Neue Hochschulen hat das Land
Die drei neuen Fachhochschulen im Ruhrgebiet haben klein angefangen. Doch wie es für die Region typisch ist, wird angepackt: Gleich zum Start 2009 boten die drei Hochschulen insgesamt sieben Studiengänge an – und das, obwohl die Hochschulleitungen erst im Januar berufen worden waren und die Hochschulen zwar inzwischen über Personal verfügen, aber nicht über eigene Gebäude. 339 Studieninteressenten hatten sich an den neuen Fachhochschulen Hamm-Lippstadt, Rhein-Waal (in Kamp-Lintfort und Kleve) und Ruhr West (in Mülheim und Bottrop) beworben.
Es wird gebaut
Die Hochschule Hamm-Lippstadt nutzt derzeit eine ehemalige Kaserne in Hamm und Räume im Technologiezentrum in Lippstadt. In Hamm ist ein neues Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses vorgesehen. Auch der Standort in Lippstadt wird ein neues Gebäude erhalten.
Die Hochschule Ruhr West will in Mülheim und Bottrop bis 2013/2014 Neubauten beziehen. Bislang sind Studierende und Mitarbeiter in einem Berufskolleg und angemieteten Büros untergebracht.
Auch die Hochschule Rhein-Waal wird aus den derzeitigen Provisorien in Neubauten ziehen. Die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs für Kamp-Lintfort werden für Juni erwartet.
Die Studenten kommen
Die Neugründungen sorgen aber nicht nur für Bauaufträge vor Ort, sondern auch für Neubürger. Moderne Fächer werden Tausende Studierende an die neuen Standorte ziehen. Die Studiengänge werden z. T. auch berufsbegleitend angeboten und dual, also als Kombination aus Studium und betrieblicher Berufsausbildung.
Je 2500 neue Studienplätze sollen an jeder dieser Hochschulen entstehen, überwiegend bei Ingenieur- und angewandten Naturwissenschaften sowie den Wirtschaftswissenschaften. 1000 weitere beschert die nächste Neugründung der Stadt Bochum. Die Hochschule für Gesundheitsberufe wird dort im September den Lehrbetrieb aufnehmen – noch nicht im eigenen Haus, sondern im bisherigen Knappschaftsgebäude.
Studiengänge von Fahrzeugtechnik bis Psychologie
Zum Beginn des Wintersemester 2010/2011 im September verdoppelt die Hochschule Hamm-Lippstadt die Zahl ihrer Studiengänge immerhin von zwei (mit derzeit 79 Studierenden) auf vier. Außer Energietechnik und Ressourcenoptimierung sowie Mechatronik werden dann auch Biomedizinische Technologien und Wirtschaftsingenieurswesen angeboten.
Am breitesten gefächert ist das Angebot der Hochschule Rhein-Waal. Bisher werden dort angeboten Bio Science and Health, E-Government und International Business and Social Sciences; wie die Fächerbezeichnungen erkennen lassen, ist Englisch hier die vorherrschende Unterrichtssprache. Zum Wintersemester sollen nicht weniger als 13 Studiengänge dazukommen, davon allein sechs in Kamp-Lintfort: Informations- und Kommunikationsdesign, Mobility and Logistics, Environment and Energy, International Business and Social Sciences, Psychologie, Usability Engineering. In Vorbereitung sind an die 20 weitere Studiengänge für später. Knapp 900 Studierende werden im Herbst an der Hochschule eingeschrieben sein. Derzeit sind es nur 150 – für einen Weihnachtsball hat die Anzahl bereits ausgereicht.
Die Hochschule Ruhr West bietet zum Wintersemester drei zusätzliche Studiengänge an: Angewandte Informatik mit den Studienschwerpunkten Fahrzeugsinformationstechnik und Kognitive Systemtechnik; Elektrotechnik mit den Schwerpunkten Biomedizin-, Sensor-, Automatisierungs- und Umweltmesstechnik; Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Maintenance & Facility Management und Emerging Markets.
Bisher kann man in Mülheim Maschinenbau mit Schwerpunkt Fahrzeugtechnik, in Bottrop Wirtschaftingenieurswesen und Energiesysteme studieren.
Kontakt & Infos
Hochschule für Gesundheit
Die Hochschule für Gesundheit entsteht zurzeit auf dem Gesundheitscampus in Bochum, wo viele weitere medizinische Einrichtungen untergebracht werden. Der Campus soll künftig den Knotenpunkt medizinischer Kompetenz des Landes bilden.
Der Ausbau der drei Fachhochschulen Hamm-Lippstadt, Ruhr-West (in Mülheim und Bottrop) und Rhein-Waal (in Kamp-Lintfort und Kleve) wird bis etwa 2014 abgeschlossen sein.





