Forschungskompetenz Logistik und Verkehr
Die günstige geographische Lage des Ruhrgebiets im Herzen Europas hat schon der Unternehmer Mathias Stinnes genutzt: Er baute ab 1808 die größte deutsche Handelsflotte auf. Heute ist der verkehrstechnisch am besten erschlossene Ballungsraum Europas Sitz von 3.000 Logistik-Unternehmen.
Logistik-Studiengänge
Für die stark wachsende Logistik-Branche werden Fachleute gebraucht. 1997 richtete die Technische Universität Dortmund den ersten Diplomstudiengang für Logistik in Deutschland ein. Die Metropole Ruhr verfügt heute über das umfangreichste Logistik-Studienangebot Deutschlands: Hier werden Experten unter anderem für Fabrikorganisation, Verkehrssysteme, Förderwesen oder Public Transport Management ausgebildet. Im Logistik-Hochschul-Ranking des Fachmagazins VerkehrsRundschau schneidet insbesondere die Uni Duisburg-Essen seit Jahren hervorragend ab.
Logistik-Forschung
Auch als Logistik-Forschungsstandort genießt die Metropole Ruhr einen ausgezeichneten Ruf. Mehr als 600 Wissenschaftler an 13 Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen bilden gemeinsam den Forschungs- und Entwicklungs-Bereich des Netzwerks LogistikRuhr.
Rund 120 Unternehmen und elf Forschungsinstitute bilden das EffizienzCluster LogistikRuhr. Deutschlands größte Logistik-Forschungsinitiative siegte 2010 im Spitzencluster-Wettbewerb des Bundesforschungsministeriums. Mehr als 100 Millionen Euro werden bis 2015 in Projekte fließen, die den Ressourcenverbrauch senken, intelligente Verpackungen entwickeln oder das Lager der Zukunft. Ziel ist die Schaffung von 4000 neuen Arbeitsplätzen.
Einer der Forschungsschwerpunkte in der Metropole Ruhr ist die prozessorientierte Logistikforschung, die sich mit der Optimierung von Güterströmen befasst. Die eLogistik verknüpft logistische Prozesse mit dem elektronischen Handel. Im Bereich Verkehrssysteme ist in der Metropole Ruhr die Vernetzung der Verkehrsträger Straße, Wasser, Schiene, Luft ein weiteres zentrales Thema; Anwendungen wie Verkehrstelematik und alternative Transportmöglichkeiten zur Entlastung der Straße sind gerade für Ballungsräume wichtig.
Logistics on Demand
An der TU Dortmund beschäftigt sich ein Sonderforschungsbereich mit "Logistics on Demand". Hier sollen Logistiksysteme entwickelt werden, die den sich schnell verändernden Anforderungen (Demands) wie "just in time"-Produktionskonzepten, exponentiell wachsenden Datenaufkommen und neuen Belieferungsformen entsprechen. Vision sind flexible, auf Veränderungen automatisch reagierende, sich selbst kontrollierende und reparierende Systeme. Da die Logistiknetze immer komplexer werden, befasst sich ein weiterer Sonderforschungsbereich mit der Beherrschung großer Netze in der Logistik.
Stau-Forschung
Ein weiteres Kompetenzzentrum hat sich an der Universität Duisburg-Essen etabliert: Das Zentrum für Logistik & Verkehr (ZLV) widmet sich wissenschaftlichen Arbeiten zu Logistik, Mobilität und Verkehr. Die Forscher untersuchen unter anderem energieeffiziente Transportsysteme, das Recycling von Wertstoffen oder logistische Systeme in der humanitären Hilfe. In der breiten Öffentlichkeit werden vor allem die Aussagen des ZLV zu Verkehrsstaus wahrgenommen: Demnach stehen alle Deutschen jährlich zusammen 535.000 Jahre im Stau, ein Vier-Kilometer-Autobahnstau über drei Stunden verursacht Kosten von bis zu 100.000 Euro.
Da gilt es nach Alternativen zu suchen. Die Stiftung Mercator stellt darum für das Projekt "Neue Verkehrskonzepte für die Stadt der Zukunft" des Instituts für Stadtplanung und Städtebau (ISS) an der Uni Duisburg-Essen 300.000 Euro zur Verfügung. Erhoben wird unter anderem, wer sich auf Elektromobile oder andere alternative Fortbewegungsmöglichkeiten überhaupt einlassen würde.
Ausgezeichnete Schwarmintelligenz
Fische und Vögel sind durch aufeinander abgestimmtes Verhalten im Schwarm erfolgreicher als allein. Das Fraunhofer IML überträgt das Konzept der Schwarmintelligenz auf die Logistik. Dazu simulieren die Forscher in einer Halle ein Lagerzentrum. Darin suchen sich 50 fahrerlose Transportfahrzeuge selbstständig Aufgaben und Wege. Fahrzeuge werden so optimal eingesetzt, Aufgaben bestmöglich aufgeteilt. Ziel ist es, logistische Versorgungsketten energiesparender zu gestalten. Die Initiative von Wirtschaft und Bundesregierung "Deutschland – Land der Ideen" wählte das Projekt als einen der 365 Orte im "Land der Ideen" für 2012 aus.
Kontakt & Infos
c/o Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH
45468 Mülheim / Ruhr
Telefax: +49 (0)208.96984-89
45481 Mülheim
Telefax: +49 (0)208.9925-208
"Forderungsgerechte Auslegung von intralogistischen Systemen – Logistics on Demand"
"Modellierung großer Netze in der Logistik"
45481 Mülheim
Telefax: +49 (0)208.9925-208
Metropole in Bewegung
Die Adern der Metropole Ruhr sind ihr engmaschiges Verkehrsnetz. Sie gilt damit als eine der am besten erschlossenen Regionen Europas. Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Auto, ob per Schiene, Wasser oder Luft –




