Route Industrienatur - Welterbe Zollverein in Essen

Auf den Brachflächen mit Halden und Gleisanlagen hat sich eine einzigartige Natur mit Pflanzen aus aller Welt eingestellt. Sommerflieder und Japanischer Staudenknöterich aus Asien, Robinie, Nachtkerze und Goldrute aus Nordamerika, Schmalblättriges Greiskraut aus Südafrika - jede Art hat auf ihre Weise die Industriebrache der Zeche Zollverein in Essen besiedelt.  

Auch die Eselsdistel ist auf Zollverein Zuhause. Foto: RVR/Brosch
Bild: Auch die Eselsdistel ist auf Zollverein Zuhause. Foto: RVR/Brosch.

Pflanzen aus aller Welt

Durch Gütertransporte, mit dem Wind oder durch Mensch und Tier sind Pflanzen aus aller Welt hierher gelangt.

Es sind meist wärmeliebende Arten und besondere Spezialisten, die mit den extremen Standortverhältnissen dieser Flächen zurecht kommen.
Aber auch zahlreiche heimische, zum Teil seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten, leben im Schatten des UNESCO-Weltkulturerbes.  

Ginkgobäume ursprünglich aus China

Am Kesselaschebunker trifft man auf ein kleines Wiesenstück, das mit Ginkgobäumen umwachsen ist. Der ursprünglich aus China stammende Baum ist ein lebendes Fossil der Pflanzenwelt, das schon zur Zeit der Kohleentstehung vor 300 Millionen Jahren auf der Erde wuchs und hier auf dem Zechengelände symbolischen Charakter hat.

Am Fuß der Bergehalde hat sich ein dichter Gehölzbestand aus Robinie, Roteiche, Schwarzerle, Traubenkirsche, Bergahorn und Schwarzem Holunder entwickelt. Weiter oberhalb, auf den trockeneren Flächen, bilden Birken, Weiden und Brombeergebüsche einen wilden "Industriewald".  

Frühe lebte die Kreuzkröte in großen Flussauen. Foto: RVR/Brosch
Bild: Frühe lebte die Kreuzkröte in großen Flussauen. Foto: RVR/Brosch.

Wechsel von Nässe und Trockenheit

Auf der Haldenoberfläche wurden während des Zechenbetriebs drei Absatzbecken angelegt und ein großes Kohlelager betrieben. Der Rückstandsschlamm aus der benachbarten Kohlewäsche wurde auf die Absatzbecken aufgespült und an der Luft getrocknet, die Restkohle gewonnen und weiterverarbeitet. Der Einsatz schwerer Maschinen führte zu starker Bodenverdichtung, so dass sich hier nach starken Regenfällen sofort größere Wasserflächen bilden.

Der Wechsel von Nässe und Trockenheit behindert einen flächendeckenden Pflanzenbewuchs. Nur Spezialisten wie das Johanniskraut, das Schmalblättrige Greiskraut, der Klebrige Alant oder der Sommerflieder lassen sich von den lebenswidrigen Bodenbedingungen nicht abschrecken.  

Libellen und Kreuzkröten

Auf den weitgehend vegetationsfreien Absatzbecken haben sich Feuchtbiotope entwickelt. An sonnigen Tagen lassen sich viele verschiedene Libellenarten wie zum Beispiel der Vierfleck beobachten. Auch für die geschützten Kreuzkröten ist der Standort ideal.  

Lage in der Metropole Ruhr

Kontakt & Infos

Welterbe Zollverein
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
Parkplatz A1 Zeche Zollverein:
N 51° 29.080 E 007° 2.610
Informationszentrum Emscher Landschaftspark - Haus Ripshorst
Hier gibt es alle Informationen rund um die Route Industrienatur
Telefon: +49 (0) 208 / 88 33 48-3
Telefax: +49 (0) 208 / 88 33 48-6

ÖPNV nach Zollverein

von Essen Hbf bzw. Gelsenkirchen Hbf mit Straßenbahn 107 bis "Zollverein"

Weitere Informationen

An besonderen Stellen des Zollvereinparks hat der Künstler Ulrich Rückriem mächtige Granit-Skulpturen platziert.

Das Welterbe Zollverein ist auch Teil der Route Industriekultur, die als Rundkurs zu den Zeugen der Industriegeschichte durch die Metropole Ruhr führt. Träger der Route ist der Regionalverband Ruhr.

Emscher Landschaftspark

Der Zollverein Park ist außerdem Teil des Emscher Landschaftsparks.