Sieben Ruhrgebietsstädte bei Olympia-Initiative "Rhein Ruhr City 2032" am Start

Die Rhein-Ruhr-Region fühlt sich fit für Olympia – so steht es in dem Konzeptpapier, das die privatwirtschaftliche Initiative "Rhein Ruhr City 2032" am 18. April in der Düsseldorfer Staatskanzlei vorgestellt hat. Die Initiatoren um den Kölner Sportmanager Michael Mronz überreichten das 182 Seiten umfassende Konzept für eine mögliche Bewerbung Nordrhein-Westfalens um die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele im Jahr 2032 an die Landes- und Sportpolitik mit Ministerpräsident Armin Laschet und Landessportbund-Präsident Walter Schneeloch an der Spitze.

Bei der Präsentation des Konzeptes der Initiative "Rhein Ruhr City 2032" spielten sich die Beteiligten in der Düsseldorfer Staatskanzlei die Bälle zu. Foto: Land NRW/A. Bowinkelmann
Bei der Präsentation des Konzeptes der Initiative "Rhein Ruhr City 2032" spielten sich die Beteiligten in der Düsseldorfer Staatskanzlei die Bälle zu. Foto: Land NRW/A. Bowinkelmann

Bochum beteiligt sich am Rennen um Olympia

Neu im Team der insgesamt 14 Städte, die sich als potentielle Olympia-Austragungsorte zusammengeschlossen haben, ist Bochum. Somit hat sich die Zahl der beteiligten Ruhrgebietskommunen auf sieben erhöht. Duisburg, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Oberhausen und Recklinghausen waren bereits beim ersten Aufschlag im Juli 2017 angetreten. Das vorgelegte Konzept zeigt auf, dass mehr als 80 Prozent der benötigten Sport- und Veranstaltungsstätten an den 14 Standorten bereits vorhanden sind. In den Stadien und Arenen der Region finden schon jetzt gut 640.000 Zuschauer Platz. Ein weiterer Standortvorteil sind die über 115.000 Hotelbetten, die derzeit im Rhein-Ruhr-Gebiet als Übernachtungsmöglichkeiten angeboten werden können. Neben der hervorragenden Sportinfrastruktur punktet aus Sicht von Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau insbesondere die Metropole Ruhr mit der Sportbegeisterung der dort lebenden Menschen. Der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen stellt außerdem heraus, dass das Ruhrgebiet in der Vergangenheit schon mehrfach gezeigt habe, dass man große Projekte gemeinsam meistern könne und ein guter Gastgeber sei. In Essen soll auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein auch das Projektbüro der Initiative „Rhein Ruhr City 2032“ angesiedelt werden.

Die "Rhein Ruhr City 2032" will für Deutschland Olympische und Paralympische Spiele ausrichten. Foto: LSB NRW/Andrea Bowinkelmann
Die "Rhein Ruhr City 2032" will für Deutschland Olympische und Paralympische Spiele ausrichten. Foto: LSB NRW/Andrea Bowinkelmann

Menschen für Olympia begeistern

Wichtig ist allen Beteiligten, die rund zehn Millionen Einwohnerinnen und Einwohner des Rhein-Ruhr-Gebiets von ihrer Idee und von den Vorteilen einer Austragung Olympischer Spiele in der fünftgrößten Metropolregion Europas zu überzeugen und die Menschen aktiv zu beteiligen. Die Zuversicht für die Entstehung einer breiten Bürgerbewegung pro Olympia ist groß. Ministerpräsident Armin Laschet ist davon überzeugt, dass eine Bewerbung NRWs erfolgreich sein könnte, wenn der Sport und der nachhaltige Nutzen im Mittelpunkt stünden und eine Abkehr von der vielkritisierten Gigantomanie vollzogen würde. Er setzt vielmehr auf die Steigerung der Attraktivität und Aktivität in zukunftsträchtige Wirtschaftsfelder wie Mobilität und Digitalisierung durch Olympische und Paralympische Spiele. Initiator Michael Mronz will mit dem Konzept zeigen, wie eine kostenbewusste sowie ökologisch und ökonomisch nachhaltige Ausrichtung von Olympia aussehen könnte. Er fühlt sich bereit und gut gerüstet, wenn Deutschland – wie vom Deutschen Olympischen Sportbund erwogen – zwischen 2030 und 2040 einen neuen Anlauf für eine Bewerbung um Olympische Spiele unternehmen sollte.

Die Ringer könnten laut Konzept in der Dortmunder Westfalenhalle um olympisches Edelmetall kämpfen. Foto: Bianca Heinzelbecker
Die Ringer könnten laut Konzept in der Dortmunder Westfalenhalle um olympisches Edelmetall kämpfen. Foto: Bianca Heinzelbecker

Ruhrgebietsstädte für Olympia gut aufgestellt

Gut gerüstet für mögliche olympische Wettkämpfe fühlen sich schon heute auch die sieben Ruhrgebietskommunen. Mit Bochum, Dortmund, Duisburg und Essen könnte ein Quartett Stadien für das olympische Fußballturnier stellen. In der Messe Essen könnten laut vorgestelltem Sportstättenplan außerdem die Wettbewerbe in Karate, Taekwondo, Gewichtheben und Sportklettern ausgetragen werden, während das Gelände der Zeche Zollverein für BMX vorgesehen ist. In den Dortmunder Westfalenhallen könnten die Athletinnen und Athleten um olympische Medaillen im Ringen, Schießen und Skateboard kämpfen. Start und Ziel des Rundkurses im Straßenradrennen könnten in der Dortmunder Innenstadt sein. Duisburg ist mit seiner international renommierten Regattabahn Wedau im Sportpark prädestiniert für Kanu-Rennsport und Rudern. Dort könnte auch eine neue Kanuslalom-Anlage gebaut werden. In der Gelsenkirchener Veltins-Arena auf Schalke soll nach dem Konzept ausnahmsweise mal nicht der Ball rollen, sondern ein temporäres Becken für die Wettkämpfe im Schwimmen, Synchronschwimmen, Turmspringen und Wasserball installiert werden. Das Volleyballturnier soll in der Oberhausener König-Pilsener-Arena ausgerichtet werden und für die Mountainbike-Rennen wird als ganz besondere Wettkampfstätte der Landschaftspark Hoheward mit seinen beiden Halden favorisiert.

Noch kein Vorschlag wird in der Broschüre der "Rhein Ruhr City 2032"-Initiative zu möglichen Standorten für das Olympiastadion und das olympische Dorf gemacht. Dies soll im Zuge der Weiterentwicklung des dynamischen Konzeptes, das als Arbeitsgrundlage dient, erfolgen.

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