Zukunft Wasserstoff

Wasserstoff könnte der Energieträger der Zukunft sein und der Menschheit emissionsfrei fast unerschöpfliche Mengen an elektrischer Energie und Wärme liefern. Für den breiten Einsatz etwa in Bussen, Pkw und Fahrrädern muss aber die Forschung zu geeigneten Brennstoffzellen und zur Speicherung des Wasserstoffs vorangetrieben werden.

Vielversprechende Forschungsprojekte dazu gibt es an mehreren Hochschulen in der Metropole Ruhr und am Zentrum für BrennstoffzellenTechnik ZBT, einer forschungsstarken GmbH in Duisburg, die sich auf Brennstoffzellen, Batterietechnik und Wasserstofferzeugungsverfahren spezialisiert hat.

Preis für langlebige Brennstoffzellen

Im Hochschulwettbewerb "ZukunftErfindenNRW" erhielten Elektrotechniker der Fachhochschule Gelsenkirchen im Januar 2012 den mit 10.000 Euro dotierten 2. Preis für eine Erfindung mit hohem Marktpotenzial: eine einfach zu reparierende modulare Brennstoffzelle. Die Gelsenkirchener haben ein Brennstoffzellen-System entwickelt, bei dem die einzelnen Module ausgewechselt werden können und ihre Anzahl leicht auf die jeweilige Anwendung angepasst werden kann. Zum schnellen Wechsel befindet sich jedes Modul in einer Tasche. Alle sind von Wasser umspült. Durch diese besondere Kühlung erhöht sich die Lebenserwartung. Dadurch eignet sich das Prinzip für den stationären Einsatz wie etwa als Brennstoffzellen-Heizgerät.

Wärme optimal speichern

Zu den Forschungsschwerpunkten des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung gehören neue Materialien für die Speicherung von Wasserstoff und Wärme. Die Mülheimer Forscher konzentrieren sich dabei auf Leichtmetall-Hybridverbindungen, da diese Materialien als Wärmespeicher bis zu einer Temperatur von ca. 550°C verwendbar sind. Damit eignen sie sich optimal zur Speicherung großer Wärmemengen für solarthermische Kraftwerke: Tagsüber wird durch solare Wärme das Hochtemperatur-Metallhydrid gespalten und setzt Wasserstoff frei. Der Wasserstoff wird in einem Gastank oder einem Tieftemperatur-Metallhydrid gespeichert. Dieselbe Wärmemenge kann nachts wieder durch die Reaktion von Wasserstoff mit einem Metall zurückgewonnen werden.

"Wasserstoffstadt Herten"

Deutsch­lands ers­tes kom­mu­na­les Tech­no­lo­gie­zen­trum für Was­ser­stoff-​ und Brenn­stoff­zel­len­tech­no­lo­gie steht in Her­ten. Die For­schung, die Ent­wick­lung von Spei­che­rungs-​, Trans­port-​ und An­wen­dungs­tech­ni­ken und die Pro­duk­ti­on rund um Was­ser­stoff und Brenn­stoff­zel­le sol­len in "H2Her­ten" vor­an­ge­trie­ben wer­den. In der De­mons­tra­ti­ons­an­la­ge "Blau­er Turm" soll Stra­ßen­be­gleit­grün zur Was­ser­stoff-​ und Strom­pro­duk­ti­on ver­wer­tet werden. Die 42 Meter hohe An­la­ge soll Was­ser­stoff für das be­nach­bar­te Was­ser­stoff-​Kom­pe­tenz-​Zen­trum liefern. Das Land för­dert das 24,6 Mil­lio­nen Euro teure Pro­jekt mit 7,1 Mil­lio­nen Euro. Die Regie­rung will so die Spit­zen­stel­lung NRWs in der Was­ser­stoff-​ und Brenn­stoff­zel­len­tech­no­lo­gie aus­bau­en.

Treffpunkt der weltweiten Wasserstoff-Experten

Alle zwei Jahre treffen sich Ex­per­ten aus aller Welt zur Welt­was­ser­stoff­kon­fe­renz. 2010 fand diese hochkarätige Fachveranstaltung, der "World Hy­dro­gen En­er­gy Con­gress", in Essen statt.

Wasserstoffstadt Herten

H2Herten heißt Deutschlands erstes kommunales Anwenderzentrum für Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie.

www.H2Herten.de