Route Industrienatur - Zeche Nachtigall in Witten

Rund um die ehemalige Zeche Nachtigall in Witten sind noch deutlich die Spuren der Industriegeschichte zu erkennen. Wo einst Bergbau, Ziegelei und Kohleschifffahrt das Landschaftsbild an der Ruhr prägten, hat die Natur längst verlorenes Terrain zurückerobert.  

Die Große Heidelibelle lebt auch im Süden der Metropole Ruhr. Foto: RVR/Brosch
Bild: Die Große Heidelibelle lebt auch im Süden der Metropole Ruhr. Foto: RVR/Brosch.

Turmfalken und Schleiereulen

Vor den Mauern der alten Maschinenhalle wächst heute der Acker-Schachtelhalm. Er gilt als Zeiger für Staunässe und weist auf Bodenverdichtung hin. Vogelarten wie Zilpzalp, Hausrotschwanz, Rotkehlchen, Singdrossel oder Gebirgsstelze lassen sich auf dem ehemaligen Zechen- und Ziegeleigelände beobachten und hören. Turmfalken brüten im Nistkasten hoch oben am Schornstein des Museumsgeländes, und die Schleiereule zieht in manchem Frühjahr unter dem Dach des Ringofens ihre Jungen auf. In der Dämmerung, wenn der Museumsbetrieb ruht, fliegt der lautlose Eulenvogel über das Gelände.  

Manchmal sogar eine Ringelnatter

Die Amphibien, die die Winterstarre geschützt im bewaldeten Steinbruchgelände verbringen, suchen im zeitigen Frühjahr das künstliche Hafenbecken mit dem Museumsschiff auf, um dort einen Partner zu finden und ihren Laich abzulegen. Etwas später im April bis Mai gesellen sich Teich- und Bergmolche dazu. Im Sommer sitzen laut quakend Grünfrösche im Wasser, Libellen schwirren über die Oberfläche, und manchmal entdeckt man sogar eine Ringelnatter. Sonst bevorzugt das Reptil als Lebensraum eher den warmen Schotter neben den Gleisen der Museumsbahn, wo auch Blindschleichen gerne ein Sonnenbad nehmen.  

Auch die Feldheuschrecke fühlt sich hier wohl. Foto: RVR/Brosch
Bild: Auch die Feldheuschrecke fühlt sich hier wohl. Foto: RVR/Brosch.

Heil- und Wildkräuter

Ein sonniges Plätzchen mag ebenfalls der aus Ostasien stammende Sommerflieder, der genügsam am steinigen Wegesrand wächst und mit dem Duft seiner violetten Blüten zahlreiche Schmetterlinge anlockt. Am ummauerten Fuß des Schornsteins gedeihen einige zum Teil in Vergessenheit geratene Heil- und Wildkräuter, wie der Beinwell, die Wilde Möhre, Königskerze und Knoblauchsrauke sowie der Besenginster. Das Ruprechts- und das Leinkraut haben die Schotterflächen der stillgelegten Bahngleise erobert, und zwischen Pflasterritzen leuchten die Blüten von Natternkopf, Johanniskraut und Nachtkerze.  

Lage in der Metropole Ruhr

Kontakt & Infos

LWL Industriemuseum Zeche Nachtigall
Nachtigallstraße 35
58452 Witten
Parkplatz Industriemuseum Zeche Nachtigall:
N 51° 25.750 E 007° 18.780
Informationszentrum Emscher Landschaftspark - Haus Ripshorst
Hier gibt es alle Informationen rund um die Route Industrienatur
Telefon: +49 (0) 208 / 88 33 48-3
Telefax: +49 (0) 208 / 88 33 48-6

ÖPNV zur Zeche Nachtigall

von Witten Hbf ca. 30 Minuten Fußweg über Nachtigallbrücke

Weitere Informationen

In unmittelbarer Nähe zur Zeche Nachtigall verlaufen entlang der Ruhr der Ruhrtal-Radweg sowie die Bahnstrecke der Ruhrtalbahn und des Museumszugs mit Haltestellen am LWL Industriemuseum.

Die Zeche Nachtigall ist auch Teil der Route Industriekultur, die als Rundkurs zu den Zeugen der Industriegeschichte durch die Metropole Ruhr führt. Träger der Route ist der Regionalverband Ruhr.