Route Industrienatur - Brache Vondern in Oberhausen

Am Standort der ehemaligen Zeche Vondern in Oberhausen als Teil des weltweit agierenden Gute-Hoffnungs-Hütte-Konzerns ist heute nicht mehr viel von der industriellen Tätigkeit zu sehen. Nach dem Abbruch von Zeche Vondern hat sich die Natur das brachliegende Gelände zwischen Rhein-Herne-Kanal und Emscherschnellweg schnell zurückerobert.

Die Brache bietet Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere. Foto: RVR/Brosch
Bild: Die Brache bietet Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere. Foto: RVR/Brosch.

Insel zwischen Straßen und Wasserwegen

Die Brache Vondern liegt wie eine Insel zwischen Straßen und Wasserwegen. Hier hat sich eine artenreiche Flora und Fauna entwickelt. Nahezu 450 Pflanzenarten wachsen heute auf der Brache, die Hälfte davon sind gebietsfremde Arten. Längst wächst ein "Industriewald" aus Birken, Weiden und anderen Laubgehölzen über den Trümmern der alten Zeche, auch die aus Nordamerika stammende Spätblühende Traubenkirsche und die in Asien beheimatete Ölweide. Auf der westlich der Brache gelegenen Freifläche sprießen verwilderte Kulturpflanzen wie Meerrettich, Spargel und Wilde Möhre.

Orchideenwiese und Moor

Auf der Brache wächst auch die Sparrige Flockenblume, die ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum stammt. Eine andere, inzwischen weit verbreitete Pflanze aus Ostasien ist der Japanische Staudenknöterich, der sich mit großer Wuchskraft verbreitet und erfolgreich gegen andere Pflanzen durchsetzt. Um den Bestand in Grenzen zu halten, wird er regelmäßig beschnitten. Von besonderer ökologischer Bedeutung sind eine kleine Orchideenwiese und ein winziges Moor.  

Die Wespenspinne bevorzugt sonnige, offene Standorte. Foto: RVR/Brosch
Bild: Die Wespenspinne bevorzugt sonnige, offene Standorte. Foto: RVR/Brosch.

Singvögel und Heuschrecken

Aber auch die Blüten und Früchte der zahlreichen, überwiegend heimischen Sträucher am Wegesrand sind wertvoll als Nahrung für viele Insekten und Vögel. Die Dorngrasmücke ist hier häufig anzutreffen, ebenso Gelbspötter, Zilpzalp und andere Singvogelarten. Auf den Gras- und Staudenflächen haben verschiedene Heuschreckenarten ein Zuhause gefunden. Auch die früher im Ruhrgebiet seltene Wespenspinne bevorzugt diese Standorte, da die zirpenden Insekten zu ihrer Hauptnahrung zählen. Die kleinen Wasserflächen, die sich auf dem zum Teil stark verdichteten Boden durch Niederschlag gebildet haben, werden von feuchtigkeitsliebenden Tier- und Pflanzenarten besiedelt. Sogar die Kreuzkröte ist hier anzutreffen.  

Lage in der Metropole Ruhr

Kontakt & Infos

Brache Vondern, am Haus Ripshorst
Haus Ripshorst
Ripshorster Straße 306
46117 Oberhausen
Parkplatz Haus Ripshorst:
N 51° 29.450 E 006° 54.050
Informationszentrum Emscher Landschaftspark - Haus Ripshorst
Hier gibt es alle Informationen rund um die Route Industrienatur
Telefon: +49 (0) 208 / 88 33 48-3
Telefax: +49 (0) 208 / 88 33 48-6

ÖPNV zur Brache Vondern

von Oberhausen Hbf mit Bus 957 bis "Haus Ripshorst" oder "Schloßstraße"

Weitere Informationen

Über eine außergewöhnliche Brücke, die von Prof. Schlei konstruiert wurde und in einem Stahlrohrbogen den Rhein-Herne-Kanal überspannt, gelangt man zum Haus Ripshorst.

Die Brache Vondern ist auch Teil der Route Industriekultur, die als Rundkurs zu den Zeugen der Industriegeschichte durch die Metropole Ruhr führt. Träger der Route ist der Regionalverband Ruhr.