Moerser Eishockeyspieler Christian Ehrhoff holt bei Olympia Silber für Metropole Ruhr

Es war die Sensation der Olympischen Winterspiele 2018: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat im südkoreanischen PyeongChang völlig überraschend die Silbermedaille gewonnen. Maßgeblichen Anteil an diesem historischen Erfolg hat der gebürtige Moerser Christian Ehrhoff von den Kölner Haien.

Verteidiger Christian Ehrhoff aus Moers (l.) gewann mit dem deutschen Eishockey-Nationalteam sensationell die olympische Silbermedaille. Foto: CityPress
Verteidiger Christian Ehrhoff aus Moers gewann mit dem deutschen Eishockey-Nationalteam sensationell die olympische Silbermedaille. Foto: CityPress

Silberdekorierter Ehrhoff trägt deutsche Fahne

Zu Beginn des olympischen Eishockeyturniers deutete nichts auf den späteren sensationellen Verlauf hin: Christian Ehrhoff, der vor 35 Jahren in Moers geboren wurde, kassierte mit dem deutschen Nationalteam zum Auftakt zwei Niederlagen gegen Finnland und Schweden. Gegen Norwegen gelang der erste Gruppensieg mit 2:1 nach Penaltyschießen. Im Playoff ums Viertelfinale setzten sich die Deutschen gegen die Schweiz in der Verlängerung ebenfalls knapp mit 2:1 durch. Danach spielten sich Christian Ehrhoff und seine Mannschaftskollegen in einen Rausch und lösten in ganz Deutschland eine regelrechte Eishockey-Euphorie aus. Der routinierte Verteidiger erzielte in der Viertelfinalpartie gegen den amtierenden Weltmeister Schweden das wichtige Tor zum 1:0, am Ende stand es nach Verlängerung 4:3 für Deutschland. Mit dem gleichen Ergebnis schaltete das Team von DEB-Trainer Marco Sturm im Halbfinale den neunfachen Olympiasieger Kanada aus. Erst im Finale musste sich der Außenseiter am letzten Olympiatag in einem dramatischen Spiel den hochfavorisierten Eishockeycracks aus Russland in der Verlängerung unglücklich mit 3:4 geschlagen geben. Trösten konnte sich Christian Ehrhoff, der im gesamten Turnierverlauf mit präzisen Aufbaupässen und knallharten Schlagschüssen im Powerplay geglänzt hatte, anschließend nicht nur mit seiner Silbermedaille: Der 862-fache ehemalige NHL-Profi, der in Südkorea pro Spiel fast 25 Minuten – und damit mehr als alle anderen Teamkollegen – auf dem Eis stand, durfte bei der Abschlussfeier im Olympiastadion von PyeongChang die deutsche Fahne tragen.

Das Bob-Duo Annika Drazek aus Gladbeck (r.) und Anna Köhler aus Dortmund (l.) ging bei Olympia 2018 leer aus. Foto: BSC Winterberg
Das Bob-Duo Annika Drazek aus Gladbeck (r.) und Anna Köhler aus Dortmund (l.) ging bei Olympia 2018 leer aus. Foto: BSC Winterberg

Bobfahrer verpassen Medaillen im Eiskanal

Zerplatzt sind in Südkorea dagegen die olympischen Medaillenträume der Bobfahrer aus dem Ruhrgebiet. Weltmeisterin Annika Drazek aus Gladbeck zog sich im Training kurz vor ihrem Olympiastart eine Fußverletzung zu und konnte deshalb nicht in Topform antreten. Die Anschieberin vom Bob- und Schlittensportclub Sauerland Winterberg musste sich mit Pilotin Stephanie Schneider, die ebenfalls durch eine Verletzung gehandicapt war, nach vier Läufen im Zweierbob mit dem undankbaren vierten Platz begnügen. Ihr Winterberger Vereinskollege Christopher Weber ging gleich doppelt leer aus. Der Dortmunder Anschieber wurde im Zweierbob Fünfter und im Viererbob, in dem er mit Pilot Johannes Lochner zum Favoritenkreis gehörte, sogar nur Achter. Auf dem 14. Platz landeten die Dortmunderinnen Anna Köhler und Erline Nolte, die ebenfalls für den BSC Winterberg gemeinsam im Zweierbob saßen.

Skirennläufer Andreas Sander von der SG Ennepetal raste auf der Piste in Südkorea zweimal unter die Top Ten. Foto: andreassander.com
Skirennläufer Andreas Sander von der SG Ennepetal raste auf der Piste in Südkorea zweimal unter die Top Ten. Foto: andreassander.com

Ruhr-Athleten bei Olympia unter den Top Ten

Trotz der verpassten Medaillen konnten die Wintersportler aus der Metropole Ruhr mit ihrem Abschneiden bei Olympia alles in allem zufrieden sein, denn sie platzierten sich mehrfach unter den Top Ten. Das gelang dem Skirennläufer Andreas Sander von der Skigemeinschaft Ennepetal 1939 gleich zweimal. Der gebürtige Schwelmer belegte trotz Wetterkapriolen im Jeongseon Alpine Centre im Super G den achten und in der Abfahrt den zehnten Rang. Die Eiskunstläuferin Nicole Schott vom Essener Jugend-Eiskunstlauf Verein wurde mit der deutschen Mannschaft im Teamwettbewerb Siebte und in der Einzelkonkurrenz kam sie nach dem Kurzprogramm und der Kür auf den 18. Platz. Die Snowboarderin Carolin Langenhorst, die in Hamm geboren wurde und für den WSV Bischofswiesen an den Start ging, fuhr im Phoenix Snow Park im Parallel-Riesenslalom auf einen guten neunten Rang.

Während sich die Karriere von Silbermedaillengewinner Christian Ehrhoff, der in PyeongChang bereits zum vierten Mal an Olympischen Spielen teilnahm, langsam dem Ende zuneigt, wollen vier junge Olympia-Debütantinnen aus dem Ruhrgebiet in vier Jahren einen neuen Anlauf unternehmen. Die 21-jährige Nicole Schott, die beiden 22-jährigen Annika Drazek und Carolin Langenhorst sowie die 24-jährige Anna Köhler träumen schon jetzt von den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking.

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