Panorama-Radweg Erzbahntrasse verbindet Bochum und Gelsenkirchen

Einst wurden über die Erzbahntrasse die Hochöfen von Schalker und Bochumer Verein mit Eisenerz versorgt. 2002 gehörte sie zu den ersten ausgedienten Bahnstrecken, die der Regionalverband Ruhr in Rad- und Wanderwege verwandelte. Heute zählt die Trasse zu den bekanntesten touristischen Radwegen in der Metropole Ruhr.

Spektakulär: die Erzbahnschwinge nahe der Jahrhunderthalle Bochum. Foto: Ulrich Syberg

Sanfte Abwärtsfahrt Richtung Norden

 

An der Jahrhunderthalle im Westpark Bochum beginnt die Erzbahntrasse und endet nach einer sanften Abwärtsfahrt rund zehn Kilometer später am Hafen Grimberg am Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen.

Unterwegs sind zahlreiche Abstecher möglich, allesamt gut ausgeschildert. Nach Westen zweigt die Kray-Wanner-Bahn ab. Sie führt zum Zollvereinweg, der am Welterbe Zollverein in Essen endet. Unterwegs ist ein Schlenker zur Halde Rheinelbe in Gelsenkirchen möglich. Die Zeche Hannover in Bochum und die Halde Pluto in Herne sind lohnenswerte Abstecher in östlicher Richtung. Am Grimberger Hafen in Gelsenkirchen schließt die Erzbahn an den Emscherpark-Radweg an. Nach Norden erreicht man über den Emscherbruch die Haldenlandschaft Hoheward in Herten / Recklinghausen.

Zum Kulttreff hat sich die Erzbahnbude entwickelt, die an der Kreuzung Erzbahntrasse/Kray-Wanner-Bahn steht. Dort können sich Radler sich nicht nur stärken, sondern im Notfall auch Fahrradersatzteile finden.

Grimberger Sichel. Foto: Malinowski
Bild:Grimberger Sichel. Foto: Malinowski

Über spektakuläre Brücken

 

Die Erzbahntrasse beginnt und endet mit spektakulären Brückenkonstruktionen. Die 130 Meter lange, S-förmige Erzbahnschwinge nahe des Bochumer Westparks an der Jahrhunderthalle markiert den Einstieg in den Radweg. Sie quert ein Geflecht aus Straßen, Gleisanlagen und Rohrbrücke in ca. 14 Metern Höhe.

Am anderen Ende windet sich die Grimberger Sichel schwungvoll über den Rhein-Herne-Kanal. Ihre Spannweite von 150 Metern wird von einem einzigen, 48 Meter hohen Stahlpylon gehalten. 2010 wurde die Brücke mit dem European Steel Bridges Award geadelt. Von der Sichel aus können Radler einen Blick auf Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen werfen.

Unterwegs führt die Strecke über die größte und beeindruckendste Überquerung, die Pfeilerbrücke. 345 Meter lang und aufgeständert verschafft sie in Dammlage einzigartige Blicke in die Metropole Ruhr.

Zehn Jahre Bauzeit

Der Gesamtausbau kostete rund 20 Millionen Euro und umfasst sechs Brückenneubauten sowie die Instandsetzung von neun Brückenbauwerken. Die Realisierung dauerte zehn Jahre.

Kartentipps

Freizeitkarten, Tourtipps, Streckeninfos und Adressen im Online Shop des Regionalverbandes Ruhr:

Radrevier.ruhr

Die Metropole Ruhr ist das "radrevier.ruhr". Unter dieser Dachmarke positionieren die Ruhr Tourismus GmbH (RTG) und der Regionalverband Ruhr (RVR) das Ruhrgebiet als eine der führenden Radreiseregionen in Deutschland.