Ruhrgebietsathleten wetteifern bei NRW-Sportlerwahl um FELIX-Awards 2018

Die Sportmetropole Ruhr schickt auch in diesem Jahr wieder erfolgreiche Topathleten ins Rennen um die begehrten FELIX-Awards. Das Ruhrgebiet stellt insgesamt zwölf Kandidaten und zwei Mannschaften und ist in jeder der sechs Kategorien zur Wahl der NRW-Sportler des Jahres 2018 mit mindestens einem Nominierten vertreten.

Der Moerser Eishockeyprofi Christian Ehrhoff gewann Gold bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea. Foto: City Press
Der Moerser Eishockeyprofi Christian Ehrhoff gewann Gold bei den Olympischen Winterspielen 2018. Foto: City Press

Oldies trumpften 2018 auf

Noch bis zum 3. Dezember können die Fans ihre Stimme per Online-Wahl für die besten Athletinnen und Athleten abgeben, die vom Landessportbund NRW und dem Land Nordrhein-Westfalen für ihre herausragenden Leistungen mit dem FELIX ausgezeichnet werden sollen. Den Gewinnern werden die Trophäen am 14. Dezember im Rahmen einer Gala in den Dortmunder Westfalenhallen überreicht. Als "NRW-Sportler des Jahres" ist der ehemalige Eishockeyprofi Christian Ehrhoff nominiert, der vor 36 Jahren in Moers geboren wurde und seine Karriere am Ende der diesjährigen Saison bei den Kölner Haien beendet hat. Anfang des Jahres feierte der 118-fache Nationalspieler, der 862 Partien in der nordamerikanischen NHL absolviert hat, mit dem überraschenden Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang seinen größten Erfolg. Immer noch auf Weltklasseniveau aktiv ist dagegen der gleichaltrige Max Hoff von der Kanusport-Gemeinschaft Essen. Der Olympiasieger von Rio 2016 setzte in diesem Jahr seine Siegesserie fort und wurde über 1.000 Meter Weltmeister im Zweier-Kajak sowie Europameister im Einer-Kajak.

Sprinterin Pamela Dutkiewicz vom TV Wattenscheid 01 auf ihrem Weg über die Hürden bei der Hallen-DM in Dortmund. Foto: DLV/Theo Kiefner
Sprinterin Pamela Dutkiewicz vom TV Wattenscheid 01 auf ihrem Weg über die Hürden bei der Hallen-DM in Dortmund. Foto: DLV/Theo Kiefner

Sprint-Duo und weltbeste Reiterin nominiert

Eine Doppelchance auf den FELIX hat die Sprinterin Gina Lückenkemper. Die gebürtige Hammerin, die zu Jahresbeginn von der LG Olympia Dortmund zum TSC Bayer 04 Leverkusen gewechselt war, ist nämlich sowohl als "Sportlerin des Jahres" als auch für die "Mannschaft des Jahres" nominiert. Die Deutsche Meisterin lief die 100 Meter in 2018 erneut unter 11 Sekunden und wurde Vize-Europameisterin über 100 Meter bei der Heim-EM in Berlin. Außerdem holte die Felix-Gewinnerin des Vorjahres mit der deutschen 4 x 100-Meter-Staffel EM-Bronze. Eine ihrer Konkurrentinnen bei der Wahl kommt auch aus dem Leichtathletik-Lager: Die Hürdensprinterin Pamela Dutkiewicz vom TV Wattenscheid 01 wurde in Berlin ebenfalls Vize-Europameisterin und zwar über 100 Meter Hürden. Topfavoritin ist allerdings die Dressurreiterin Isabell Werth aus Rheinberg im Kreis Wesel. Die erfolgreichste Reiterin der Welt gewann 2018 bei den Weltreiterspielen in Tryon/USA die Weltmeistertitel im Einzel und mit der Mannschaft. Damit ist die sechsfache Olympiasiegerin nun neunmalige Weltmeisterin, vierzehnfache Europameisterin und sechszehnfache Deutsche Meisterin. Trotzdem hat die Rheinbergerin, die Mitglied im Reit- und Fahrverein Graf von Schmettow Eversael ist, bislang noch nie einen FELIX gewonnen.

Der legendäre Deutschland-Achter aus Dortmund hat den FELIX bereits sechsmal gewonnen. Foto: Detlev Seyb
Der legendäre Deutschland-Achter aus Dortmund hat den FELIX bereits sechsmal gewonnen. Foto: Detlev Seyb

Rekordsieger unter sich

Der Deutschland-Achter ist dagegen Titelverteidiger und hat die Trophäe als Rekordsieger für die "Mannschaft des Jahres" bereits sechsmal erobert. Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes, dessen Heimathafen im Bundesleistungszentrum am Dortmund-Ems-Kanal liegt, holte sich Doppel-Gold bei den Weltmeisterschaften im bulgarischen Plovdiv und bei den Europameisterschaften im schottischen Glasgow. Zur Mannschaft, die 2018 nur eine einzige Saisonniederlage einstecken musste, gehören u. a.: Malte Jakschick vom Ruderverein Rauxel (Wohnort Datteln, Student der Ruhr-Universität Bochum), Jakob Schneider vom Ruderklub am Baldeneysee (Wohnort Dortmund, Student der Ruhr-Universität Bochum), Johannes Weißenfels vom Ruderclub Westfalen Herdecke (Geburtsort Herdecke, Wohnort Dortmund, Student der Ruhr-Universität Bochum), die beiden Dortmunder Felix Wimberger und Maximilian Planer sowie Steuermann Martin Sauer (Student der Ruhr-Universität Bochum). Einen Erfolg auf nationaler Ebene errang der HTC Uhlenhorst Mülheim, der nach 21-jähriger Durststrecke wieder Deutscher Feldhockeymeister wurde und mit nunmehr insgesamt 17 nationalen Feld-Titeln deutscher Rekordhalter ist.

BVB-Kapitän Marco Reus hat bereits zwei Fußball-FELIX' in seiner Trophäen-Sammlung. Foto: LSB NRW/Andrea Bowinkelmann
BVB-Kapitän Marco Reus hat bereits zwei Fußball-FELIX' in seiner Trophäen-Sammlung. Foto: LSB NRW/Andrea Bowinkelmann

Trio hat Chancen auf Fußball-FELIX

Um den "Fußball-FELIX" wetteifern auch drei Profis aus der Fußballmetropole Ruhr. Am erfolgreichsten war 2018 der Abwehrchef des FC Schalke 04 Naldo, der mit den Gelsenkirchenern überraschend Deutscher Vizemeister wurde und sich mit seiner Mannschaft endlich wieder für die Champions League qualifizierte. Die Qualifikation für die Königsklasse schaffte einmal mehr auch Marco Reus mit Borussia Dortmund. Der BVB-Kapitän und Nationalspieler ist Leistungsträger der Dortmunder und glänzt als Spielmacher im offensiven Mittelfeld. Dritter im Bunde ist der gebürtige Gelsenkirchener Kaan Ayhan, der in der Vorsaison mit Fortuna Düsseldorf als Innenverteidiger den langersehnten Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga feierte.

Der Moerser Para-Läufer David Behre macht schon seit Jahren erfolgreich Tempo in der deutschen Sprintstaffel. Foto: DBS/Ralf Kuckuck
Der Moerser Para-Läufer David Behre sprintet von Medaille zu Medaille. Foto: DBS/Ralf Kuckuck

Schnelle Sportler an Land und auf Wasser

Ein junges Trio aus dem Ruhrgebiet ist auch für die Kategorie "Newcomer des Jahres" nominiert. Die Sprinterin Keshia Kwadwo vom TV Wattenscheid 01 gewann 2018 bei den U20-Europameisterschaften in Italien die Goldmedaille mit der 4 x 100-Meter-Staffel in U20-Weltrekordzeit (43,27 Sek.) sowie Silber über 100 Meter. Außerdem wurde sie bei den Senioren Deutsche Meisterin mit der 4 x 100-Meter-Staffel und Deutsche Vizemeisterin über 60 Meter bei der Hallen-DM in Dortmund. Eine echte Allrounderin ist Zoe Jakob, die sowohl im Stabhochsprung für die LG Olympia Dortmund als auch im Kanu-Slalom für den Kanu- und Surf-Verein Schwerte antritt und 2018 in beiden Sportarten Teilnehmerin bei Nachwuchs-Weltmeisterschaften war. Im Kanu-Slalom holte sie außerdem Bronze bei Junioren-Europameisterschaften und Gold bei Deutschen Junioren-Meisterschaften, während sie im Stabhochsprung Deutsche U20-Vizemeisterin wurde. Noch erfolgreicher, allerdings nur im Kanu-Rennsport, war Jule Hake vom Kanu- und Ski-Club Lünen. Sie wurde U23-Weltmeisterin im Einer-Kajak über 1.000 Meter und U23-Vizeweltmeisterin im Zweier-Kajak über 500 Meter. Bei den Deutschen Meisterschaften in ihrem ersten Jahr in der Seniorenklasse gewann sie außerdem fünf Silbermedaillen und einmal Bronze.
Einziger nominierter "Behinderten-Sportler des Jahres" aus dem Ruhrgebiet ist der in Duisburg geborene und in Moers aufgewachsene Sprinter David Behre vom TSV Bayer 04 Leverkusen. Der beidseitig unterschenkelamputierte Paralympics-Sieger von Rio 2016 lief bei den Para Leichtathletik-Europameisterschaften 2018 in Berlin mit der deutschen 4 x 100-Meter-Staffel zur Goldmedaille.

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Trainer des Jahres

Auch in diesem Jahr wird wieder ein FELIX für den "Trainer des Jahres" verliehen. Dieser wird jedoch nicht - wie in den Aktiven-Kategorien - von den Sportfans gewählt, sondern von einer Expertenjury ermittelt.