Energie sparsam und umweltfreundlich nutzen
Um die Zeit zu überbrücken, bis die neuen Energiequellen die bisherigen komplett ablösen können, müssen die vorhandenen Energieträger gestreckt werden. Wärmedämmung und Beleuchtungstechnik sind einleuchtende Beispiele dafür, wo sich viel Energie einsparen lässt.

- Aufnahmen mit speziellen Kameras dokumentieren den Wärmeverlust von Gebäuden. Foto: fotolia/fotoflash
Auch lassen sich vorhandene Mittel effizienter nutzen, etwa durch neue, umweltschonende Kraftwerkstechnologien. Manche der alternativen Energien sind nur zeitweilig verfügbar: Windenergie gibt’s nur, wenn der Wind weht. Darum erfordert ihre zunehmende Einspeisung in das Stromnetz intelligentes Lastenmanagement. Alle diese Aspekte gehören zum Energiemanagement.
Zu den vielen Akteuren auf diesen Gebieten gehört das Gaswärme-Institut e. V. Es erforscht in Essen, wie Gas in vielfältigen Anwendungen sparsamer und umweltfreundlicher eingesetzt werden kann. Auch etliche Lehrstühle der Uni Duisburg-Essen und das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT untersuchen Möglichkeiten, wie Energie eingespart werden kann. Ende 2011 neu dazugekommen ist das Institut für Energiesysteme, Energieffizenz und Energiewirtschaft (ie3) der TU Dortmund, das Forschungen zu einer CO2-neutralen, wirtschaftlich und technisch machbaren Energieversorgung bündeln soll.
Forschen im Verbund
Viele Aktivitäten finden in Verbünden statt. So haben sich an der Fachhochschule Gelsenkirchen zehn Professoren zum EnergieInstitut zusammengeschlossen. Elektrotechniker, Maschinenbauer, Ver- und Entsorger arbeiten hier gemeinsam an der Weiterentwicklung unter anderem von Brennstoffzellensystemen, Systemen der elektrischen Energietechnik, Energiesystemen der Hochleistungspulstechnik, schadstoffarmer Verbrennung, Wärmepumpen, Schwingungsuntersuchungen und Photovoltaik.Europaweit kooperieren Experten in dem Projekt "ChangeBest" zur Markteinführung von Energieeffizienz-Dienstleistungen; koordiniert wird es von Prof. Wolfgang Irrek von der Hochschule Ruhr West.
Gebündelte Kompetenz
Einrichtungsübergreifend ist die Zusammenarbeit in ef.Ruhr, einer GmbH der Universitätsallianz Metropole Ruhr. Der deutschlandweit größte Zusammenschluss energietechnisch forschender Lehrstühle und Institute bündelt die Kompetenz von rund 40 Professoren aus dem gesamten Spektrum der Energieforschung. Ef.Ruhr koordiniert gemeinsame Projekte – auch mit der Industrie – unter anderem zur Entwicklung dezentral vernetzter Energiesysteme und zu Kraftwerksfeuerungen.
Strom verlustfrei transportieren
Bei Transport von der Quelle zum Verbraucher geht bisher viel Energie verloren. Der Energiekonzern RWE baut in Essen die weltweit längste Teststrecke für den Stromtransport in Supraleitern: Spezielle Keramikkabel sollen durch Verminderung des elektrischen Widerstands Strom verlustfrei über weite Strecken transportieren. Der vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Test soll von 2014 bis 2016 laufen. Die Teststrecke ist rund einen Kilometer lang.




