Blick zurück nach vorn: Das Ruhrgebiet verabschiedet sich mit vielen Ausstellungen vom Bergbau

Ende des Jahres heißt es endgültig: Schicht im Schacht für den Steinkohlebergbau in Deutschland. Mit Prosper Haniel in Bottrop schließt am 21. Dezember 2018 die letzte Zeche in der Metropole Ruhr. Das Ruhrgebiet nimmt den Ausstieg zum Anlass, sich angemessen zu verabschieden - unter anderem mit zahlreichen Ausstellungen.

Das Bochumer Bergbau-Museum. Foto: Stadt Bochum, Presse- und Informationsamt

Frischzellenkur fürs Deutsche Bergbau-Museum

Dem Bergbau ist in Bochum ein ganzes Museum gewidmet. Das Deutsche Bergbau-Museum, eines von acht Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft, ist mit rund 400.000 Besuchern pro Jahr das weltweit größte Museum seiner Art. In der zweiten Jahreshälfte 2018 wird das Ausstellungshaus nach umfassender Sanierung und inhaltlicher Neuordnung wieder eröffnet. Die RAG-Stiftung finanziert den Umbau im Rahmen der Initiative "Glückauf Zukunft!" mit rund 15 Millionen Euro.

www.bergbaumuseum.de

"Das Zeitalter der Kohle"

Der Bergbau steht auch im Mittelpunkt der Ausstellung "Das Zeitalter der Kohle. Eine europäische Geschichte", die vom 27. April bis 11. November in der Mischanlage der ehemaligen Kokerei auf dem Welterbe Zollverein in Essen zu sehen ist. Erstmals führen das Essener Ruhr Museum und das Deutschen Bergbau-Museum in Bochum ihre Sammlungen in einer Schau zusammen. Sie zeichnet die Geschichte der Kohle in Europa von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis heute nach. Anhand von rund 1.200 Exponaten zeigt die Ausstellung nicht nur die technische Entwicklung der Förderung, sondern auch die gesellschaftlichen Entwicklungen.

www.zeitalterderkohle.de

Bergbau-Kult am Eingang eines Hauses in der Teutoburgia-Siedlung in Herne. Foto: LWL-Industriemuseum / Martin Holtappels

Ausstellungen in fünf LWL-Industriemuseen

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe plant ein standortübergreifendes Ausstellungsprojekt in fünf seiner Industriemuseen. In der Dortmunder Zeche Zollern läuft vom 23. Februar bis 28. Oktober die Schau "RevierGestalten. Von Orten und Menschen", die mit Fotografien, Filmausschnitten und Exponaten die Entwicklung von der Industrie zur Industriekultur beleuchtet. Mit "Revierfolklore" beschäftigt sich zwischen dem 22. März und 28. Oktober die Ausstellung am Standort Zeche Hannover in Bochum. Der Fokus ist auf regionale Erinnerungskultur "Zwischen Heimatstolz und Kommerz" (so der Untertitel) gerichtet. "Von Kohle gezeichnet. Frauen im Bergbau" lautet der Titel der Schau in der Zeche Nachtigall, Witten, die vom 18. März bis November Fotografien von Dariusz Kantor präsentiert. Weitere Ausstellungen laufen in der Henrichshütte Hattingen und im Schiffshebewerk Henrichenburg.

www.lwl.org

"Energiewenden - Wendezeiten"

Das LVR-Industriemuseum in der Zinkfabrik Altenberg Oberhausen nimmt die Schließung der letzten Ruhrgebietszeche zum Anlass, unter dem Titel "Energiewenden – Wendezeiten" einen Blick auf die Geschichte und die Zukunft der Energie. zu werfen. Bis zum 28. Oktober können Besucher der Schau die Energielandschaft digital erforschen, Zukunftsprojekte entdecken und selbst eigene Ideen skizzieren. Auf 1.000 Quadratmetern erleben sie die Geschichte der Energie an Rhein und Ruhr und erfahren viel über aktuelle und vergangene Energiewenden.

www.energiewenden.lvr.de

Das Märkische Museum Witten gehört zu den RuhrMuseen, die sich am Ausstellungsprojekt beteiligen. Foto: Frank Vinken

"Kunst & Kohle"

2018 ist für die RuhrKunstMuseen das Jahr von "Kunst & Kohle". 17 Häuser beteiligen sich an dem wohl größten städteübergreifenden Ausstellungsprojekt und werfen einen künstlerischen Blick auf den Bergbau. In 13 Städten der Metropole Ruhr werden von Mai bis September zeitgleich künstlerische Positionen gezeigt. Dabei wechseln sich thematische Gruppenausstellungen mit Einzelpräsentationen ab.

www.ruhrkunstmuseen.com

"Umbrüche: Industrie - Landschaft - Wandel"

"Umbrüche: Industrie – Landschaft – Wandel" zeigt noch bis zum 25. März das Museum unter Tage in Bochum. Zu sehen sind Fotografien von Rudolf Holtappel, Bernd und Hilla Becher, Joachim Brohm und Jitka Hanzlová sowie Filme von Marco Kugel und Richard Serra, die vom Strukturwandel des Ruhrgebiets zeugen. Die Arbeiten reichen aus der Zeit des frühen Strukturwandels bis in die Gegenwart.

www.situation-kunst.de

Kontakt & Infos

Informationsdienst Ruhr (idr)
Redaktion
Gabi Büscher
Telefon: +49 (0) 201 / 2069-282
Kerstin Röhrich
Telefon: +49 (0) 201 / 2069-281

Route Industriekultur

Die Route der Industriekultur bündelt etliche Bergbau-Schauplätze: Zechensiedlungen, Kokereien oder die in den Besitz des Regionalverbandes Ruhr übergegangenen und begrünten stillgelegten Halden.

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