Schnittstelle Biomedizin

Das BioMedizinZentrum Dortmund ist ein Kompetenzzentrum einer der wichtigsten Transfer-Einrichtungen der Metropole Ruhr, des TechnologieZentrumsDortmund. Es unterstützt Unternehmen an der Schnittstelle der Biomedizin mit anderen Technologien wie der Mikrostrukturtechnik oder IT.

Bild: Forscher im Genlabor
Biotechnik im Genlabor. Foto: TU Dortmund/Huhn

Transfer in Dortmund

Hier werden in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie und der Technischen Universität Dortmund neue Ansätze in der Entwicklung von Arzneimitteln gegen Infektionskrankheiten erarbeitet.

Ein Konsortium aus Dortmunder Unternehmen des Biomedizinzentrums und Forschungsinstituten auf dem Campus hat 2011 den Zuschlag für 3,6 Millionen Euro Fördermittel erhalten, um aus Naturstoffen neue Medikamente gegen Krebs zu entwickeln. Zentrales Element des Projekts ist eine umfassende Datenbank zu einer der weltweit größten Naturstoffsammlungen, die das Dortmunder Unternehmen Intermed Discovery aufgebaut hat. Die Firma extrahiert Stoffe aus Pflanzen und Pilzen aus aller Welt. Die Partner werden diese Stoffe auf ihre Eignung als Wirkstoff hin untersuchen. Aussichtsreiche Arzneimittelkandidaten sollen zur klinischen Entwicklung an die pharmazeutische Industrie lizenziert werden. Das Projekt führt Spezialisten aus den Bereichen Naturstoffe, Synthese, Proteomics, Pharmakologie, Medizinalchemie, Wirkstoffforschung, Onkologie und metabolische Erkrankungen zusammen.

Daneben gibt es das Zentrum für angewandte Proteomik. Unter Proteomik versteht man die Analyse der Gesamtheit der in einem Lebewesen vorliegenden Proteine. Die Medizin erhofft sich aus diesen Forschungen neue Wirkstoffe gegen Krebs, Infektionen und bestimmte Nervenkrankheiten wie Alzheimer oder Parkinson. In diesem Bereich hat auch das Leibniz-Institute for Analytical Sciences ISAS in Dortmund einen Forschungsschwerpunkt.

Grundlagenforschung

Das Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie ist eine der führenden deutschen Einrichtungen in der biomedizinischen Grundlagenforschung. Mit Hilfe von Molekularbiologie und organischer Chemie, Laserrastermikroskopie und Strukturanalytik ist es den Forschern in Dortmund in den vergangenen Jahren gelungen, zahlreiche Mechanismen der Entstehung von Tumoren, neurologischen Entwicklungsstörungen und erblich bedingter Erblindung aufzudecken. Zudem haben sie eine Vielzahl wertvoller Erkenntnisse gewonnen, die dabei helfen, innovative Verfahren zur Diagnose von Krebs zu entwickeln und effizienter nach neuen Tumormedikamenten zu suchen.

Proteine als Bausteine des Lebens

Eine weitere Einrichtung der Max-Planck-Gesellschaft ist in Mülheim zu Hause: das Max-Planck-Institut für bioanorganische Chemie. Seine Forscher versuchen aufzuklären, wie Proteine als Bausteine des Lebens unsere Lebensvorgänge steuern und wie molekulare Nano-Maschinen falsch gefaltete Proteine "reparieren" oder entsorgen können. Möglicherweise lässt sich auf Basis der dabei gewonnenen Erkenntnisse einmal die Photosynthese künstlich nachahmen und somit das Energieproblem der Menschheit verringern.

Chemie gegen biologische Probleme

Die International Max Planck Research School in Chemical Biology ist eine Kooperation des Max-Planck-Instituts für molekulare Physiologie, der Technischen Universität Dortmund und der Ruhr-Universität Bochum. Sie bildet Experten für die interdisziplinäre Lösung biologischer Probleme mit Hilfe chemischer Werkzeuge praxisnah aus.

Forschung an den Hochschulen

Grundlagenforschung findet auch an den Hochschulen statt. Zwei Beispiele:

In einem Sonderforschungsbereich "Membranprozesse" an der Ruhr-Uni untersuchen Wissenschaftler, wie Proteine funktionieren - und fehlfunktionieren, was Krankheiten auslösen kann. Beteiligt sind 15 Teams aus den Fakultäten Biologie, Chemie und Medizin der Ruhr-Uni, der TU Dortmund und aus dem Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie in Dortmund mit insgesamt ca 200 Wissenschaftlern. Die Deutsche Forschungemeinschaft wertet die Kooperation als "als exzellentes, international sichtbareres Cluster".

Das Zentrum für Medizinische Biotechnologie (ZMB) der Uni Duisburg-Essen vereint die biomedizinisch forschenden Arbeitsgruppen am Klinikum und an den Fakultäten Biologie und Chemie. Ziel ist es, Krankheitsmechanismen auf molekularer Ebene zu erkennen und biotechnologische Methoden zu finden, mit denen sie sich beeinflussen lassen. Das soll exaktere Diagnostik und neuartige Wirkstoffe ermöglichen.

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Bochumer Präsident der Akademie der Wissenschaften

Ein preisgekrönter Zellphysiologe der Ruhr-Uni wurde für 2010-2012 zum Präsidenten der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste berufen. Prof. Hanns Hatt forscht auf dem Gebiet der Sinnesphysiologie, Geruchs- und Geschmacksforschung. Einer breiten Öffentlichkeit wurde er bekannt mit seinem Projekt "Macht der Düfte: Vom Molekül zur Wahrnehmung". Mit seinem Team wies er nach, dass menschliche Riechrezeptoren auch außerhalb der Nase vorkommen. So können Spermien Duftlockstoffe wahrnehmen, die ihnen den Weg zur Eizelle weisen.

www.awk.nrw.de