Route Industrienatur - Landschaftspark Duisburg-Nord

Auf dem Gelände des stillgelegten Hüttenwerks, wo einst Roheisen produziert wurde, haben sich zwischen Hochofen, Gasometer und Sinteranlage zahlreiche Tier- und Pflanzenarten angesiedelt, die den Besuch des Landschaftsparks Duisburg-Nord zu einem besonderen Naturerlebnis machen.

Die giftige Zypressen-Wolfsmilch siedelt an den Ufern der Alten Emscher. Foto: RVR/Brosch
Bild: Die giftige Zypressen-Wolfsmilch siedelt an den Ufern der Alten Emscher. Foto: RVR/Brosch.

450 Arten von Blütenpflanzen

Insgesamt wachsen auf dem ehemaligen Hüttengelände mehr als 450 Arten von Blütenpflanzen. Eine so unterschiedliche Artenzusammensetzung gibt es nur auf Industriebrachen. Durch den Hüttenbetrieb haben sich die Böden stark verändert: Die oft steinigen, dunklen und verdichteten Oberflächen erwärmen sich schnell und beeinflussen das Mikroklima des Standortes.  

Nur Spezialisten gedeihen hier

Auf den stark verdichteten kalkhaltigen Schlacke- und Schotterböden verbreitet der Scharfe Mauerpfeffer seine gelbe Blütenpracht. Das Kali-Salzkraut ist besonders unempfindlich gegen Salze im Boden und hat auf dem Manganeisenlager einen Lebensraum ohne Pflanzenkonkurrenz gefunden. Auf solchen Extremstandorten haben heimische Wald- und Wiesenpflanzen keine Chance. Hier gedeihen nur Spezialisten, die Hitze, Trockenheit und Nährstoffmangel ertragen können. Ein Vertreter ist das Schmalblättrige Greiskraut, das eigentlich in Südafrika zu Hause ist, aber durch Gütertransporte nach Deutschland gelangte.  

Die Spornblume gehört zu den Baldriangewächsen. Foto: RVR/Brosch
Bild: Die Spornblume gehört zu den Baldriangewächsen. Foto: RVR/Brosch.

Blütenreiche Staudenflur

Auf den heute ungenutzten Bahnanlagen im Landschaftspark hat sich eine blütenreiche Staudenflur aus Nachtkerze, Goldrute, Natternkopf, Wilder Möhre und vielen anderen Arten entwickelt. Dazwischen wachsen die Sprösslinge von Birken, Salweiden und Robinie. Nur regelmäßiges Entfernen des Gehölzaufwuchses verhindert, dass die Blütenstauden rasch von den Gehölzen verdrängt werden.  

Auch gestaltete Grünanlagen

Neben der vielfältigen spontanen Vegetation findet man im Landschaftspark auch gestaltete Grünanlagen mit Bäumen, Hecken und Wiesen. In den Erzbunkertaschen laden Themengärten mit Rosen, Kräutern, Farnen und Kletterpflanzen zum Verweilen ein. Auch die Kühl- und Klärbecken sind eine ästhetische und ökologische Bereicherung. Sie weisen viele, manchmal bewusst gepflanzte Pflanzenarten auf, darunter Froschlöffel, Blutweiderich und Kleiner Igelkolben.  

Mehr als 60 Vogelarten

An der Alten Emscher leben Stockenten, Teich- und Blässhühner, Grünfrösche, Molche und verschiedene Libellenarten. Ein typischer Vertreter der Industriebrachen ist die Kreuzkröte, der selbst Wasserpfützen auf unbewachsenen Flächen zur Fortpflanzung ausreichen. Zwischen den stillgelegten Werksanlagen und auf den offenen Brachflächen des Landschaftsparks leben mehr als 60 Vogelarten, zahlreiche Tagfalterarten und selten gewordene Amphibien und Reptilien.  

Lage in der Metropole Ruhr

Kontakt & Infos

Landschaftspark Duisburg-Nord
Emscherstraße 71
47137 Duisburg
Parkplatz Landschaftspark:
N 51° 28.880 E 006° 47.040
Informationszentrum Emscher Landschaftspark - Haus Ripshorst
Hier gibt es alle Informationen rund um die Route Industrienatur
Telefon: +49 (0) 208 / 88 33 48-3
Telefax: +49 (0) 208 / 88 33 48-6

ÖPNV zum Landschaftspark

von Duisburg Hbf mit Straßenbahn 903 bis "Landschaftspark Nord", dann fünf Minuten Fußweg

Weitere Informationen

Der 70 Meter hohe Hochofen bietet einen Rundblick weit über das westliche Ruhrgebiet und den Niederrhein.

Der Landschaftspark Duisburg-Nord ist auch Teil der Route Industriekultur, die als Rundkurs zu den Zeugen der Industriegeschichte durch die Metropole Ruhr führt. Träger der Route ist der Regionalverband Ruhr.

Emscher Landschaftspark

Der Landschaftspark Duisburg-Nord ist außerdem Teil des Emscher Landschaftsparks.