Marktfrisch und regional - Wochenmärkte im Ruhrgebiet

Sie sind die kommunikativen Zentren ihrer Städte und ein Garant für frische Produkte aus der Region: Die Wochenmärkte der Metropole Ruhr überzeugen durch ihr qualitativ hochwertiges Angebot, ihre Auswahl - und durch Händler, die wissen, woher ihr Angebot stammt. Und das mitunter seit Generationen. Wir bitten zum Marktbummel. 

Der Altmarkt in Oberhausen. Foto: Sonja Mersch
Der Altmarkt in Oberhausen.

Der Wochen-Markt

Größe ist nicht immer alles. Bisweilen machen Qualität und Quantität so einiges wett: Bis zu 40 Händler bieten - wenngleich auch nicht immer alle zur gleichen Zeit - ihre Waren auf dem Altmarkt rund um die Friedenssäule in Oberhausen an. Und das nicht etwa, wie anderorts üblich, an zwei Tagen die Woche, sondern täglich, montags bis samstags, jeweils von 8 bis 14 Uhr. So ist es Tradition auf dem Frischemarkt in der City. Seit 1862. Im Sortiment: Obst, Gemüse und Kartoffeln, Blumen, Backwaren, Eier, Fleisch, Gewürze und Textilien.

Wochenmärkte in Oberhausen
Altmarkt in Oberhausen

Der Markt in Rüttenscheid. Foto: IG Rüttenscheid
Bild vom Wochenmarkt in Rüttenscheid.

Der Exklusive

Samstag, fünf nach ein Uhr, in Essen-Rüttenscheid ist es Zeit für Bandwurm-Worte: „Tütechampignonseineuro. Bananeneineuro. Johannisbeerenjetzteineuro“. Noch 55 Minuten, dann schließt der Wochenmarkt. Direkt am Rüttenscheider Stern gelegen versammelt sich hier mittwochs und samstags der ganze Stadtteil. Zum Einkaufen natürlich, aber auch zum Kaffee im Café „Aroma“ oder zum Wochenrückblick bei einem netten Plausch. Auf den Wegen zwischen den über 80 Ständen werden mit Blick auf „Brie de Meaux“, frische Seesalzbutter, neue Kartoffeln, herrliche Rosen, die Marmeladenauswahl der „Früchtefee“ und dem „Saft des Tages“ die wichtigsten Neuigkeiten ausgetauscht. Und auch, wenn die Kurz-vor-Schluss-ein-Euro-Angebote anderes vermuten lassen: Der Rüttenscheider Wochenmarkt gilt als echte Gourmet-Zone mit dem etwas exklusiveren Angebot; teils frisch eingekauft auf dem Großmarkt in Paris.

Wochenmärkte in Essen

Der "Marina-Markt" in Duisburg. Foto: Frischekontor
MarinaMarkt aus der Ferne.

Der Saisonale

Alles hat seine Zeit. Auch der "Marina-Markt" am Duisburger Innenhafen: Alljährlich von April bis Oktober, jeweils am zweiten Sonntag im Monat von 11 bis 18 Uhr, geht die Schar Hafenpromenaden-Flaneure nahtlos in jene der eifrigen Marktbummler über. Eine für Duisburg "einmalige Marktsituation" - und ein ganz klares Highlight im Veranstaltungskalender der Stadt. Das Angebot an rund 100 Ständen spiegelt sich im Dreiklang "Frisches, Schönes, Köstliches" wider: Traditionelle Marktwaren sind hier ebenso zu haben wie abwechslungsreiche gastronomische Spezialitäten und ausgefallenes Kunsthandwerk. Und immer dabei: das echte Hafenflair.

Wochenmärkte in Duisburg
Marina-Markt in Duisburg

Frische und Qualität haben in Buer Priorität. Foto: Fotolia/mangostock
Bild: Markthändler. Foto: Fotolia/mangostock

Der Vorzeigemarkt

In unmittelbarer Nachbarschaft zur "Buerschen Markthalle" mit ihrem außergewöhnlichen Gastronomie-Angebot, direkt zwischen De-la-Chevallerie und Hochstraße hat dienstags, donnerstags und samstags (8 bis 13 Uhr) der Wochenmarkt in Gelsenkirchen-Buer seinen Platz. Unter den Märkten der Stadt gilt der Bueraner als "Vorzeigemarkt", der insbesondere durch ein sehr breites Frischeangebot und extrem hohe Qualität auftrumpft. Viele Händler haben hier seit Generationen einen Stand. Viele Kunden kaufen hier seit Generationen ein. Bei beiden Gruppen vorrangig gefragt: beste Bio-Qualität. Neben frischem Fisch, Wild und Geflügel, Obst und Gemüse werden hier auch griechische, türkische und italienische Spezialitäten angeboten. Und auch scheinbar längst vergessene Dienstleistungen haben in Buer einmal im Monat ihren festen Platz, wenn etwa ein Scherenschleifer seine Zelte aufschlägt.

Wochenmärkte in Gelsenkirchen

Klaus Opitz verkauft auf dem "Feierabendmarkt": Foto: Sonja Mersch
Feierabendmarkt von oben.

Der Späte

Wer lebendige Wochenmärkte will, muss mit der Zeit gehen. Mit der Wiedereröffnung des traditionsreichen Moltkemarktes Ende 2013 am Springerplatz hat Bochum seinen ersten "Feierabendmarkt" auf den Weg gebracht: Jeden Freitag von 16 bis 20 Uhr haben jetzt auch Berufstätige die Chance, marktfrisch einzukaufen. Ein modernes Konzept, das funktioniert. Rund 20 Händler bieten bislang ihre Waren an, von Feinkost über frischen Fisch bis hin zu edlen Fleischwaren,regionalen Gemüse-Variationen oder alten Obstsorten.

Wochenmärkte in Bochum