Forschungskompetenz Geothermie
Geothermie oder Erdwärme ist ein unerschöpfliches Energiereservoir aus dem glühenden Inneren unseres Planeten – CO2-frei. Wegen ihrer Vorteile ist die Geothermie ein besonders stark wachsendes Segment der erneuerbaren Energien.
Erdwärme aus Bochum
Die Metropole Ruhr verfügt traditionell über umfangreiches Wissen über die Gewinnung von Energie aus der Erde: über Bergbau- und Bohrtechnik, Pumpen- und Anlagenbau, Wärmetechnik und vieles mehr. Die hiesigen Hochschulen sind führend bei Forschung und Ausbildung im Bereich Geothermie.
Wichtige Einrichtungen sind in Bochum konzentriert. Die Verbundforschungseinrichtung Internationales Geothermiezentrum koordiniert anwendungsorientierte Geo-Forschung. Ein Beispiel: Eine dort entwickelte, preisgekrönte Hochdruckbohrtechnik macht das Einbringen von Sonden für die Erdwärme-Gewinnung schneller und sicherer. Das Land NRW baut für das Zentrum das GeoTechnikum als größtes europäisches Verbundforschungsinstitut für die Erwärmenutzung auf. Seine Schwerpunkte werden auf innovativer Bohrtechnik, Reservoirtechnik und geophysikalischer Messtechnik liegen. Es wird Mitte 2012 eine Bohranlage für Tiefbohrungen bis zu 5.000 Metern erhalten.
Weltweit einzigartiges Zentrum
Gefördert mit Mitteln des Landes NRW entsteht hier eine weltweit einzigartige Forschungsinfrastruktur für geothermische Forschung und für geothermische Versuche unter realitätsnahen Bedingungen. Die Entwicklung neuer Technologien vom Labormaßstab bis zur Serienreife gilt als große Stärke der Bochumer Forscher.
Zu der Landeszuwendung in Höhe von elf Millionen Euro kommen Eigenmittel und Geld aus der Wirtschaft. Die Hochschule Bochum baut damit außer einem Institutsgebäude mit geowissenschaftlichen Laboratorien eine Großversuchshalle mit Werkstätten und ein Testfeld für Versuche unter produktionsnahen Bedingungen. Die Fertigstellung wird für August 2012 erwartet.
Erste Bohrung als Spatenstich
Ein 1,7 Millionen Euro teurer Bohrer übernahm den traditionellen Spatenstich: Die erste Bohrung wurde am Neubau des GeoTechnikums an der Hochschule Bochum ausgeführt. Die Forschungsbohranlage HBR 207 GT frisst sich in den tiefen Untergrund an der Ruhr, "getauft" wurde sie auf den Namen BO.REX. Die mobile Anlage kann bei 40 Tonnen Zugkraft über 1000 Meter tief bohren und dabei alle verfügbaren Bohrverfahren einsetzen.
Welthauptstadt der Geothermie
Die Geschäftsstelle des geothermischen Weltverbandes International Geothermal Association (IGA) arbeitet von 2011 bis 2015 in Bochum. Dieser Dachverband der geothermischen Gesellschaften zählt mehr als 5.000 Mitglieder in 65 Ländern, seine Aufgabe ist die Förderung der weltweiten Forschung und Nutzung geothermischer Energie. Der GtV-Bundesverband Geothermie richtete an der Hochschule Bochum ein Büro für Internationale Koordination ein. Auch die EnergieAgentur.NRW hat dort ihr Büro für Geothermie. Bochum war zudem Austragungsort des weltweiten Geothermiekongresses im November 2011, der 500 Fachbesucher aus aller Welt anzog.

- So wird das Forschungsverbundinstitut GeoTechnikum aussehen. Foto: GZB





