Solardachkataster Ruhr - Infos und Tipps

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Wie entsteht ein Solardachkataster? Welche Beratungsangebote und Fördermittel gibt es? Wie funktionieren Solaranlagen?

Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen rund um das Solardachkataster Ruhr zusammengetragen.

In Kooperation mit der tetraeder.solar GmbH hat der Regionalverband Ruhr auf Basis von Befliegungsdaten des Landes NRW für die gesamte Region ein Solardachkataster aufgestellt. Die dargestellten Analyseergebnisse des Solardachkatasters beruhen auf einem automatisierten Verfahren. Die Aktualität der Datenbasis (das Befliegungsjahr) variiert je nach Kommune und kann der Startkarte des Solardachkatasters entnommen werden.

Es kann im Einzelfall vorkommen, dass die tatsächlich installierbare Leistung auf dem Dach von dem angegebenen Wert des Solardachkatasters abweicht. Zudem  können Gebäude/Objekte zum Aufnahmezeitpunkt bestanden haben, die zum Zeitpunkt des Aufrufs der Information ganz oder teilweise nicht mehr bestehen. Umgekehrt kann es vereinzelt vorkommen, dass neu gebaute Gebäude zum Aufnahmezeitpunkt noch nicht vorhanden waren und dadurch nicht erfasst sind.

Nicht nutzbare Dachflächen (zum Beispiel Dachfenster oder nicht nutzbare Abschlussbereiche) werden bei der Berechnung des Solardachs pauschal mit einem Abschlag von 20 % berücksichtigt. Statische oder baurechtliche Einschränkungen sind noch nicht geprüft und können die Installation einer Solaranlage verhindern. Beachten Sie diesbezüglich bitte auch die Informationen unter „Der Weg zur eigenen Solaranlage“. Die hier dargestellten Ergebnisse dienen Ihrer ersten Information, müssen in jedem Fall vor Ort überprüft werden und ersetzen nicht die Beratung durch qualifiziertes Fachpersonal.

Die meisten Solardachkataster sind internetgestützte, interaktive Kartenanwendungen mit einer Datenbasis, die auf der Basis von Luftbildern oder Laserscans ermittelt wurde. Sie zeigen durch farbliche oder grafische Darstellungen an, welche Dächer einer Kommune sich für die Solarenergienutzung eignen. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine erste grobe Abschätzung. Die statische Eignung von Dachflächen, Vorgaben des Denkmalschutzes oder Veränderungen an den Gebäuden oder der umgebenden Vegetation können nicht berücksichtigt werden. Deshalb sollten die Ergebnisse des Solardachkatasters auf jeden Fall vor Ort überprüft sowie möglichst eine qualifizierte Fachberatung hinzugezogen werden.

Das vorliegende Solardachkataster beruht auf Daten, die durch das sogenannte Airborne Laserscan-Verfahrens (ALS) gewonnen werden. Die Datenbasis wird dabei alle sechs Jahre durch die nordrhein-westfälische Landesvermessung aktualisiert. Gewonnen werden Daten, die das Relief beschreiben und ein Digitales Höhenmodell (DHM) ergeben. Daraus können unter Heranziehung weiterer Datenquellen Solardachkataster errechnet werden. Weiterführende  Informationen zum Laserscan-Verfahren sind auf der Internetseite von GEObasis.NRW erhältlich.

Die so gewonnenen Daten werden mit den Grundrissen der Gebäude aus dem Liegenschaftskataster kombiniert und Dachneigung sowie -ausrichtung berechnet. Daraus können unter Berücksichtigung von Dachflächengröße, Ausrichtung, Neigung, Verschattung durch umliegende Bäume und Bauwerke und die mittlere solare Sonneneinstrahlung die Solardache der Dachflächen berechnet werden.

Warum Beratung?

Die Anschaffung einer eigenen Solaranlage ist eine Investition in die Zukunft. Alle Solaranlagen, sowohl thermische wie auch Photovoltaik-Anlagen, werden über sehr lange Zeiträume, wahrscheinlich mindestens 20 bis 30 Jahre oder sogar länger in Betrieb bleiben und sie sollen in dieser Zeit so störungsfrei und zuverlässig wie möglich ihre Aufgabe erfüllen. Um das sicherzustellen, sind einige Aspekte zu beachten.

Eine Erstberatung hilft, sich einen Überblick zu verschaffen. Sie ist kostengünstig (im Normalfall ab etwa 25,- €) und wird von seriösen und neutralen Anbietern kurzfristig durchgeführt. Dabei wird Ihr Gebäude in Augenschein genommen und die örtlichen und persönlichen Gegebenheiten werden berücksichtigt. Durch die Beratung erhalten Sie in der Regel eine gute Entscheidungshilfe für Ihr weiteres Vorgehen.

Angebote der Verbraucherzentrale:

Informationen zur Nutzung der Solarenergie

Energieberatung bei Ihnen zu Hause

Energieberatung in den Beratungsstellen

Kompetente Ingenieure und Handwerker finden:

GIH-Verband Rhein-Ruhr

 

Beratungsangebote der EnergieAgentur.NRW:

Für Wohnungsgesellschaften / Mieterstrom:

Wilhelm Schröder
EnergieAgentur.NRW / Netzwerk Photovoltaik
Tel.: 0211 866 42-140
Mobil: 0171 53 20 234
Mail: schroeder(at)energieagentur.nrw

Webseite

Für Unternehmen (Gewerbe/Industrie):

Eugen Eichmann
EnergieAgentur.NRW / Leiter Marktinitiative Photovoltaik NRW
Tel.: 0211 86642-276
Mobil: 0157 86555 921
Mail: eichmann(at)energieagentur.nrw

Webseite

Welche Fördermittel gibt es?

Die Politik will die Verbreitung von regenerativer Energieerzeugung unterstützen und hat deshalb eine Vielzahl von attraktiven, lohnenswerten Fördermöglichkeiten geschaffen, die oft ergänzt werden um Initiativen von Kreditinstituten, Energieversorgern oder von anderen Akteuren. Hier kann es sich lohnen, bei den lokalen Akteuren nachzufragen. Viele Maßnahmen zur Energieeinsparung oder zur Anwendung Erneuerbarer Energie werden vom Land Nordrhein-Westfalen oder dem Bund gefördert.

Angebote der EnergieAgentur.NRW zu Fördermitteln:

Förder-Navi 

Förderprogramme der Energieversorgungsunternehmen 

Unsere Sonne ist ein riesiger Kernfusionsreaktor, in dem in jeder Sekunde 564 Millionen Tonnen Wasserstoff zu Helium „verbrannt“ werden. Dieser Prozess bewirkt eine Gesamtenergieabstrahlung von etwa 370 Quadrillionen kW. Damit setzt unsere Sonne in einer einzigen Sekunde etwa eine Millionen Mal mehr Energie frei, als wir auf der Erde in einem ganzen Jahr verbrauchen. Das ist eine ziemlich große Menge, die als Strahlungs-, Licht- und Wärmeenergie abgestrahlt wird. Ein Teil dieser riesigen Energiemenge kommt auf der Erdoberfläche an. Und eben auch auf Ihrem Gebäudedach.

Mit geeigneter Technik kann diese Energie entweder in elektrischen Strom (man spricht von Photovoltaik oder Photovoltaik-Anlagen) oder in Wärme (Solarthermische Anlagen, Kollektoren) umgewandelt werden.

Eine Photovoltaik-Anlage besteht im Wesentlichen aus nur zwei Elementen: aus den Solarmodulen, die aufs Dach montiert werden und aus sogenannten Wechselrichtern. Das auf die Solarmodule treffende Sonnenlicht setzt dort, im Material der Solarzellen, Elektronen in Bewegung. Damit hat man schon einen elektrischen Strom, in diesem Fall einen Gleichstrom erzeugt. Die Elektronen (der elektrische Strom) werden über ein Stromkabel zum Wechselrichter geleitet. Dieser macht aus dem Gleichstrom, der durch das Sonnenlicht in den Solarmodulen auf dem Dach erzeugt wird, genau den Wechselstrom, den wir normalerweise aus dem Stromnetz beziehen. Diese Darstellung ist natürlich stark vereinfacht,  aber das eigentliche Funktionsprinzip läßt sich wirklich so einfach erklären.

Der auf dem Dach erzeugte Strom wird entweder ins Stromnetz eingespeist oder selbst verbraucht. Die Menge wird über einen eigenen Stromzähler gemessen. Bei der Einspeisung ist Ihr "Netzbetreiber" verpflichtet, Ihnen den ins Netz eingespeisten Strom zu vergüten. Grundlage dafür ist das Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien (EEG).

In den Anfangsjahren der EEG-Förderung amortisierte sich die Investition in eine Photovoltaik-Anlage alleine durch die recht hohe Einspeisevergütung, auch wenn die vereinbarten Vergütungssätze nach und nach abgesenkt wurden. Heute ist in vielen Fällen, insbesondere für private Hauseigentümer, die Eigennutzung des erzeugten Stroms wirtschaftlicher, auch wenn zusätzliche Investitionskosten für ein oftmals sinnvolles Speichersystem mit eingerechnet werden.

Weiterführende Informationen gibt die EnergieAgentur.NRW.

Solarthermische Anlagen dienen der Erzeugung von Wärmeenergie. Sie können auf vielfältige Weise genutzt werden, insbesondere zur Warmwasserbereitung, zur Unterstützung der gebäudeeigenen Heizungsanlage oder zur Beheizung eines Swimmingpools. Dadurch sinken Brennstoffkosten für Warmwasser und die Heizung.

Das wichtigste Bauteil einer thermischen Solaranlage ist der Sonnenkollektor. Sonnenkollektoren gibt es in unterschiedlichen Bauweisen, zum Beispiel sogenannte Absorbermatten, Flachkollektoren, Vakuum - Flachkollektoren, Vakuum - Röhrenkollektoren und andere. Bei Solarthermischen Anlagen ist der Sonnenkollektor das Bauteil, das auf dem Gebäudedach montiert wird und die Sonneneinstrahlung zur Erwärmung von Wasser nutzt, das durch den Kollektor fließt. Die dadurch gewonnene Wärmeenergie wird in geeigneter Weise dem Heizungssystem des Gebäudes zugeführt und trägt so zur Warmwasser- und Wärmeversorgung des Hauses bei. Wenige Quadratmeter Dachfläche, die von der Sonne angestrahlt werden, sind für normale Wohngebäude völlig ausreichend.

Auf vielen Hausdächern ist ausreichend Platz, um Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen zusammen zu errichten. Die Fördermöglichkeiten für beide Anlagentypen sind vielfältig und können im Einzelfall deutlich voneinander abweichen. Eine eingehende persönliche Beratung hilft Ihnen, sich zu orientieren. Weitere Informationen finden Sie unter Beratungsangebote und Fördermittel.

Dach mit Solarmodulen

Der Weg zur eigenen Solaranlage

Möchten Sie wissen, wie Sie die Energie der Sonne auf Ihrem eigenen Dach nutzen können? Hier bekommen Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Weg zu Ihrer eigenen Solaranlage ... Mehr

Kontakt & Infos

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