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Montag, 19. Juni 2017

Bochum: Malerei von Ruprecht Geiger

Ruprecht Geiger: Pinc moduliert, 2005. Foto: Katalog

Die Ausstellung im Kunstmuseum Bochum gibt einen repräsentativen Einblick in Ruprecht Geigers Werk. Die Auswahl lässt ab 25. Juni entscheidende Schritte seines Schaffens nachvollziehen unter besonderer Berücksichtigung seiner bis zum Schluss andauernden Beschäftigung mit der Farbe Rot.

Licht- und Farberscheinungen des weiten Himmels
Für Rupprecht Geiger werden Licht- und Farberscheinungen des weiten Himmels über kriegszerstörten und menschenentleerten Landschaften während seines Einsatzes als Kriegsmaler in Russland zum prägenden Schlüsselerlebnis seiner Malerei:
„Der Himmel ist von beispielloser Farbenpracht und von unglaublicher Weite. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. …
In der traurigen Düsternis des Kriegsgeschehens wird das Rot, der leuchtende Abendhimmel ein hoffnungsvolles Fanal.“ (Tagebucheintrag 1941) Die in diesem Zusammenhang entstandenen Werke verweisen trotz ihrer Abbildhaftigkeit bereits auf die von Geiger später provozierten Stimmungen und Energiefelder in abstrakten Farbbildern.


Licht- und Farbwirkungen
Als Sohn des Malers Willi Geiger 1908 geboren und früh durch seinen Vater für Licht- und Farbwirkungen in der Natur sensibilisiert, wählt er die Laufbahn des Architekten und verschreibt er sich erst nach seinem Russlanderlebnis der konsequenten Erforschung des Wesens der Farbe. Schon 1948 experimentiert er mit einer Werkgruppe von „shaped canvases“, die seine Überzeugung, dass Farbe eine Ausdehnung braucht und somit seine Suche nach Formen der Farben, sein „Bauen mit Farbe“, unterstreichen.

Materie und Geist
Als Mitbegründer der Künstlergruppe „ZEN 49“ ging es ihm in seinem Kunstschaffen immer auch um das Verhältnis von Materie und Geist, um den Ausdruck von Spiritualität. Als malendes Individuum nimmt er sich zunehmend zurück und schließt jeglichen handschriftlichen Duktus beim Farbauftrag aus. Dies gelingt ihm durch eine Spritzpistole, die er seit 1965 benutzt und mit ihr Acryl gebundenen fluoreszierenden Pigmenten auf die Leinwand bringt, um so der Farbe optimal die Entfaltung ihrer Wesenhaftigkeit zu ermöglichen. Um dem individuellen Wesen einer Farbe zu entsprechen, verlässt er bisweilen das klassische Rechteckformat und sucht nach genuinen Formen, die als ovale Bilder, Farb- und Leinwandkombinationen bis hin zu dreidimensional konstruierten oder imaginierten Farbobjekten wirksam werden. Dabei entziehen sich Geigers Farbmaterialisationen dem empirischen Raum: Für ihn relativieren sich Kategorien wie oben und unten, so dass seine Werke bisweilen keine eindeutige Vorgabe der Hängung haben.

Ausstellung: Ruprecht Geiger im Kunstmuseum Bochum vom 25. Juni bis zum 24. September 2017

Kunstmuseum Bochum
Kortumstraße 147
44777 Bochum
Fon +49 (0)234. 910 - 42 30

Öffnungszeiten:
Dienstag, Donnerstag, Freitag,
Samstag und Sonntag:
10.00 — 17.00 Uhr
Mittwoch:
10.00 — 20.00 Uhr

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