmschäden abgesichert sind. Auch in Ihrer nächsten Steuererklärung müssen Sie die Photovoltaik-Anlage berücksichtigen. Wenn Sie selbst nicht sehr bewandert in Steuerangelegenheiten sind, lohnt es sich sicher, auch zu diesen Fragen eine Beratung in Anspruch zu nehmen.

Infos und Tipps

Wie entsteht ein Solardachkataster? Welche Beratungsangebote und Fördermittel gibt es? Wie funktionieren Solaranlagen? Hier finden Sie die wichtigsten Informationen rund um das Solardachkataster Ruhr. ... Mehr

Kontakt & Infos

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