Strukturwandel: Kohle und Stahl war einmal
Seit den 60er Jahren lebt das Ruhrgebiet mit dem Wandel: Zeitgleich mit den ersten Zechenschließungen wurde die erste Universität gegründet - Vergangenheit und Zukunft lagen und liegen auch heute noch nahe beieinander: Aus der Montanregion wird die Technologieregion Ruhr.
"Neue Zeiten" durch Technologie und Dienstleistung
Die Metropole Ruhr muss umdenken, denn der subventionierte Steinkohlebergbau wird bis zum Jahr 2018 nach und nach eingestellt. Doch was erwartet die ehemals größte Montanindustrieregion Europas nach ihrem jahrhunderte langen Dasein als industrielle Schlagader des Landes? Die Region durchläuft einen enormen Wandel. Die „neuen Zeiten“ machen die Metropole Ruhr zur Technologie- und Wissensgesellschaft mit herausragenden Zukunftsperspektiven.

- Solarmodul vor Zechenturm anlässlich einer Umweltmesse in Essen. Foto: RVR/Oberhäuser
Mit erneuerbaren Energien in die Zukunft
Ein Beispiel für ein erfolgreiches "Gestern & Heute" in der Metropole Ruhr sind die Zukunftsenergien. Geothermie, Biomasse, Wasserstoff, Windkraft, Solarenergie - das Ruhrgebiet entwickelt sich zum etablierten Standort für regenerative Energien.
Als weltweit führender Standort von Komponentenherstellern spielt die Metropole Ruhr eine Schlüsselrolle in der Erfolgsstory der erneuerbaren Energien in Deutschland. So ist die Region beispielsweise bei der Antriebstechnik in Marktposition und Technologie führend.
Nicht nur die weltweite Nr. 1 bei Antriebssystemen für Windenergieanlagen ist in der Metropole Ruhr beheimatet sondern auch der Marktführer im Bereich der Verbindungstechnik. Zahlreiche regionale Komponentenhersteller für Windenergieanlagen haben ihren Ursprung in der Bergbautechnik. Mit der Nutzung der Windenergie haben sie sich ein neues Hauptgeschäftsfeld erschlossen - ein eindrucksvolles Beispiel für den Strukturwandel.
Boom der Querschnittstechnologien
Wegweisend für die Zukunftsfähigkeit von Wirtschaftsstandorten sind die Querschnitts- bzw. Schlüsseltechnologien. Auch hier kann die Metropole Ruhr punkten, denn sie spielt in der Nanotechnologie, der Mikrosystemtechnik und der Werkstofftechnologie ganz weit vorn mit. Ihre Förderung ist eine lohnende Investition, gelten diese neuen Technologien doch als Motor und Sprungbrett zugleich für die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren in Anwenderbranchen. Sie entwickeln nicht nur gefragte neue Lösungen in der Produktion, beispielsweise zur Verringerung des Energieeinsatzes, sondern bringen auch zukunftsfähige Produkte wie feuerfeste Tapeten oder kratzfeste Lacke hervor.
Nur ein konkretes Beispiel aus der Region: Neue Oberflächentechniken machen Stahl korrosionsbeständiger und kratzfester, modernes Design bei Fassaden oder Haushaltsgeräten setzt auf neue Werkstoffe wie diesen. Das DOC Dortmunder OberflächenCentrum entwickelt u. a. solche maßgeschneiderten Beschichtungen, die auf Stahlband applizierbar sind. Sowohl die Nano-, als auch die Mikrosystem- und die Werkstofftechnologie sind mit den anderen Kompetenzfeldern der Region eng verzahnt. Es ist diese Verzahnung, die zum guten Ruf der Metropole Ruhr als Technologiestandort maßgeblich beiträgt.
Beispiel Gesundheitswirtschaft
Eine weitere Facette des Strukturwandels: Die boomende Gesundheitswirtschaft in der Region. Nirgendwo in Deutschland sind die Menschen medizinisch so gut versorgt wie in der Metropole Ruhr. Aus einstigen Bergarbeiter-Krankenhäusern wie den "Kruppschen-Krankenanstalten" wurden Kliniken mit Spitzentechnologie wie das heutige Krupp-Krankenhaus, das weit über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus bekannt ist. Es ist auch diese flächendeckend gute medizinische Versorgung, die die hohe Lebensqualität in der Metropole Ruhr ausmacht.
Beispiele wie diese zeigen, dass sich die Metropole Ruhr den Anforderungen des Strukturwandels mit großem Selbstbewusstsein stellt. Die positiven Prognosen lassen sich mit Zahlen belegen: Seit 2000 ist das Bruttoinlandsprodukt des Landes NRW um 16 Prozent gestiegen, das BIP der Metropole Ruhr ebenfalls um 16 Prozent, der Rhein-Ruhr-Raum kann hier eine Steigerung um 15 Prozent vorweisen. Die Metropole Ruhr hat einen Anteil von 26 Prozent am NRW-Bruttoinlandsprodukt (davon Rhein-Ruhr-Raum: 67 Prozent).



