Route Industrienatur - Skulpturenwald Rheinelbe in Gelsenkirchen

Dort, wo einst Zeche und Kokerei die Natur verdrängten, steht heute ein Forsthaus im Industrie- und Skulpturenwald. Wildes Grün bedeckt die Ruinen der industriellen Vergangenheit Gelsenkirchens und lädt zum Spazieren und Entdecken ein.

Eine Installation mit Industrieboden. Foto: RVR
Bild: Eine Installation mit Industrieboden. Foto: RVR.

Entwicklung der Artenzusammensetzung noch ungewiss

In unmittelbarer Nähe zur Gelsenkirchener Innenstadt hat sich über den Hinterlassenschaften der Zeche Rheinelbe ein wilder Wald aus Birken, Salweiden, Robinien, Brombeeren und vielen anderen Pflanzen gebildet. Sie wurzeln in einem Boden aus Bergematerial, das mit Schlacken, Kohleschlämmen, Erdaushub und abgekipptem Schutt durchsetzt ist. Wie sich auf solchen veränderten Standorten die Artenzusammensetzung in den nächsten hundert Jahren entwickeln wird, ist noch ungewiss und wird daher wissenschaftlich untersucht.  

Buntblühende Staudenflure

Mehr als 200 Farn- und Blütenpflanzen wurden bisher auf dem Gelände gefunden, darunter auch einige "Rote-Liste-Arten". In den buntblühenden Staudenfluren in sonniger Lage wachsen überwiegend Pflanzenarten aus wärmeren Erdteilen. Ihre Samen sind häufig mit dem Wind auf die Brachfläche gelangt, wo sie die lebensfeindlichen, trockenen und nährstoffarmen Standorte besiedeln konnten.

So findet man im Skulpturenwald Goldrute und Nachtkerze aus Amerika, Sommerflieder aus Ostasien und Schmalblättriges Greiskraut aus Südafrika. Besonders auffallend ist die bis zu zwei Meter hohe Wilde Karde. In den trichterförmigen Blättern der distelähnlichen Pflanze sammelt sich Regenwasser, das Kleintieren wie Insekten und sogar Vögeln zum Durststillen dienen kann.

Die Blüten der Wilden Karde sind von stacheligen Hüllblättern umgeben. Foto: RVR/Brosch
Bild: Die Blüten der Wilden Karde sind von stacheligen Hüllblättern umgeben. Foto: RVR/Brosch.

Japanischer Staudenknöterich filtert Schwermetalle

Zahlreiche andere Pflanzen blühen am Wegesrand wie das rot-violette Weidenröschen, der blaue Natternkopf oder das gelbe Jacobs-Greiskraut. Nicht weit vom Forsthaus wurden bei der Flächensanierung die Altlasten der ehemaligen Kokerei zu einer Pyramide aufgetragen und isoliert. Am Haldenaufgang zur Himmelstreppe gedeiht der wuchsstarke und sich leicht ausbreitende Japanische Staudenknöterich. Vielleicht kann seine Eigenschaft, Schwermetalle aus dem Boden herauszufiltern und in sich anzureichern, einmal zur Bodensanierung nutzbar gemacht werden.  

Lage in der Metropole Ruhr

Kontakt & Infos

Skulpturenwald Rheinelbe
Leithestraße
45886 Gelsenkirchen
Parkplatz Skulpturenpark:
N 51° 29.765 E 007° 6.435
Informationszentrum Emscher Landschaftspark - Haus Ripshorst
Hier gibt es alle Informationen rund um die Route Industrienatur
Telefon: +49 (0) 208 / 88 33 48-3
Telefax: +49 (0) 208 / 88 33 48-6

ÖPNV zum Skulpturenwald

von Gelsenkirchen Hbf bzw. Wattenscheid Bahnhof mit Bus 389 bis "Halfmannsweg"

Weitere Informationen

Ein Teil der ehemaligen Zeche Rheinelbe wurde nach den Entwürfen des Künstlers Herman Prigann umgestaltet. Seine Skulpturen sind namensgebend für das Gelände.

Der Skulpturenwald Rheinelbe ist auch Teil der Route Industriekultur, die als Rundkurs zu den Zeugen der Industriegeschichte durch die Metropole Ruhr führt. Träger der Route ist der Regionalverband Ruhr.

Emscher Landschaftspark

Der Landschaftspark Rheinelbe ist außerdem Teil des Emscher Landschaftsparks.